Monica Belucci im Interview

Italien erotischte Frau

Monica Bellucci im großen Interview mit OK!. Italiens erotischte Frau mag keine netten Männer und gerade die dunklen Seiten des Lebens interessieren sie. Bellucci: "Ich bin kein braves Mädchen!"

Es kommt einem Ereignis gleich, wenn sie zu einer Premierenparty erscheint. Vielleicht liegt das daran, dass sich Monica Bellucci niemals ganz für Holly­wood entschieden hat. Nach wie vor lebt die Diva des italienischen Films in Rom und arbeitet auch am liebsten in ihrem Heimatland. Ist das Drehbuch allerdings entsprechend, lässt sich die 43-Jährige ebenso gern mal in Frankreich oder, wenn es sein muss, in den USA vor die Kamera bitten. OK! traf die Schöne am Rande der Premiere ihres aktuellen Films „Sanguepazzo“ – und war tief beeindruckt …

Frau Bellucci, Sie sehen umwerfend aus! Sie wissen, dass Sie ein Schönheitssymbol sind, oder?

… ja, ja, manche behaupten das. Aber die haben mich noch nicht am Morgen gesehen. Zerzaust, unausgeschlafen und ungeschminkt.

Tun Sie viel für Ihr Aussehen?

Nein, dafür bin ich viel zu faul. Was man für sich selbst tut, ist sowieso nicht wichtig. Das Entscheidende ist, dass man geliebt wird. Wenn es ein Schönheitsgeheimnis gibt, dann ist es das Selbstbewusstsein.

Und das haben Sie?

Klar, ich bin Schauspielerin. Ich stehe gern im Mittelpunkt. Und natürlich merke ich, dass Männer auf mich reagieren. Ich musste mir nie den Kopf zerbrechen, wie ich einen kennenlerne. Die kamen alle von selbst angelaufen.

Und denen zeigten Sie dann die kalte Schulter?

Nein, ich habe immer Männer gebraucht. Es ist nicht normal, allein zu sein. Es ist nur schwierig, den ganz Besonderen zu finden.

Aber den haben Sie wohl in Vincent Cassel gefunden. Schließlich sind Sie seit neun Jahren mit ihm verheiratet. Warum ist er der Richtige?

Vielleicht, weil wir uns so gut ergänzen. Ich bin  eher ruhig, und er ist ein wilder Junge. Ich mag keine Männer, die nur nett und positiv sind. Zum Licht gehört auch Schatten.

Aber die dunkle Seite des anderen kann doch auch Angst machen …

Was Angst macht, ist doch auch sehr aufregend. Mich fasziniert die dunkle Seite des ­Lebens. Und ich will wissen, welche Geheimnisse ein Mann zu verbergen hat.

Finden Sie Vincent auch körperlich attraktiv?

Natürlich, was denken Sie denn?

Wie reagieren Sie, wenn andere Frauen das auch so empfinden?

Können Sie sich vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, den kein anderer Mensch haben will? Ich liebe das Risiko. Eine Beziehung muss unvorhersehbar sein.

Gibt es etwas, was Ihren Mann an Ihnen stört?

Meine Unentschiedenheit ist ein bisschen nervig. Aber was soll ich machen? Mein Sternzeichen ist die Waage.

Haben Sie Angst davor, mit dem Alter – auch für Ihren Mann – weniger attraktiv zu werden?

Wer sagt denn, dass ich dann weniger attraktiv werde? Es ist gut, sich zu verändern. Abgesehen davon gehöre ich sowieso schon zum alten Eisen. Meine fast vierjährige Tochter Deva ist viel schöner als ich.

Wie hat sich Ihr Leben durch Deva verändert?

Ich fühle mich viel stärker. Es ist so langweilig, wenn man sich nur mit sich selbst beschäftigt. Mein ganzes Leben ist jetzt auf Deva ausgerichtet. Ich versuche, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen.

Möchten Sie noch mehr Kinder?

Wenn die Zeit dafür gekommen ist, unbedingt. Bei Deva war ich ganz und gar bereit dafür. Es ist wunderschön, Kinder auf die Welt zu bringen.

Sie haben im Laufe Ihrer Karriere einige sehr extreme Situationen gespielt – etwa in „Irreversibel“, wo Sie brutal vergewaltigt werden. Würden Sie so einen Film jetzt als Mutter immer noch drehen?

Aber sicher. Ich bin eine gute Mutter, doch ich bin auch eine Schauspielerin. Und als Schauspielerin bin ich kein braves Mädchen.

Das heißt, Sie werden auch weiterhin Nacktszenen drehen?

Nicht dann, wenn der Regisseur nur darauf aus ist, mich nackt zu präsentieren. Es muss schon einen Sinn ergeben. Ich mag es aber durchaus, meinen Körper zu zeigen. Ich habe ein sehr harmonisches Verhältnis zu ihm. Nackt zu sein, ist doch etwas Schönes, finden Sie nicht?

Rüdiger Sturm