Mateos große DSDS-Abrechnung - 'Ich schulde Dieter nichts!'

Im exklusiven OK!-Interview stellt der Juror klar: 'Ricardo hätte im Finale stehen müssen'

Die zehnte Staffel "DSDS" ist vorbei und die Schlagersängerin Beatrice Egli, 24, ging als Siegerin hervor. Doch bis es soweit war, sorgten einige Kandidaten und Juroren für teils heftige Schlagzeilen. Mateo Jaschik, 34, Bandmitglied bei Culcha Candela, saß zum ersten Mal mit in der Jury und musste sich den gewohnt harten Sprüchen Dieter Bohlens, 59, stellen. Doch anders als seine Vorgänger lässt der sich gar nichts gefallen. Im exklusiven OK!-Interview rechnet er mit dem Poptitan ab, sagt, welcher Kandidat seiner Meinung nach ins Finale gehört hätte - und was sich an der Castingshow künftig ändern muss.

Mateo, wir würden gerne noch mal etwas genauer deine Sicht der Dinge zu "DSDS" erfahren. Es gab ja jede Menge Aufruhr bezüglich einiger deiner Kommentare gegen Bohlen, Heino und Andrea Berg. Warst du ernsthaft aufgebracht, dass Dieter Bohlen Schlagersänger in die Jury holte - oder war das alles eher augenzwinkernd gemeint?

Mateo: Ich nehme für mich in Anspruch, Humor zu haben. Aufgebracht war ich tatsächlich nie – schon gar nicht wegen Andrea Berg oder Heino. Über beide habe ich übrigens auch nie ein schlechtes Wort verloren, im Gegenteil. Nur weil ich Schlager nicht höre, lasse ich noch lange nicht den nötigen Respekt für dessen Protagonisten vermissen. Ich wiederhole mich gerne: Die Art, in der uns diese Engagements vom Sender mitgeteilt wurden, fand ich scheiße. 'Andrea kommt' und nicht 'Was haltet ihr davon?'. In Verbindung mit den von Dieter Bohlen ausgehenden, sich ständig wiederholenden Pöbeleien 'Meine Kollegen haben keine Ahnung' und 'Ich kann hier jeden und Leute mit Ahnung holen' war das nicht zu ertragen und ich musste reagieren. Ich wiederhole: reagieren. Dieter Bohlen ist das Gesicht von 'DSDS'. Er hat viel erreicht. Auch davor habe ich Respekt. Ich schulde ihm aber nichts und habe meinen Juroren-Vertrag auch nicht mit ihm. Deshalb muss ich mir für kein Geld der Welt solche Sprüche anhören – ich habe einfach nur meinen Job gewissenhaft gemacht. Dass es in zehn Jahren 'DSDS' keine Widerworte gegen Dieter Bohlen gegeben hat und ich jetzt als 'Typ mit eigener Meinung' wahrgenommen werde, wundert und freut mich zugleich. Lang hat's gedauert...

Wie stehst du jetzt, nachdem 'DSDS' vorbei ist, zu der Show? Was nimmst du aus der Show an Erfahrungen mit?

Mateo: Noch nie habe ich so viele höfliche und professionelle Menschen bei einer TV-Produktion erlebt. Das ist umso krasser, wenn man bedenkt, wie groß diese Show ist - und ich meine auch die tatsächliche Größe, die Bühne, die Anzahl der Kolleginnen und Kollegen dort und so weiter. Ich durfte sehr viele gute Erfahrungen machen und bin dabei geblieben, 100 Prozent real. Das war mein Ziel. DSDS und alle anderen Sendungen, die Live-Musik im deutschen Fernsehen eine Plattform geben, muss ich als aktiver Musiker unterstützen – da gibt es nichts zu verteufeln. In Zukunft möchte ich neben der Musik gern weiter etwas im Fernsehen machen. Bei 'DSDS' hab ich mein Profil gestärkt und geschärft. 

Wie ist deine persönliche Meinung zum Sieg von Beatrice? Warst du zufrieden mit der Publikumsentscheidung? Wer hätte für dich im Finale stehen sollen?

Mateo: Das ist der einzige Wermutstropfen: Wenn es nur nach der Stimme gegangen wäre, hätte definitiv Ricardo im Finale stehen müssen. Das war der mit Abstand beste Sänger. Das sehen auch meine Kollegen so. Nur die Zuschauer entscheiden halt auch nach persönlicher Sympathie und hören, glaube ich, nicht immer so genau hin. Ich würde mir da mehr Macht für die Jury wünschen oder ein Veto, denn so wie bisher macht das Ganze nicht immer einen Sinn. Ich gönne es Beatrice vollkommen. Sie ist eine sehr gute Sängerin. Ich meine aber, dass es dem Profil der Sendung guttun würde, wenn da etwas geändert wird. Vor allem sollten in der Jury - sorry Dieter! – ausschließlich Menschen sitzen, die wirklich Ahnung von Musik haben und keine eigenen Pläne verfolgen.

Wie war das Verhältnis zwischen dir und Dieter Bohlen wirklich? Gab es tatsächlich Auseinandersetzungen? Und wie seid ihr nun auseinandergegangen? Wie hast du dich mit Tom und Bill Kaulitz verstanden?

Mateo: Ich habe Dieter Bohlen in meiner kleinen Dankesrede (Anm. d. Red.: in der Show und auf seinem Facebook Account) bewusst nicht erwähnt, denn ich habe ihm nichts zu verdanken. Das Verhältnis war gut, bis er auf Curacao irgendwann anfing mit diesem 'die haben keine Ahnung'. Ich habe ihm seinerzeit sofort unter vier Augen gesagt, dass das nicht geht, weil er damit uns und die Show in ein schlechtes Licht stellt. Dann war zwar kurz Ruhe, aber irgendwann ging es wieder los - und das vor einem Millionenpublikum! Ist doch klar, dass ich da nicht meinen Mund halte, denn so ein paar Jährchen bin ich auch schon dabei. Wir haben uns dann immer noch 'Hallo' und 'Ciao' gesagt, bis vor der Sendung mit Heino. Ab da hat er kein Wort mehr mit mir gesprochen. Ich denke, das hat nicht nur etwas mit mir persönlich zu tun, denn ich habe ihn ja nie beleidigt. Mit den Twins habe ich mich sehr gut verstanden. Das sind nette Typen. Tom hat einen sehr guten Humor. Ich kann es ihnen auch nicht übel nehmen, dass sie sich nicht laut gegen die Pöbeleien von Dieter Bohlen wehren wollten, denn ihr Manga-Rock-Image ist ja eher ein friedliches. Die haben bei Bohlens Sprüchen aber auch vielfach mit den Augen gerollt.

Interview: Julia Peres