Symptome und Ursachen: Alles zur Blasenentzündung

Woher kommt eine Blasenentzündung? Symptome und Ursachen

Bei einer Blasenentzündung (medizinisch: Zystitis) handelt es sich um eine Infektion der unteren Harnwege, also der Harnröhre und Blase. In 95 Prozent aller Fälle sind Frauen betroffen, Männer trifft es eher selten. Patienten stellen sich oft die Frage, woher die Blasenentzündung kommt und welche Symptome alles möglich sind. Hier erfährst du es!

 

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Hier findest du alles rundum das Thema Blasenentzündung. 

Ist eine Blasenentzündung gefährlich?

Die gute Nachricht: Eine einfache Blasenentzündung lässt sich in der Regel gut behandeln. Bereits nach einer Woche verschwinden bei der Hälfte aller Patienten die Anzeichen auch ohne Therapie.4 Nur in schwereren Fällen ist eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika und Schmerzmitteln notwendig.

Durch eine unterstützende Behandlung kannst du deine Genesung fördern. Dazu bieten sich zum Beispiel Präparate mit Laktobazillen und D-Mannose an. Zusätzlich helfen manchmal Hausmittel wie Blasentees und Wärme.

Blasenentzündung erkennen: Die Symptome

Bei einem akuten Harnwegsinfekt treten die Anzeichen meist plötzlich auf und beschränken sich auf die Harnblase. Folgende Symptome sind für eine Blasenentzündung typisch:

  • häufiger Harndrang
  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • geringe Urinabgabe
  • Blut im Urin
  • trübe Verfärbung des Urins
  • auffälliger Harngeruch

Patienten haben außerdem häufig Schwierigkeiten, den Harn zu halten. Die Schmerzen können in den gesamten Unterleib oder sogar den Rücken ausstrahlen. Zusätzlich fühlen sich Betroffene oft

  • schlapp,
  • krank,
  • abgeschlagen,
  • reizbar

und schlafen schlecht.

Symptome wie hohes Fieber sowie Stechen in der Flanke bleiben bei einer unkomplizierten Blasenentzündung für gewöhnlich aus.4 Diese Anzeichen könnten auf eine Nierenbeckenentzündung hindeuten – lass sie also unbedingt ärztlich abklären.

Mögliche Ursachen: Woher kommt eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung ist meist eine bakterielle Infektion, Ursache sind Erreger wie Escheria coli (E. coli) und Enterokokken.Sie dringen in der Regel von außen über die Harnröhre in den Körper ein.

In selteneren Fällen stellen die Ursache einer Blasenentzündung auch andere Erreger dar, die zum Beispiel bei Sexualkontakten oder aufgrund mangelnder Hygiene übertragen werden.Dazu zählen etwa Staphylokokken, Proteus mirabilis, Gonokokken, Hefepilze, Chlamydien und bestimmte Viren.

Risikofaktoren für eine Blasenentzündung

Neben den genannten Ursachen gibt es weitere Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Geschlecht: Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Etwa zehn Prozent der weiblichen Bevölkerung zieht sich mindestens einmal im Jahr eine Blasenentzündung zu. Das liegt an ihrer Anatomie: Die Harnröhre ist viel kürzer, weshalb Bakterien schneller bis in die Blase vordringen.
  • Geschlechtsverkehr: Dabei gelangen unter Umständen Krankheitserreger in die Harnröhre. Vor allem sexuell besonders aktive Menschen bekommen oft schneller eine Blasenentzündung. Mediziner sprechen dann von einer Honeymoon-Zystitis.
  • Verhütung: Manche Verhütungsmittel steigern das Risiko einer Blasenentzündung ebenfalls. Dazu gehören beispielsweise Diaphragmen sowie spermienabtötende Cremes und Gele (Spermizide).
  • Vorgeschichte: Wer bereits öfter eine Blasenentzündung hatte, bekommt wahrscheinlicher wieder eine. Dasselbe gilt, wenn in der Familie mehrere Personen (vor allem Frauen) an wiederkehren Blasenentzündungen leiden.
  • Schwangerschaft: Bestimmte hormonelle Veränderungen machen den Körper anfälliger für eine Harnwegsinfektion.
  • Alter: Du warst bei deiner ersten Blasenentzündung unter 15 Jahre alt? Dann ist auch später das Risiko, eine Zystitis zu bekommen, erhöht. Im Alter steigt die Gefahr ebenfalls, bei Frauen zum Beispiel aufgrund von Hormonveränderungen in den Wechseljahren.

Zu den Risikogruppen zählen außerdem Personen mit Blasenkathetern, anatomischen Veränderungen der Harnwege sowie bestimmten Erkrankungen (wie Diabetes oder Multipler Sklerose).4

Diagnose: So erkennt der Arzt eine Blasenentzündung

Zunächst erfolgt eine Anamnese. Das heißt, der Mediziner befragt dich zu deinen Symptomen und etwaigen Vorerkrankungen. Um eine Blasenentzündung sicher festzustellen, schließt sich danach ein Urintest an. Mithilfe eines Teststreifens erkennt der Arzt so erhöhte Werte von weißen Blutkörperchen und Nitrit – das lässt auf eine Zystitis schließen.

Tipps zur Vorbeugung

Du möchtest die unangenehmen Anzeichen einer Blasenentzündung gar nicht erst kennenlernen? Dann helfen dir vielleicht die folgenden Ratschläge, um sie zu vermeiden:

  • Wärme: Zieh dich warm an, vor allem im Lenden- und Intimbereich sowie an den Füßen. Unterkühlungen begünstigen womöglich die Entstehung einer Blasenentzündung.
  • Hygiene: Übertreib es nicht mit der Pflege im Intimbereich. Spezielle Spülungen und Lotionen können die Schleimhaut angreifen, wodurch Bakterien leichtes Spiel haben. Die Reinigung mit Wasser ist ausreichend.
  • Blasenentleerung: Auch wenn es unromantisch klingt – nach dem Sex solltest du direkt auf die Toilette gehen. So lässt sich einer Honeymoon-Zystitis vorbeugen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Achte darauf, ausreichend zu trinken. Das spült Krankheitserreger aus der Blase aus. Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag sollten es sein.

Wenn du eines der oben genannten Verhütungsmittel verwendest, kann außerdem auch ein Wechsel der Methode sinnvoll sein.

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