Weltweite Rechtslagen zum Glücksspiel

Wo es erlaubt oder verboten ist

Beim Thema Glücksspiel gehen die Meinungen weit auseinander. So verwundert der Umstand nicht, dass der weltweite Umgang teilweise sehr unterschiedlich ist. Während manche Regionen das Glücksspiel beinahe uneingeschränkt befürworten, ist es anderorts strikt verboten. Welche Rechtslagen in Deutschland und Europa, aber auch in den Vereinigten Staaten gelten, erklärt der nachfolgende Artikel.

Wie die Bundesrepublik Deutschland beim Glücksspiel verfährt

Deutschland versteht sich als Land, das grundsätzlich ausschweifendes Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht erforschen und eindämmen will. Deshalb lassen sich alle Glücksspiele innerhalb der Bundesrepublik Deutschlands nur mit einer vom Staat erteilten legalen Lizenz betreiben. Alle renommierten Anbieter, die unterschiedliche Glücksspiele wie Lotto oder Roulette anbieten, können daher eine solche Lizenz vorweisen. Auch deutsche Spielbanken im Test, die über die Landesgrenzen hinaus als beliebte Spielhallen bekannt sind, folgen den staatlichen Regulierungen. Anders sieht es bei den Angeboten im Internet aus. Grundsätzlich ist das Online-Glücksspiel in Deutschland aus rechtlicher Sicht verboten. Für Nutzer gilt es also, vorsichtig zu sein und die Identität eines Anbieters genau zu prüfen. Ein Interessierter, der auf solches Angebot eingeht, kann sich strafbar machen. Noch schlimmer wirkt sich allerdings der finanzielle Schaden aus, sobald ein Spieler einem unseriösen Anbieter auf den Leim geht.

Um alle Angebote besser kontrollieren zu können, unterzeichneten die Bundesländer in Deutschland einen einheitlichen Glücksspielvertrag. Das Bundesland Hessen bestimmte anlässlich der Vereinbarung 20 seriöse Anbieter, die folglich eine Konzession erhielten. Seitdem stagniert jedoch das Verfahren, um neue Anbieter zuzulassen. In erster Linie setzt sich der Staat dafür ein, die Verbraucher bestmöglich zu schützen. Für Spieler bedeutet dieser Umstand, sich nicht nur zu den Vorzügen der Spielbanken und Online-Casinos, sondern auch gut über die Rechtslage zu informieren. Denn das in Deutschland zugelassene Glücksspiel unterliegt dem Jugendschutz. Kinder und Jugendliche dürfen in öffentlichen Spielstätten sowie auf allen Veranstaltungen dieser Art nicht anwesend sein. Die Glücksspielbetreiber müssen jedoch nicht nur gängige Jugendschutzbestimmungen berücksichtigen. Laut Rechtslage sind sie ebenfalls angehalten, Stundensätze auf maximal 500 Euro Gewinn und 80 Euro Verlust zu begrenzen.

Private, in den eigenen vier Wänden stattfindende Glücksspiele bleiben von dieser Gesetzeslage natürlich nicht unberührt. Hier verbietet es das Gesetz nicht grundsätzlich, um echtes Geld zu spielen, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört, dass sich die teilnehmenden Personen untereinander kennen und im Turnierverband unregelmäßig um einen festen Einsatz spielen. Ein sogenanntes „Buy-in“, bei dem der Betrag aufgestockt wird, ist nicht erlaubt.

Wie Österreich und die Schweiz mit Glücksspielen umgehen

Österreich verbietet ebenso wie seine deutschen Nachbarn das Online-Glücksspiel. Dennoch verfügen in dem kleinen Land mehr als 2000 Anbieter über eine gültige Lizenz. Diese Anbieter dürfen den Österreichern und ausländischen Spielern ihre Dienste legal verfügbar machen. Die Schweizer Regierung spricht sich hingegen in einem neuen Gesetz vom Januar 2019 offen für das Online-Glücksspiel aus. Auf dieser Basis dürfen sowohl europäische, als auch Schweizer Casinos mit entsprechender Lizenz im Internet Spiele bereitstellen.

Glücksspielregelung in Italien

Das italienische Recht ist der deutschen Gesetzeslage zum Glücksspiel nicht unähnlich. Dies hängt insbesondere mit der starken Spielsucht der Italiener zusammen. Anders als in anderen Ländern verhalten sich mehr als eine Viertelmillion Italiener spielsüchtig. Infolgedessen sieht sich der italienische Staat bemüht, die Gesetzeslage zum Glücksspiel zukünftig weiter zu verschärfen: Es ist geplant, bis zu 30 Prozent aller aufgestellten Spielautomaten abzubauen. Zudem überlegen die Gesetzesgeber, die stündlich maximal mögliche Gewinnsumme von 500 auf 100 Euro zu verringern.

Die Casinos in Macau verzeichnen einen bis zu sechsfach höheren Umsatz als die Spielhallen in Las Vegas. ©Pixabay

Briten vergeben unterschiedliche Arten von Spiellizenzen

In Großbritannien entwickelt sich das Glücksspiel bis dato in einem liberalen Rahmen. Die Industrie floriert, sodass tausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dem Markt zusammenhängen. Sogleich vergibt die nationale Glücksspielkommission an nationale und internationale Betreiber Lizenzen. Jedoch müssen sich die Antragssteller vollumfänglich mit der nationalen Umgangsweise einverstanden erklären. Konkret bedeutet dies, Jugendliche von der Teilnahme auszuschließen und spielsüchtigen Menschen zu helfen. Da es keine Netzsperren gibt, ist der Schwarzmarkt der Online-Casinos schwächer als in anderen europäischen Ländern ausgeprägt. Dementsprechend sicher ist es für britische Einwohner und ausländische Gäste, im Land an Spielen teilzunehmen.

Glücksspiele sind in Asien gesellschaftlich anerkannt

Das Glücksspiel nimmt in vielen asiatischen Gesellschaften einen festen Platz im Leben ein. So ist es in dieser Kultur gang und gäbe, zu unterschiedlichen Anlässen zu spielen. Obwohl die Chinesen etwa jede Gelegenheit zum Spiel nutzen, ist öffentliches Glücksspiel in vielen Teilen des Landes untersagt. Nur spezielle Regionen wie etwa das als Sonderverwaltungszone angesehene Macau stufen das Glücksspiel als legal ein. Aus diesem Grund widmen sich einige Chinesen dem Glücksspiel gern auf Schifffahrten in internationalen Gewässern. Sobald die Schiffe außer Landes sind, starten Poker-Spiele, Mah-Jongg oder Würfelspiele.

Komplexe und vielschichtige Gesetzeslage in den USA

In kaum einem anderen Land auf der Welt sind die Rechtsbereiche so unübersichtlich wie in den Vereinigten Staaten geregelt. Landesweite Gesetze gibt es in Bezug auf Wettaktivitäten, die seit 1992 gemäß der PASPA (Professional & Amateur Sports Protection Act) gelten. Seit 2018 obliegt es den Bundesstaaten selbst, Sportwetten zu legalisieren und zu regulieren. Infolgedessen bieten inzwischen die Bundesstaaten Nevada, New Jersey, Delaware, West Virginia sowie Mississippi legal Sportwetten an.


Im US-amerikanischen Bundesstaat Arkansas sind die Glücksspiel-Gesetze derart veraltet, dass illegales Spiel lediglich mit wenigen Dollar Bußgeld bestraft wird. Das Spielen im Internet ist aufgrund der veralteten Gesetzeslage erlaubt. ©Pixabay

Insgesamt wird das Glücksspiel in den USA streng reguliert. Davon ausgenommen sind lediglich Atlantic City oder die Spiel-Metropole Las Vegas. Dort treten nicht nur Superstars wie Britney Spears auf, sondern auch allerlei andere Promis, die ihr Glück versuchen. In beiden Städten reihen sich die Casinos, die von Einheimischen und Touristen gleichermaßen besucht werden, aneinander. Insbesondere in Las Vegas geben sich die Menschen teilweise ungeniert dem Spielrausch hin. Internationale Besucher müssen jedoch wie amerikanische Staatsbürger mindestens 21 Jahre alt sein, um Zutritt zu erhalten.

Anders sieht es in anderen Teilen der USA aus, wo das Glücksspiel als illegal eingestuft wird. So gibt es in etlichen Bundesstaaten wie Alabama, Arizona, Idaho oder Texas sogenannte Indianer Casinos. Diese erlauben den amerikanischen Ureinwohnern, in ihren ursprünglich eigenen Gebieten kommerzielles Glückspiel zu betreiben. Der legale Betrieb fordert den Spielern allerdings enorme Gebühren ab, die deutlich höher als in Las Vegas ausfallen. Interessant hierbei ist der Fakt, dass die Indianer Casinos rechtlich unabhängig von ihren jeweiligen Bundesstaaten agieren. Dementsprechend hoch ist ihr Anteil am Gesamtumsatz der Branche, der beinahe die Hälfte aller nationalen Einnahmen beträgt.