Daniel Craig im großen Interview

James-Bond-Star packt aus

Der James-Bond-Star Daniel Craig im großen OK!-Interview: Der James-Bond-Star wurde zweimal hintereinander zum "Best Dressed Man" gewählt und kann mit seinem Ruf als Sexsymbol gut leben. Seine Geliebte anscheinend auch...

Im Herbst startet der nächste 007-Film, gefolgt von dem Weltkriegsdrama „Defiance“. Hätten Sie sich so eine Karriere je erhofft?

Die Welt, in der ich mich jetzt bewege, befand sich früher noch nicht mal auf meiner Landkarte! (lacht) Ich komme aus sehr bescheidenen Verhältnissen und besaß nie mehr Ehrgeiz, als von der Schauspielerei leben zu können und dabei Spaß zu haben. Inzwischen sind gute Hotels und Privatflugzeuge hinzugekommen – eine Notwendigkeit, aber ich will mich nicht beschweren. (lacht)  

Äußerlich scheinen Sie von Bond inspiriert worden zu sein. Sie wirken stets sehr elegant …

Sie hätten mich mal heute Morgen sehen sollen, da wäre mir der „Best Dressed Man“-Preis gleich wieder aberkannt worden. Aber Sie haben recht: Ich bin von Bond inspiriert, indem ich seine Garderobe für meinen Privatgebrauch klaue. Nun habe ich endlich ein paar hervorragende Anzüge im Schrank.

Werfen sich Ihnen die Frauen seit Ihrem Durchbruch reihenweise an den Hals?

Gelegentlich überfällt mich meine Freundin. (lacht) Nein, meine schauspielerischen Beweg- gründe liegen nicht darin, das andere Geschlecht beeindrucken zu wollen. Die Zeiten, in denen ich den Stuntman gab und mich vor meinen Schul-kameradinnen vom Baum stürzte, sind zum Glück längst vorbei.

Wie haben Sie sich trotz des Hollywood-Trubels eine stabile Beziehung erhalten können?

Indem ich Details zu diesem Thema nur Leuten anvertraue, die meine Liebsten auch kennen.

Wie gehen Ihre Freunde mit Ihrem Ruhm um?  

Sie machen sich in der Kneipe über mich lustig, wenn sie mir die Gerüchte aus der Klatschpresse vorhalten. Oder sie schenken mir James-Bond-Actionpuppen. Was Freunde eben so machen: Sie sorgen dafür, dass mein Kopf auf den Schultern bleibt.

Gehen Sie mit Ihrem Ruf als Sexsymbol ebenso gelassen um?
Was sonst? Sollte ich in Therapie gehen und über den Druck jammern? Ein Sexsymbol ist doch heutzutage jeder, der ­geradeaus in eine Kamera blicken kann. Ich nehme das nicht ernst und warte, bis sich die Aufregung gelegt hat.

Wenn Sie auch für den neuen Bond wieder mächtig Ihren Körper trainiert haben, heizen Sie die Aufregung sowieso weiter an!

Bond ist ein Krieger, und ich will, dass er auch im Smoking wirkt, als ob er ­jederzeit mit bloßen Händen töten könnte. Das funktioniert nicht, wenn ich mit Bierbauch zum Dreh erscheine. Aber persönliche Eitelkeit spielt da für mich keine Rolle.

Was machen Sie in Ihrer wenigen Freizeit?

Wann immer es die Zeit erlaubt, fahre ich in ein verstecktes Dörfchen nach Frankreich, wo ich so viel esse und Rotwein trinke wie nur möglich. (lacht)

Stimmt es, dass Sie dann auch meditieren?

Nur wenn Sie eine gute Mütze Schlaf als Meditation bezeichnen wollen. (lacht) Mir reicht ein Bett, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Obwohl mich fernöstliche Lebenskultur zunehmend interessiert: Von allen Städten, die ich dank meines Berufs bereisen durfte, hat mich Hongkong mit Abstand am meisten fasziniert.

Apropos Alkohol: Können Sie eigentlich einen guten Martini mixen?

Sie ahnen ja nicht, wie schwer es ist, einen guten Martini zu finden. Ich bin da sehr anspruchsvoll. Nicht nur wegen James Bond, sondern weil ich jahrelang hinter diversen Theken gearbeitet habe und tatsächlich weiß, wie man diesen Drink korrekt serviert.

Welchen Ihrer Jobs vor der Schauspielerei haben Sie am meisten gehasst?

Ich musste mal in einer Fabrik Computer-Komponenten am Fließband zählen. Das war direkt nach Beendigung der Schule, und selbst ein Kopfschuss wäre während dieses Jobs eine willkommene Abwechslung gewesen.

Was ist der größte Luxus, den Sie sich von Ihren Gagen geleistet haben?

Mein Geld liegt abgepackt unter meinem Kopfkissen. (lacht) Ich bin nicht der Typ, der sich mit teuren Statussymbolen umgibt – ich hätte zu viel Angst, alles bald wieder vom Pfandleiher abgenommen zu bekommen, wenn sich unweigerlich Misserfolge einstellen. Außerdem: Beim James-Bond-Dreh habe ich genug schöne Autos zur Verfügung, um meinen Spieltrieb zu befriedigen!

Steigt Ihre Gage für Bond eigentlich mit jeder weiteren Fortsetzung?

Mein Vertrag ist tatsächlich so angelegt, dass sich die Summe beträchtlich erhöht … Aber Moment mal, was rede ich hier eigentlich? Ich bin Brite – und in unserem Land gilt es als unhöflich, öffentlich über Geld zu sprechen …

Roland Huschke