
So schwer war die Jugend von "Alles was zählt"-Star Francisco Medina
Dass es im Leben Höhen, Tiefen und überraschende Wendepunkte gibt, hat Schauspieler und Coach Francisco Medina (49) selbst erlebt. Millionen Fans kennen ihn als Maximilian von Altenburg aus der RTL-Erfolgsserie "Alles was zählt". Wenn Francisco Medina den Bildschirm betritt, verkörpert er den glatten, kühlen Strategen. Im echten Leben musste der TV-Star aber einiges durchmachen …
Als Kind zurück nach Chile: "Es war ein Albtraum"
Geboren wurde er 1977 in Rostock. Kurz zuvor kamen seine Eltern als politische Flüchtlinge aus Chile nach Deutschland. Während sie versuchten, hier Fuß zu fassen, wuchs Francisco behütet auf. Zuerst in Rostock, später in Berlin. "In den 1980ern sind wir dann zurück nach Chile gegangen, weil meine Eltern dachten, dass es dort wieder sicher sei", erinnert sich Francisco. Ein Trugschluss.
Chile war ein Albtraum. Alles war anders: Die Kultur, die Menschen, die Art, wie man lebte. Chile war eine Diktatur, weit entfernt vom Sozialismus, mit dem ich aufgewachsen war.
Misstrauen, Bedrohungen und die Angst vor der Geheimpolizei gehörten für die Familie zum Alltag. "Meine Eltern haben immer für Menschenrechte und Gerechtigkeit gekämpft." Damit machten sie sich nicht nur selbst zur Zielscheibe, sondern ihren Sohn auch zum Außenseiter. In dieser Zeit wurde seine chilenische Großmutter Lola zu seiner engsten Bezugsperson. Doch auch sie hatte mit inneren Dämonen zu kämpfen, war im einen Moment voller Liebe für ihren Enkel und lehnte ihn im nächsten mit grausamen Worten ab. Es war eine Zeit, die tiefe Narben auf Franciscos Seele hinterließ und ihn zu einem verschlossenen jungen Mann machte.
Es war schwer, meinen Frieden mit diesem Teil meiner Kindheit zu schließen, aber ich wollte mich nicht unterkriegen lassen.
Schattenseite des TV-Erfolgs: "Irgendwann fühlte ich mich einfach nur noch leer"
Francisco spürte schon früh, dass er sich auf der Bühne lebendig fühlte und seine Emotionen dort in Kraft verwandeln konnte. Die Entscheidung, nach dem Abi ein Schauspiel-Studium zu absolvieren, lag also nahe, zumal seine Eltern beruflich eng mit dem Theater verbunden waren. Danach spielte er an großen staatlichen Bühnen – unter anderem in Bad Hersfeld –, ehe er sich fürs Fernsehen entschied. In der TV-Serie "Alles was zählt" ist er mit einigen Unterbrechungen seit Jahren zu sehen und kam seiner Hauptrolle als Maximilian von Altenburg in den letzten Jahren dabei immer näher. Doch der Erfolg brachte auch Schattenseiten mit sich.
Je höher ich stieg, desto mehr verlor ich den Bezug zu mir selbst. Irgendwann fühlte ich mich einfach nur noch leer.
Es folgte ein harter Weg der Selbsterkenntnis und der Rückzug aus dem TV. Selbstfindung Neben dem Schauspiel geht er nun seiner zweiten Berufung nach und ist Coach und Mentor, unter anderen für Spitzensportler. Er unterstützt Menschen dabei, wieder die Hauptrolle in ihrem Leben zu übernehmen. "Wenn man das Gefühl hat, nur noch ein Statist im eigenen Leben zu sein, ist es Zeit, neue Wege zu gehen. Veränderungen kosten Mut, aber nichts ist kraftvoller als der Moment, in dem wir aufhören, zu warten und anfangen, zu handeln." Heute sagt er stolz: "Ich bin mit mir im Reinen."
Dieser Artikel erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe von "Frau mit Herz" - jede Woche neu am Kiosk!







