Manager tobt: ORF zeigte statt Conchita Wursts ESC-Auftritt Werbung

Die Zuschauer konnten sie beim "Eurovision Song Contest" nicht singen hören

Als Conchita Wurst sang, wurde beim ORF Werbung gezeigt. Conchita Wurst spricht mit dem Sieger aus Schweden. Conchita Wurst freut sich mit ihrem ESC-Nachfolger.

Als Conchita Wurst, 26, im vergangenen Jahr den „Eurovision Song Contest“ gewann, wurde sie zu einem Vorbild vieler und zur Botschafterin des „ESC“ 2015. Doch nicht nur die Tatsache, dass Österreich und Deutschland mit Null Punkten den letzten Platz belegten, ist ein Grund zum Ärgern. Der Manager von Conchita ist außer sich, weil der Sender ORF die Sängerin durch eine Werbepause überspielte.

Als am Samstagabend, 23. Mai, die Abstimmungsphase in vollem Gange war, stand die Vorjahressiegerin Conchita Wurst auf der Bühne und performte. Doch davon bekamen die Zuschauer des ORF nichts mit, denn der Sender schaltete genau dort einen News- und Werbeblock. Grund zur Aufregung für René Berto, den Manager von Conchita Wurst.

Unrecht für Conchita Wurst

In einer Pressemittelung lässt er seinem Ärger freien Lauf. Der ORF habe Conchita Wurst „im Stich gelassen“ trotz ihrer Dienste, die sie seit dem Sieg 2014 ausgeführt habe. Denn Wurst habe alles getan, um den ESC zu unterstützen und zu promoten.

„Conchita wurde zur Gallionsfigur und Botschafterin des Song Contests 2015 in Wien, wo sie gleichzeitig als Moderatorin und als wesentlicher Bestandteil der Eröffnung der ORF-Übertragung mitwirkte", erklärt Berto. Conchita habe "der Welt die Bedeutung des Song Contests erzählt" und habe für Wien geworben, so der Manager enttäuscht.

Zuschauer wurden "ge- und enttäuscht"

Er schimpft, dass durch den Werbeblock, der Conchita Wurst ausgeblendet hat, „1,9 Millionen TV-Zuseher und Zuseherinnen des ORF ge- und enttäuscht“ wurden. „Damit lief die TV-Premiere der neuen Songs ‚You Are Unstoppable' - den Conchita übrigens den Fans des Song Contests gewidmet hat - und 'Firestorm' ohne ORF-TV-Zuseher“.

Was der ORF seinen Zuschauern damit angetan hat, stellt René Berto mit einem Vergleich dar:

Das wäre so, als ob man während des Elfmeterschießens um den WM-Titel einen Werbeblock sendet.

Der ORF erklärte bereits nach der Sendung, warum so viele Werbeunterbrechungen in die Show eingebaut werden mussten. Der „Eurovision Song Contest“ stelle demnach eine „außerordentliche finanzielle Herausforderung“ dar, die mithilfe von Werbung ermöglicht worden sei. Allerdings werde der Song Contest „den ORF in Summe weniger kosten als geplant“ – da hätte man den Auftritt von Conchita Wust also eigentlich noch zeigen können.