25. Jahre nach 9/11: Donald Trump verwirrt mit angeblicher Rettungsstory vom 11. September

Am heutigen 11. September 2026 jährt sich der Anschlag auf die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York zum 25. Mal. In dem Zusammenhang äußerte sich auch US-Präsident Donald Trump und schilderte seine Erinnerungen an diesen schwarzen Tag in der Geschichte Amerikas. Doch die weichen möglicherweise etwas von der Realität ab ...

Donald Trump winkt, im Hintergrund sind die Türme des World Trade Centers in New York nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu sehen
Widersprüchliche Erinnerungen: Donald Trumps angebliche Rettung durch Feuerwehrmänner am 11. September 2001 lässt sich durch keinerlei Fakten belegen.© Getty Images

25 Jahre nach 9/11: Donald Trump irritiert mit eigener Rettungsgeschichte

Der 11. September 2001 ging als schwarzer Tag in die Geschichte ein: Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York kamen damals fast 3.000 Menschen ums Leben, bis heute sind weitere Tausende Menschen an den Folgen der Katastrophe verstorben. In diesem Jahr jährt sich "9/11" zum 25. Mal - und in dem Zusammenhang kam auch US-Präsident Donald Trump (80) wenige Tage vor dem Jahrestag während einer Rede in Washington D.C. auf die Ereignisse zu sprechen. Dabei schilderte er seine Erinnerungen an den schrecklichen Tag.

Widersprüchliche Behauptungen: War der US-Präsident selbst am Ground Zero?

Dabei für viele irritierend: Donald Trump behauptete plötzlich, am 11. September 2001 selbst am sogenannten Ground Zero gewesen und letztlich von Feuerwehrmännern gerettet worden zu sein: "Ich möchte auch meinen eigenen Leuten danken. Ich habe gerade ein großes Gebäude in New York gebaut und habe die gesamte Mannschaft gleich nach diesem Vorfall dorthin gebracht." Dann hätten die Türme plötzlich angefangen, zu knarren, bevor sie einstürzten: "Wir dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen, und da waren zwei Feuerwehrmänner, große, kräftige Kerle." Und weiter:

Und ich bin nicht gerade der Kleinste auf der Welt. Sie packten mich unter den Armen und sagten: 'Wir müssen hier raus.' Und sie hoben mich buchstäblich hoch. Das ist gar nicht so einfach. Ich bin kräftig gebaut. Sie hoben mich hoch und rannten mit mir los. Ich sagte: 'Leute, ich kann selbst laufen', aber sie waren einfach unglaublich.

Donald Trump

Auch darüber hinaus erweckte Trump den Eindruck, am 11. September selbst an der Unglücksstelle gewesen zu sein: "Ich habe noch nie eine so unglaubliche Ansammlung von Stahl und – leider – Leichen und allem, was man sich nur vorstellen kann, gesehen", so der 80-Jährige weiter.

Doch die Aussagen werfen Fragen auf, denn: Es gibt Interviewaufzeichnungen von Donald Trump, die am 11. September 2001 entstanden sind. Im Interview mit dem Lokalsender "WWOR-TV" soll Donald Trump damals geschildert haben, die Anschläge von seinem mehrere Kilometer weit entfernten Büro aus dem Fenster verfolgt zu haben. Und damit nicht genug, denn der heutige US-Präsident soll geschmackloserweise außerdem betont haben, nach dem Kollaps der "Twintowers" nun das höchste Gebäude New Yorks zu besitzen:

Die 40 Wall Street war tatsächlich das zweithöchste Gebäude in der Innenstadt von Manhattan, und bevor das World Trade Center gebaut wurde, war es das größte. Als dann das World Trade Center gebaut wurde, galt es als das zweithöchste, und jetzt ist es das höchste. Ich habe gerade mit meinen Leuten gesprochen, und sie sagten, es sei ein unglaublich beeindruckender Anblick.

Donald Trump 2001

Feuerwehrchef widerspricht Trump: "Mir ist niemand bekannt, der ihn dort gesehen hat"

Obwohl Donald Trump in den Tagen nach "9/11" laut verschiedener Faktenprüfer mehrfach in der Nähe des Ground Zero gesehen worden sein soll, würde es keinerlei Belege dafür geben, dass er an jeglichen Bergungsarbeiten beteiligt oder überhaupt selbst vor Ort gewesen sei. Schon 2019 hatte Richard Alles, der 2001 Einsatzleiter einer New Yorker Feuereinheit war und damit als einer der ersten Einsatzkräfte vor Ort war, Zweifel an Donald Trumps Schilderungen: "Davon gäbe es Aufzeichnungen. Alle arbeiteten unter der direkten Aufsicht der Polizei, der Feuerwehr und des gemeinsamen Einsatzleiters der Rettungsdienste (…) Mir ist niemand bekannt, der ihn dort jemals gesehen hat."

Dennoch beteuerte der 80-Jährige in seiner Rede in Washington: "Wir werden das niemals vergessen. Das sagen wir, und das meinen wir auch so." Und immerhin damit hat er auf jeden Fall recht …

Verwendete Quellen: Focus Online, t-online.de

Kommentare

Bitte bleib respektvoll — es gelten unsere Community-Regeln.

Noch keine Kommentare — sei die oder der Erste.

Mehr zum Thema

Inhalte im Überblick