Heino 'muss sich nicht mit den Toten Hosen unterhalten'

Der Musiker exklusiv in OK! über seinen momentanen Höhenflug

Er hat in den letzten Monaten für reichlich Kontroverse gesorgt - Heino, 74, alias Heinz Georg Kramm, Schlagerstar seit den 60ern, spaltet mit seinem Coveralbum "Mit freundlichen Grüßen" gerade die Gemüter. Die einen liebes es, doch von anderen muss er sich allerlei Anfeindungen anhören. Wie er dazu steht, was er über den Schlagerhype denkt und was er musikalisch noch vorhat, erzählte im exklusiven OK! Online Interview. Und eins wird dabei absolut klar: Der Mann ist stolzer Vollblutmusiker.

Sein Album hat es an die Spitze der Charts geschafft und wurde so oft heruntergeladen, wie kein anderes deutsches Werk zuvor. Obwohl er schon immer steten Erfolg mit seiner Musik feiern konnte, hat er diesen Triumph nicht kommen sehen: "Ich hab mit Medien-Aufmerksamkeit gerechnet, aber dass es sich so gut verkauft, dass ich sogar Platin bekomme, damit habe ich nicht gerechnet."

Dass er dafür von einigen so angefeindet wurde, trifft ihn jedoch nicht. Erstaunt habe ihn nur "dass die Jungs, die mich angegriffen haben, immer von Toleranz singen, von Respekt reden" und eben jenen nun vermissen lassen.

Mit den Toten Hosen habe er indes nicht noch mal über deren Äußerungen, er sei das "Aushängeschild der deutschen Hässlichkeit", gesprochen und gibt sich ganz abgeklärt:

"Die Toten Hosen ist nicht die Kategorie Musik mit der ich mich musikalisch auseinandersetze. Die sollen sich erstmal mit Musik auseinander setzen, dann können sie sich mit mir auseinander setzen" und fügt selbstbewusst hinzu: "Die sind fachlich nicht so gut, dass ich mich mit denen unterhalten muss."

Er bekäme von genug Kollegen positiven Zuspruch, so zum Beispiel von Peter Maffay, der ihm einen Brief schrieb. Und sogar aus einer musikalisch ganz anderen Ecke kommende Künstler, unterstützen ihn: "Ich habe mich lange mit HP Baxxter von Scooter unterhalten, der fand das Album sensationell."

Er habe außerdem gehört, dass der Frontmann der Band Rammstein, Till Lindemann, seit kurzem mit Heino-Perücke und Sonnebrille auf die Bühne geht. Sein Kommentar: "Da merkt man, die Jungs haben auch gelernt."

Die ehrenvolle, aber wohl doch eher witzig gemeinte, Einladung der Band Callejon, mit ihnen auf dem Wacken-Festival zu spielen, würde der Musiker nicht annehmen. Es gibt nur eine Ausnahme:

"Ich wurde nie vom Wacken-Chef eingeladen. Wenn er anrufen und sagen würde: "Heino, wir wollen Sie auf der Hauptbühne haben! ", dann würde ich mir das nochmal überlegen. Aber es ist kein Muss."

Was seine Kollegen machen, ist ihm egal. "Ich hab gehört Roberto Blanco hat da mal auf der Nebenbühne gesungen, dafür bin ich zu alt, das muss ich nicht mehr machen."

Über das Schlagerpotenzial von Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" denkt er positiv. "Wir leben hier in Deutschland und müssen uns nicht verstecken. In Deutschland ist deutsche Musik Marktführer. Wenn es Schlager ist, ist das doch schön. "DSDS" ist 'ne gute Platform für junge Leute, nur der Titel ist etwas unglücklich gewählt. Superstar müssen die erst noch werden. "

Er glaubt außerdem an den Erfolg von "DSDS"-Gewinnerin Beatrice Egli und ist sich sicher, dass sie es mit guter Betreuung schaffen kann. "Man muss auf junge Künstler achten und sie leiten, nicht nur auf die schnelle Mark hinaus sein. "

Neue Musik betreffend, erzählte er, würde im September noch eine "aufgepeppelte Version des Coveralbums" auf den Markt kommen, da die Platte sich so blendend verkauft. Mit ganz neuem Material können wir im Januar oder Februar 2014 rechnen.

Interview: Julia Peres