Exklusiv: Jennifer Aniston im Interview

Fürs Heiraten gibt es keine Altersgrenze

Wenn es nach Jennifer Aniston geht, wird ihr Leben jetzt erst so richtig bunt und aufregend. Uns verriet sie, was sie dafür tut - und lässt.

Jennifer Aniston hat allen Grund zum Strahlen – beruflich wie privat! Ihr Dating-Movie „Er steht einfach nicht auf Dich“ erobert gerade die Kino-Charts, und der zauberhafte Film „Marley & Ich“ (ab ­5. März) spielte allein in den USA bislang über 150 Millionen Dollar ein. Und die 40-Jährige wandelt wieder auf der Sonnenseite des Lebens, wie sie im Gespräch mit OK! betont. Zum Interview kam sie in einem hellblauen Kleid von Roland Mouret, braun gebrannt und gut gelaunt. Kurzum: Sie war umwerfend sexy!

Waren Sie gerade im Urlaub? Sie sehen wahnsinnig erholt aus …
Das liegt daran, dass ich mich so gut und ausgeglichen fühle wie lange nicht mehr. Die vergangenen zwei Jahre waren ziemlich nervenaufreibend, aber jetzt scheint in meinem Leben wieder die Sonne.

Liegt das am beruflichen Erfolg oder an der Liebe?
(Lacht) Ich freue mich natürlich über den Erfolg der Filme, zumal ich bei beiden mit ganzem Herzen dabei war. Aber wenn man privat unglücklich ist, kann einen auch der größte Erfolg nicht wirklich trösten.

Aber als Superstar …
Stop! Glauben Sie mir, weder Geld noch Berühmtheit machen glücklich. Außerdem empfinde ich mich nicht als Celebrity, sondern als ganz normale Frau, die in außergewöhnlichen Umständen lebt. Ich habe beinahe die Hälfte meines Lebens als Schauspielerin verbracht, da gehört dieses In-der-Öffentlichkeit-stehen nun mal dazu. Aber das macht mich nur zu einem ganz kleinen Teil aus.

In „Marley & Ich“ spielen nicht Sie, sondern ein Hund die Hauptrolle …
… und ich weiß, dass ich damit eine goldene Hollywood-Regel gebrochen habe. Und zwar die, dass man nie mit Tieren oder kleinen Kindern vor die Kamera treten soll, weil man da als erwachsener Schauspieler immer nur verlieren kann. (lacht)

Im Film wirbelt der Hund das Eheleben gehörig durcheinander. Im wahren Leben kann es in der Liebe auch ohne Vierbeiner Turbulenzen geben …
Es kommt doch meist dann zum Chaos, wenn die Wirklichkeit mit unseren Plänen kollidiert. Sicher ist: Die Zukunft kann man nicht planen, daher sollte man es gar nicht versuchen. Wir müssen lernen, den Augenblick zu schätzen.

Aber Sie haben doch sicher auch Sehnsüchte und Träume, die Sie sich noch erfüllen wollen, oder?
Natürlich habe ich die – und nicht zu knapp! Aber ich war nie eine große Planerin. Ich habe nie gedacht: „Eines Tages wirst du Filmstar, dann heiratest du einen anderen Filmstar und bekommst Kinder!“ Früher habe ich nur ans Nächstliegende gedacht: ein eigenes Apartment, einen Job als Schauspielerin und genug Geld, um ein anständiges Leben führen zu können. Ich habe immer versucht, im Hier und Jetzt zu leben.

Und wenn es mal nicht so gut läuft, wie gehen Sie damit um?
Mit viel Humor, hoffe ich.

Sie sind gerade 40 geworden. Hören Sie jetzt die biologische Uhr ticken?
Es gibt Dinge, die geschehen im Leben, und andere eben nicht. Es ist müßig, darüber zu spe­kulieren. Frauen können auch mit über 40 gesunde Kinder zur Welt bringen. Und fürs Heiraten gibt es keine Altersbeschränkung. Ich habe auch mit 40 noch eine unbändige Lust aufs Leben. Ich halte mich mit Yoga fit und glaube fest an Karma: Wie man andere behandelt, so wird man selbst behandelt. Und da ich versuche, zu meinen Mitmenschen sehr gut zu sein, bin ich für die nächsten Jahre gut gerüstet.

Was ist für Sie wichtiger: Liebe oder Freundschaft?
Beides. Ohne echte Freunde könnte ich nicht leben, sie hat man für immer. Für mich ist es wichtig, mich mit meinen Liebsten und meiner Familie auszutauschen. Wenn ich unterwegs bin, telefonieren wir und schreiben uns E-Mails. Kommunikation ist das Schlüsselwort!

Mit der Liebe ist das oft viel komplizierter, oder?
Natürlich muss man in jeder Beziehung Kompromisse eingehen. Aber lieben heißt auch lernen. Und ich kann mich nicht beklagen, ich hatte großes Glück in der Liebe.

Jetzt sind Sie glücklich mit John Mayer …
Wir verstehen uns sehr gut, mehr möchte ich darüber nicht sagen. Ich habe auch keine Lust mehr, über die Ehe mit Brad zu sprechen. Jeder war ein Teil im Leben des anderen, und wir respektieren uns. Aber ich schaue nicht zurück, sondern nach vorn. Und ich bin neugierig, was das Leben noch so bringen wird.

Welche drei Dinge sind aus Ihrem Leben nicht wegzudenken?
Oh, da gibt es viel mehr. Aber gut, hier schon mal drei: Mein Corgie-Terrier-Mischling Norman, ein gutes Buch und Zigaretten. Ich lese am liebsten vor dem Einschlafen.

Was würden Sie sofort ändern, wenn Sie könnten?
(Lacht) Ich würde für einige Zeit auf Paparazzi verzichten. Ich weiß gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, in einem Café zu sitzen oder die Straße entlangzugehen, ohne dabei ständig fotografiert zu werden. Total verrückt!

Was wäre ein schönes Lebensresümee für Sie?
Liebe gegeben und bekommen zu haben. Oder um es mit John Lennons Worten zu sagen: „All you need is love!“

Ulrich Lössl