Wüstencamp-Conchita Wurst - 'Es ist wurst, wie man aussieht'

Der Travestie-Künstler im OK!-Interview

Sängerin Conchita Wurst, 24, sorgte zuletzt bei der RTL-Show "Wild Girls" für Aufsehen. Die Travestie-Künstlerin wurde durch die österreichische Castingshow "Showmania" im Jahr 2006 bekannt und startet jetzt auch in Deutschland durch. OK! sprach mit der ungewöhnlichen Künstlerin über das sogenannte "Wüstencamp", die Person hinter der Fassade und Vorurteile.

Wie kamst du auf den Namen "Conchita Wurst"?
Ich muss ja zugeben, dass Wurst nicht der schönste Nachname ist, aber er sagt schon mehr aus, als ich gedacht hätte. Ich stehe für Toleranz und wenn man bedenkt, wie 'Wurst' es ist, wie man aussieht und woher man kommt, weil nur der Mensch an sich zählt, ist der Name schon treffend,

Du hast bei der Show "Wild Girls" mitgemacht. Was hat dich an dem Format gereizt?
Zum einen kannte mich Deutschland bis dato noch nicht, es war also ein guter Weg um mich vorzustellen. Im Nachhinein hat es mir persönlich mehr gebracht, als ich mir erhofft hätte. Ich habe einen wundervollen Kontinent kennengelernt, den ich sonst wahrscheinlich nie bereist hätte, und zum anderen auch wirklich tolle Mädels.

Inwieweit bis du in der Wüste an deine Grenzen gestoßen?
Vor allem körperlich. Man ist in der Wüste Anstrengungen ausgesetzt, die man so nicht kennt. Extreme Hitze, Sand und viel Bewegung.

Hast du noch Kontakt zu Sarah Knappik?
Ja, hab ich!

Auf welche Camp-Kandidatin möchtest du nach der Show nicht mehr treffen und warum?
Ach ich bin mit allen gut ausgekommen, ich würde mich über jede Begegnung freuen.

Was nimmst du aus dem "Wüstencamp" für dich mit?
Natur-Spektakel, die sich in mein Gedächtnis gebrannt haben und mich immer wieder überwältigen, wenn ich daran denke. Naja, und auch die Bekanntschaften mit wirklich tollen Mädels.

Was möchtest du jetzt nach der Show machen? Könntest du dir vorstellen, als Schauspielerin vor der Kamera zu stehen oder bleibst du doch der Musik treu?
Ich kann mir alles vorstellen, aber primär mache ich jetzt mal Musik.

Eigentlich heißt du Tom Neuwirth. Wie unterscheidet sich Tom von "Conchita Wurst"?
Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich den jungen Mann sehr selten zu Gesicht bekomme. Wir verpassen uns im Spiegel immer.

Fühlst du dich eher als Mann oder als Frau?
Ich denke, dass wir alle eine männliche und eine weibliche Seite haben, somit passe ich mich der Situation an.

Hast du oft mit Vorurteilen zu kämpfen?
Natürlich! Täglich und immer, aber es wird weniger. Die Menschen verstehen langsam, dass man nicht gleich eine schlechte Person ist, nur weil man anders aussieht. Es ist noch ein Riesen-Stück Arbeit, aber irgendwann muss jeder so leben dürfen, wie er/sie es für richtig hält!

Wie reagierst du auf Leute, die dich kritisieren?
Konstruktive Kritik nehme ich gerne an, alles andere verpufft in der Belanglosigkeit.

Wann hast du dich dazu entscheiden, als "Frau" aufzutreten?
Ich fand singende Frauen immer toller.

Wo sehen wir dich als Nächstes?
Ich hab' ein Hirn wie ein altes Nudelsieb. (lacht). Hätte ich meine Homepage nicht (www.conchitawurst.com) würde ich ständig alles vergessen.

Interview: Sarah Makowski