Patrice im OK!-Interview - 'Ich bin kein Reggae-Künstler'

Mit OK! Online sprach er über seine rebellische Seite, Wiedergeburt und seine Idole

Patrice, 34, wird allzu oft als Reggae-Künstler betitelt, sieht sich jedoch selber nicht als solcher, wie er im exklusiven Interview mit OK! Online verriet. Der gebürtige Kölner ist sonst eher nicht so gesprächig, wie er zugibt, kam aber im Interview mächtig in Plauderlaune. OK! sprach mit ihm über sein neues Album "The Rising Of The Son", welches am 30. August erscheint, seine rebellische Seite und seine Idole.

Du hast heute bei Sonnenaufgang ein Konzert in Hamburg gespielt. Wie war's?
Es war super! Also, ich bin um 5.20 Uhr aufgestanden, habe um 6.20 Uhr gespielt am Elbstrand hier in Hamburg, und es waren ungefähr 500 Leute da. War echt eine Überraschung. Ich freu' mich über jeden, der da kommt um die Uhrzeit. (lacht)

Wie hat das Publikum auf das frühe Konzert reagiert?
Die Grundstimmung ist immer sehr cool, weil Leute so was noch nie gesehen haben. Die Sonne geht auf, und ich stelle meine neuen Lieder vor. Es war ein supertoller Moment. Und ich glaube, jeder wird sich daran erinnern und es nicht so schnell vergessen.

Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee, im Morgengrauen deine Songs zu spielen?
Das war meine Idee. Ich dachte mir, was kann man Cooles machen um den Release herum. Das Album heißt "The Rising of the Son" und dann dachte ich, warum nicht mal ein Konzert spielen ganz früh morgens zum Sonnenaufgang. Warum müssen Konzerte eigentlich nachts stattfinden? Wer sagt das? Und alle meinten: "Nee, da kommt keiner, lass' uns das lieber später machen." Und zum Beispiel bei dem Auftritt in Köln waren dann ungefähr 500 Leute um 5.30 Uhr da. Es war überwältigend.

Wie kamst du auf den Titel deiner neuen Platte "The Rising Of The Son"?
Der Titel ist ein Wortspiel. Ich bin ein Künstler, der das Gefühl hat, sich wieder neu erfinden zu müssen, das heißt, ich reiße alte Muster ein und wie ich sonst so arbeite und versuche alles neu zu machen. Wie bei einer Wiedergeburt, was auch das Thema des Albumtitels ist. Und zudem bin ich ja an dem Tag geboren, an dem mein Großvater gestorben ist und ich war für meinen Vater immer ein lebendiges Symbol für diesen "Circle of Life" und dass sich alles transformiert. Und das sehe ich auch als mein Lebensmotto. Außerdem ist jeder Tag für mich wie eine Wiedergeburt. Man kommt wieder zu Bewusstsein und hat die Möglichkeit, das Leben in einem neuen Licht zu sehen.

Was hast denn du konkret an dem Album "neu gemacht"?
Das erste Album wurde als Reggae-Album eingeordnet, ich somit auch und das war ein Problem für mich, denn ich sehe mich nicht als Reggae-Künstler.

Inwiefern war es ein Problem für dich?
Ich fühlte mich in dieser Schublade nicht wohl. Ich wollte klarstellen, dass ich eine Art Singer-Songwriter bin, dass da mehr ist. Und somit waren die Alben danach eine Reaktion darauf. "How do you call it" war ein Soul-Album und hatte nicht mehr so viel mit Reggae zu tun, und das danach war noch einmal etwas ganz anderes und so weiter. Außerdem gab es zu der Zeit einen großen Reggae-Hype, und ich wollte nicht in so einem Hype stattfinden.

Das hört sich nach einem echten Rebell an. Schwimmst du häufiger gegen den Strom?
Absolut ja. Damals war es teilweise eine Reaktion, aber das neue Album heute habe ich das erste Mal mit mehr Freiheit gemacht. Dass ich sage, so wie es rauskommt, kommt es halt raus. Aber klar will ich besonders sein. Ich will nicht das machen, was andere machen. Wenn ich was höre und eine ähnliche Idee hatte, dann muss ich es irgendwie anders machen. Grundsätzlich war ich schon immer rebellisch, schon als Kind.

Du bist auch vom Internat geflogen. Zieht sich das Rebellische also wie ein roter Faden durch dein Leben?
Nicht nur vom Internat (lacht). Ja, nur dieses Mal ist es eine konstruktive Rebellion. Jetzt ist es "Rebel with a cause", früher war es einfach nur "Rebel with Randale" (lacht).

Wer wäre dein Wunschkandidat für eine Zusammenarbeit?
Ich finde viele Künstler toll, auch neue Künstler. Ich finde zum Beispiel, was Frank Ocean gemacht hat, super. Er hat dem Ganzen einen neuen Wind gegeben. Klar sind Leute wie Stevie Wonder und Bob Dylan Ikonen für mich. Klar würde ich sie gerne mal treffen und mit ihnen reden, aber muss ich ein Lied mit denen machen? Ich weiß nicht, ob ich so viel zur Sache tun würde, weil sie so perfekt sind wie sie sind.

Da stellst du aber dein Licht unter den Scheffel, oder?
Ja, stimmt. Denn das, was ich mache, mache ich wahrscheinlich gut. Das bin halt ich. Und sie machen das, was sie machen einfach grandios, weil es sie sind.

Interview: Sarah M.

Seht hier Outtakes von Patrices Gruß an die OK!-Leser:

Seht hier das Video zu seiner Single "Cry Cry Cry" von seinem Album "The Rising of the Sun" (VÖ 30. August 2013):

Themen