Mutig! 35 angebliche Cosby-Opfer posieren auf „New York Magazine"-Cover

Dem einst so beliebten TV-Vater wird Vergewaltigung in zig Fällen vorgeworfen

Gemeinsam gegen Bill Cosby: Auch wenn die mutmaßlichen Vergewaltigungen teilweise längst verjährt sind, wollen diese 35 Frauen ein Zeichen setzen.  Auch das ehemalige Model Janice Dickinson ging mit ihren Vorwürfen gegen Bill Cosby bereits an die Öffentlichkeit. Im Fokus der Schlagzeilen: Bill Cosby, der sich mit der „Bill Cosby Show

Die Vorwürfe sind erdrückend, die Ausreden kaum noch glaubhaft: Bill Cosby, 77, soll mindestens 35 Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt haben. Die meisten von ihnen hielten sich bisher aus der Öffentlichkeit zurück. Das ändert sich jetzt ... Für die aktuelle Ausgabe des „New York Magazine" vereinen sich seine mutmaßlichen Opfer, um ein Zeichen zu setzen und ihre Geschichte zu erzählen.

„Eine unerwünschte Schwesternschaft"

Cosby. Die Frauen - Eine unerwünschte Schwesternschaft" lautet der einfache wie schockierende Titel der neuesten Ausgabe des „New York Magazine". Darauf zu sehen, 35 Frauen, die eines gemein haben: Sie alle werfen dem einst so beliebten Entertainer und TV-Vater Bill Cosby vor, sie sexuell missbraucht zu haben.

Ruhig, den Blick geradeaus gerichtet und gestärkt durch ihre Mitkämpferinnen posieren die Frauen völlig unterschiedlichen Alters auf dem Cover-Foto. Der 36. Stuhl ist leer geblieben und steht für all jene möglichen Opfer, die ihre Geschichte bislang für sich behalten haben. 

Hätte eine „Langzeit-Studie" werden können

Sechs Monate sollen die Mitarbeiter an der Story rund um den Missbrauchs-Skandal um Bill Cosby gearbeitet haben. Dabei berichten die angeblichen Opfer von ihren traumatischen Erlebnissen mit dem heute 77-Jährigen. Wie das „New York Magazine" selbst erklärt, zeige ihr aufwendiger Beitrag, wie sehr sich das Bewusstsein und die Einstellung zu Vergewaltigungen über die Jahre verändert habe. 

In den 60er Jahren, als die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen Cosby laut wurden, wurde Vergewaltigung als etwas betrachtet, das Fremde verüben. Aber unter jüngeren Frauen und besonders im Internet gibt es ein starkes Verständnis davon, dass es extrem wichtig ist, darüber zu sprechen. Dass eine Frau, wenn sie ihre Opferrolle kommuniziert, im Kampf gegen Vergewaltigung viel stärker ist als jede andere Waffe.

Chelan Lasha stellt etwa fest: „Ich bin nicht mehr ängstlich. Ich fühle mich stärker als er."

 

„Ich habe ich geschämt", gibt Louisa Moritz zu Protokoll. 

 

1000-Seiten-Dokument offenbart Gräueltaten

Zuletzt belegten aufgetauchte Dokumente wohl, dass Bill Cosby bereits im Jahr 2005 den Missbrauch von Frauen eingeräumt hatte, wie das Portal „TMZ“ berichtet.

Die Nachrichtenagentur „Associated Press (AP)“ hat die Veröffentlichung der Akten eingeklagt, die von den Anwälten des Stars verhindert werden sollte.

Damals hatte Andrea Constand, eine Angestellte der Philadelphia University, ein Verfahren gegen Cosby eröffnet, allerdings einigte man sich später auf die Zahlung einer Geldsumme.

Zu dem Zeitpunkt sagte er offenbar aus, dass er das Mittel Methaqualon einsetzte, um Frauen für anschließenden Sex gefügig zu machen. Der Schauspieler hatte seine Aussage unter Eid abgelegt.