Influencer-Marketing: Was macht einen Influencer aus?

Der Markt ist unübersichtlicher geworden und komplizierter zu bespielen

Das Influencer-Marketing hat sich trotz widriger Umstände fest in der Marketingbranche etabliert. Zu Anfang wurde das Konzept noch belächelt und für nicht voll genommen. Der Markt ist jedoch unübersichtlicher geworden und für alle Beteiligten komplizierter zu bespielen.

Das Influencer-Marketing ist aktuell sicherlich eine der prägendsten Formen von Marketing. Das trifft insbesondere auf die Märkte rund um Mode, Reisen, Fitness und generell auf alle Bereiche zu, in denen Emotionen in Bild und Video gut transportiert werden können. Natürlich steht dabei der Wunsch im Vordergrund, das eigene Produkt bestmöglich in den Zielgruppen zu verankern und durch die ideale Werbeform zu verkaufen.

Diese Form des Marketings erfindet jedoch nicht das Rad neu. Es handelt sich um die klassische Ausprägung des Angebots auf die schon immer bestehende Nachfrage von Unternehmen, ihre Produkte über Meinungsmacher und Personen des öffentlichen Lebens zu vermarkten.

Risiken für jüngere Menschen

Die neuartig auslegte Form dieser Marketingstrategie bringt allerdings für viele Menschen ein großes Risiko mit. Insbesondere junge Individuen sind davon betroffen. Influencer sind für die jüngere Generation die Stars und Ikonen. Nicht wenige wollen den gleichen Weg wie ihre Vorbilder bestreiten und verzetteln sich in ihrer Naivität. Hinter der Fassade wird nicht erkannt, dass eine Menge Disziplin und Ressourcen aufgebracht werden müssen, um erfolgreicher Influencer zu sein.

Wer z.B. mit Reisen eine Gefolgschaft aufbauen möchte, wird unweigerlich mit finanziellem Aufwand konfrontiert werden. Dabei können Vergleiche mit einem Start-up unternommen werden, das ebenfalls eigenes Kapital investieren muss, um den erhofften Profit zu generieren.

Wer dieses Kapital nicht hat, muss es sich anderweitig besorgen – beispielsweise über ein Darlehen. Neben den herkömmlichen Hausbanken existieren mittlerweile eine Fülle an Online-Kreditinstitutionen wie beispielsweise Bon-Kredit, das schnell eine Finanzspritze zur Verfügung stellen kann. Die Gefahr ist jedoch immens, dass junge Menschen die Risiken hinter ihrem Vorhaben nicht erkennen und sich bereits am Anfang ihres Lebens in eine Schuldenspirale begeben.

Entwicklung des Influencer-Marketings

Während das Marketing auf dem amerikanischen Kontinent schon im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert Fuß fasste, dauerte es in Europa und speziell in Deutschland etwas länger. Der Zweite Weltkrieg hatte die Wirtschaft vor neue Herausforderungen gestellt. Doch spätestens gegen 1960 – mit dem Wandel des Marktes vom Verkäufer- zum Käufermarkt – sahen sich auch Unternehmen in den hiesigen Regionen genötigt, ihre Produkte marktorientiert zu positionieren.

Es dauerte nicht lange, bis findige Konzerne auf die Idee kamen, bekannte Persönlichkeiten für ihre Produkte werben zu lassen. Eines der bekannteren Beispiele dürfte Franz Beckenbauer mit seinem Engagement für Knorr Tütensuppen sein. In der modernen Ära sind Werbeträger ein ganz natürliches Phänomen. Die Unternehmen nutzen die Bekanntheit der Persönlichkeiten in der angepeilten Zielgruppe, um Traffic für sich selbst zu generieren.

Influencer-Marketing ist im Grunde eine Weiterentwicklung des Testimonial-Marketings und entwickelte sich aus dem Online- über das Social Media-Marketing. Über die sozialen Netzwerke können sich Menschen heutzutage eigene Zielgruppen und Reichweiten aufbauen. Dabei wird nicht selten in Nischen operiert, um eine sehr definierte Zielgruppe aufbauen zu können.

Sein oder Nichtsein

Die Definition eines Influencers unterscheidet sich je nach Blickwinkel. Granz grob formuliert ist generell jede Person, die Einfluss innerhalb einer Gruppierung üben kann, ein Meinungsmacher und Multiplikator. So gelten dann in manchen Definitionen auch Menschen, die gar keine eigenen Reichweiten besitzen, als Influencer im Bereich des Marketings.

Definiert man jedoch das Influencer-Marketing so, dass Personen über die eigenen Kanäle Follower adressieren, dann landet man schnell bei der etablierten Begriffserklärung: Influencer-Marketing ist eine Form von Online-Marketing.

Influencer in der Mache

Auch durch diese Aufweichung und sehr schwammigen Definitionen wird der Begriff Influencer mittlerweile inflationär benutzt. Um den eigenen Wert und die Bedeutung seiner Person zu erhöhen, vergeben sich einige selbst den Titel eines Influencers. Wer bis dato keine Reichweite hatte, der bedient sich kurzer Hand einiger Social-Bots.

Über die Zeit hinweg erkennt man relativ zügig die Prozesse, die den Markt bestimmen. Wer also nicht auf den Kopf gefallen ist, versteht schnell, wie man über gesteuertes Engagement auf den eigenen Posts zu erhöhter Relevanz kommt.

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