Obst und Gemüse: Roh ist Trumpf

Unter 42 Grd ist alles erlaubt

Ein Möhrchen, ein Stück Gurke, ein Tomatenviertel – ohne alles: Das dürften die meisten von uns vor sich sehen, wenn sie das Wort „Rohkost“ lesen. Gut also, dass die Trendköche ihre Rezeptsammlungen zum Thema unter dem Begriff „Raw Food“ verkaufen – das klingt sexy und nach etwas, das wir sofort vernaschen wollen. Und gesund soll es ja auch noch sein! Kein Wunder, dass Stars wie Uma Thurman, Madonna, Demi Moore oder Nena oft in Raw-Food-Restaurants einkehren, die auch bei uns immer zahlreicher werden. Grund genug, den Trend einmal unter die Lupe zu nehmen.

Fisch, Fleisch – und natürlich Gemüse: Trend-Restaurants servieren immer öfter kalte Gerichte. Mit Omas Rohkostteller haben sie nichts gemein – aber mit gesunder Ernährung, die schmeckt.

Was bedeutet Raw Food?

Die Maxime der Rohköstler: Nur Lebensmittel essen, die nicht über 42 Grad erhitzt sind. So behält das Essen Farbe, Vitamine und Enzyme, die die Verdauung erleichtern. Zudem bleibt Obst und Gemüse, das auf der Raw-Food-Zutatenliste ganz oben steht, auf diese Weise schön knackig. Und man vermeidet krebserregende Stoffe, die etwa beim Braten entstehen.

Ist Rohkost nicht zu einseitig?

Überhaupt nicht. Salat, Smoothie, Carpaccio, kalte Suppen, Gemüsenudeln, Aufstriche, Pesti – und sogar Brot und Kuchen: Wer auf Raw Food setzt, muss auf nicht viel verzichten. Mit ein wenig Einsatz hat man in kurzer Zeit sogar leckere „Ceviche“ auf dem Teller – ein Gericht aus Peru, bei dem roher Fisch mit Zitrone mariniert und mit würzigem Gemüse wie Sellerie ergänzt wird.

Wo finde ich gute Rezepte?

Wer Raw Food genießen will, sollte Anregungen ausgewiesener Rohköstler nutzen – auf viele Gerichte kommt man einfach nicht von selbst. Einen guten Einstieg bietet das Buch von Gabriele Gugetzer: „Roh“(GU, 24,99). Auch Blogs der Raw-Food-Verfechter machen Appetit auf sommerlich-leichtes Hitzefrei auf dem Teller. Zum Beispiel www.rohkostlady.de: Hier finden sich Rezepte wie Couscous aus Blumenkohl. Klingt seltsam, schmeckt aber. So gut, dass manche damit quasi „aus Versehen“ Veganer werden