Guido Maria Kretschmer - 'Ich schlafe auf meiner Handtasche'

'Es ist einfach, mich glücklich zu machen': Der 'Shopping Queen'-Star im exklusiven OK!-Interview

Zum zweiten Mal kooperiert „Shopping Queen“-Designer Guido Maria Kretschmer, 48, mit der Internetverkaufsplattform Ebay. Er ist der neue Botschafter zum Thema „Home“ und hat eine limitierte Charity-Clutch zugunsten „Tribute to Bambi“ designt (erhältlich ab 17. Oktober). Der Clou: Es gibt vier verschiedene Henkel, mit denen die Clutch je nach Gelegenheit gestylt werden kann. OK! hat sich das Teil vorab angesehen, und Guido hat uns bei der Gelegenheit verraten, worauf man bei Taschen achten sollte, warum er nie gebrauchte Schuhe kaufen würde - und warum er der Bahn für Zug-Verspätungen dankt.

Guido, Sie sind zurzeit omnipräsent. Neben "Shopping Queen" sitzen Sie jetzt noch in der "Supertalent"-Jury, bald kommt Ihr neues Buch, Sie machen Charity-Arbeit, designen... Haben Sie überhaupt noch Zeit fürs Privatleben?

Ich bin jemand, der immer viel arbeitet. Ich bin nicht konditioniert für ein Dauer-Privatleben. Ich bin jemand, der sehr viel Glück und Zufriedenheit aus der Arbeit zieht. Es macht mir einfach Freude. Seit ich ein kleiner Junge bin, weiß ich ganz genau, was ich machen wollte. Und ich gehe jetzt den Weg, den ich immer wollte. Meine Eltern sagen immer 'Guido, pass' auf dich auf', aber das sagen sie auf eine andere Art, weil sie wissen, dass ich immer fleißig bin. Jetzt kommen eben vermeintlich viele Sachen auf einmal, aber ich habe immer schon viel gearbeitet, da hat nur nie einer drüber gesprochen.

Wie schalten Sie ab?

Es ist so, dass ich durchaus haushalte mit den Dingen, die ich mache. Ich habe den Vorteil, dass, wenn ich privat bin, sofort bei mir bin. Wenn ich nach einem Termin ins Auto steige, kann ich sofort abschalten. Wenn zuhause die Tür aufgeht, sind da meine Hunde und mein Frank, dann ist sofort mein privates Leben da. Und mein ganzes Leben hat sich übrigens durch den Ruhm nicht verändert. Ich mache nicht schicker, mache nicht doller, gehe nicht teurer essen als früher, ich will nicht den ganzen Tag 'Haha' sein. Ich will den Kontakt zum normalen Leben auch nicht verlieren. Sachen, die mir Freude machen, sind sehr günstig zu kriegen. Es ist wirklich einfach, mich glücklich zu machen.

Jetzt haben Sie ja gerade eine Handtasche für „Tribute to Bambi“ designt, die über Ebay erhältlich ist. Kaufen Sie selbst eigentlich im Internet?

Ja, ganz viel. Ich habe zum Beispiel fünf Delfintische in ganz Europa über das Internet erstanden. Bei Ebay finde ich so toll, dass da Menschen dahinter stehen, man hat das Persönliche. Es antwortet einem jemand, packt die Sachen irgendwie ein, schreibt ein Kärtchen dazu. Ich habe eine meiner besten Freundinnen über Ebay gefunden, als ich ihr eine kleine Bronzestatue abgekauft habe.

Was sollte man auf keinen Fall gebraucht kaufen?

Ich persönlich würde niemals getragene Schuhe erwerben. Das habe ich von meiner Oma, die immer von ihrer Flucht erzählt hat und sagte: 'Man geht nicht in den Schuhen von anderen.' Das hatte etwas mit Respekt vor den Verstorbenen zu tun. Und ich würde auch keinen Sondermüll kaufen. Ich kaufe lieber weniger, aber dann etwas mit Qualität.

Geben Sie uns doch mal kurz Tipps für eine perfekte Tasche.

Als erstes sollte man sich fragen: Was soll die Tasche für mich tun? Wofür brauche ich sie? Dann sollte man auf gute Materialien achten. Ich zum Beispiel benutze meine Tasche auch gerne unterwegs als Kopfkissen, deshalb muss sie schön weich sein. Und eine Tasche muss zur Proportion der Trägerin passen. Eine große Frau braucht auch eine große Tasche.

Was sind die Taschentrends im Herbst?

Auf jeden Fall Gold. Das ist schön, weil es wertig aussieht. Grundsätzlich sind Taschen wieder reduzierter, praktisch und gemütlich. Auch metallische Effekte, Grün- und Kupfertöne sind Trend.

Bei all den Projekten – was war Ihr schönstes Erlebnis bisher in diesem Jahr?

Dass mein Vater gerettet wurde und er die schwere Herzoperation gut überstanden hat. Und auch, dass es meiner Mutter nach der Krebserkrankung wieder besser geht. Das war für mich wirklich das Größte. Beruflich war der schönste Tag, als ich mein Buch 'Stil kennt keine Größe' beendet habe. Das war ein sehr schöner Moment. Weil ich immer so schreibambitioniert war und alle immer gesagt haben, dass ich es sicher nicht selber schreiben würde. Es war hart, weil ich nur so wenig Zeit hatte. Aber ich muss der Deutschen Bahn für die ganzen Verspätungen danken – ich kann so gut im Zug, im Flieger, im Auto schreiben. Das war ein heiliger Moment. Ich saß im Zug, und dachte: 'Mensch Guido, das ist nicht nur ein Ratgeber, sondern ein Teil von dir.'

Interview: Anja Petersen