OK! traf Jimi Blue Ochsenknecht

Über seinen berühmten Vater und das Erwachsenwerden: 'Ich wollte selber auf die Schnauze fliegen'

Jimi Blue Ochsenknecht, 20, hat nicht nur einen berühmten Namen, sondern will nach seiner Rolle bei "Die wilden Kerle" auch im ernsten Schauspiel-Genre wahrgenommen werden. Mit OK! sprach der Newcomer über seine schwierige Rolle als Vergewaltiger in “Kleine Morde“, seinen berühmten Vater und das Erwachsenwerden.

In “Kleine Morde“ (ab 20. September im Kino) spielst Du einen jungen Mann, der eine Frau vergewaltigt. Was hat Dich denn so gereizt an der Story?

Ja, also auf jeden Fall als Allererstes, dass es natürlich etwas Anderes ist, als das, was ich vorher gemacht habe. Und das war für mich eine große Herausforderung einfach, weil ich halt so etwas noch nie gespielt hatte und ich halt immer Lust hatte auf so etwas. Und es war auf jeden Fall das Thema, was mich gereizt hat.

Wie bereitet man sich denn vor, einen Psycho zu spielen? Was war denn Dein Supertrick?

Es war schwierig, sich darauf vorzubereiten, weil ich ja im Privatleben auch kein Psycho bin. Also glaube ich zumindest! Erst mal wusste ich gar nicht, wie ich mich darauf vorbereiten sollte. Ich hab mich mit dem Regisseur dann ein paar Mal getroffen und wir haben auch oft telefoniert, wie die Rolle ist und so. Bei schwierigen Szenen haben wir halt auch noch Proben gehabt. Also alles Step by Step.

Gibt Dir Dein Vater da eigentlich noch Ratschläge?

Eigentlich nicht. Also früher hat er uns das immer angeboten, wenn wir Hilfe brauchen, dass er da ist und wir ihn immer fragen können. Aber ich wollte es halt immer selber lernen und dann auch selber auf die Schnauze fallen.

Aber wenn ihr jetzt zusammen in einem Film spielt, ist es dann so, dass er auch Anweisungen gibt oder hält er sich da komplett zurück?

Nee, da hält er sich eigentlich zurück. Bei diesem Film haben wir uns am Set gar nicht gesehen. Also ich glaube auch wenn wir beide jetzt zusammen drehen würden, dann würde er auch nichts sagen, sondern er lässt mich dann einfach meinen Job machen. Und das finde ich auch gut!

Deine Fans sind praktisch mit Dir mitgewachsen und wollen jetzt auch andere Dinge. Bist du denn sehr gespannt, wie sie darauf reagieren?

Ja, ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sie darauf reagieren. Ich denke ein paar werden natürlich auch erschrocken sein, weil sie mich in so einer Rolle noch nicht gesehen haben. Und ich meine, die Fans werden auch älter und wollen sich ja nicht immer Kinderfilme angucken und deswegen finde ich den Schritt jetzt auch ganz wichtig, den ich mache.

Und Leute auch mal zu Schocken ist das, was man als Schauspieler wahrscheinlich auch will, oder?

Na klar! Ein paar werde ich auf jeden Fall damit schocken, aber ich bin echt gespannt auf die Reaktion! Ich hoffe, sie ist gut.

Was wäre denn so eine Botschaft, die Du nach außen bringen willst an die Leute, die Dich noch von damals kennen? Wie würdest du das in einem Satz beschreiben, wie Deine neue Richtung sein soll?

Auf jeden Fall älter, erwachsener. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, was ich will. Ich glaube, wenn man noch jünger ist, weiß man das halt nicht wirklich, da ist man ja immer noch auf der Suche. Ich will weiterhin Filme machen, ich will ernst genommen werden. Und in dem Genre, wie jetzt bei 'Kleine Morde', will ich mich auch weiterhin bewegen.

Machst Du eigentlich nebenbei noch Musik?

Ja, genau. Wir sind gerade dabei, das neue Album zu machen. Das wird auf jeden Fall noch in die Poprichtung gehen, aber halt viel älter. Mit den Texten von früher, kann man das auch nicht wirklich vergleichen. Jetzt hat man auch ganz andere Interessen in dem Alter.