Owen Wilson & Vince Vaughn - 'Wir lügen für Filmrollen'

Ab heute mit 'Prakti.com' im Kino: Die Hollywood-Stars im exklusiven OK!-Interview

OK!-Korrespondentin Rachel hat die beiden zum Interview getroffen Ab heute, 26. September, in den Kinos: Das offizielle Filmplakat In †žPrakti.com ..., nachdem sie ihre Jobs als Uhrenverkäufer aufgeben mussten Bei dem Mega-Konzern verdient man ungeheure Summen, doch natürlich ist jeder Platz heiß begehrt. Da ist Durchsetzungsvermögen gefragt!

Endlich sind Vince Vaughn, 43, und Owen Wilson, 44, wieder vereint! Zuletzt durften wir die beiden 2005 in der lustigen Komödie „Die Hochzeits-Crasher“ bewundern und haben Tränen gelacht. Ob die Zwei es auch dieses Mal schaffen, an ihren alten Erfolg anzuknüpfen? In „Prakti.com“ wollen Vince und Owen ihr Glück mit einem Praktikum bei „Google“ versuchen, nachdem sie ihre Jobs als Uhrenverkäufer aufgeben mussten. Wir haben die beiden zum Interview getroffen und wollten herausfinden, ob sie im echten Leben auch schon mal ein Praktikum absolvieren mussten …

Owen hat seine Schuhe ausgezogen und seine Füße auf den Tisch gelegt, als ich die Suite Nr. 218 im Four Seasons Hotel in Los Angeles betrete. Vince sitzt locker auf dem Sofa. Beide springen gleichzeitig auf, um mir die Hand zur Begrüßung zu schütteln. Sofort war mir klar, dass dieses Interview besonders lustig wird.

Wie war es für Sie, wieder zusammenzuarbeiten?

Vince: Lustig! Owen bringt mich ständig zum Lachen. Mit ihm zu arbeiten ist einfach. Jeden Tag hab ich mich aufs Neue gefreut, um zu sehen, was er wieder Lustiges aushecken wird.

Vince, Sie haben das Drehbuch zusammen mit ihrem Kollegen Jared Stern geschrieben. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Vince: Na ja, unsere Wirtschaft ist zusammengebrochen. Viele Menschen verlieren ihren Job und viele dieser Leute sind älter und kennen sich nicht so mit dem neuesten Stand der Technologie aus. Deshalb kam ich auf die Idee mit Google. Denn mal ehrlich: Wer googelt nicht etwas, wenn er eine Frage hat?

Sind Sie ein Googler?

Vince: Na ja, ich würde mal sagen, es ist sehr informativ und ich verwende es schon regelmäßig.

Und wie sieht's mit Social-Network-Plattformen aus?

Vince: Nein, eher nicht. Ich bin von der alten Garde. (lacht)

Ehrlich? Aber Sie haben doch einen Twitter-Account?

Vince: Nein. Leute geben sich als mich aus, aber ich persönlich habe in meinem Leben noch keine einzige Twitter-Nachricht geschrieben.

Kamen Sie auf die Idee des Vertreters, weil Ihr Vater ein Vertreter war?

Vince: (zögert) … Sicherlich auch. Aber wenn wir genauer überlegen, hat die Technologie uns verändert und alles um uns herum. Wer benutzt heutzutage noch eine Uhr? Die meisten verwenden ihr Handy dafür. Alles ändert sich.

Haben Sie, bevor Sie Schauspieler wurden, auch mal ein Praktikum bei einer Firma gemacht?

Owen: Oh ja. Ich machte ein Praktikum bei der Tageszeitung „Dallas Times Herald“. Ich arbeitete dort einen ganzen Sommer lang. Es hat mir richtig Spaß gemacht. Damals war es voll interessant zu sehen, wie die Reporter ihre News-Geschichten bekamen. Und Ich legte ein Praktikum bei "Pixar" ab. Dort war jeder so intelligent und kreativ. (lacht)

Vince: Ich war mal einen Sommer lang Rettungsschwimmer im Freibad. Und mit 16 habe ich Tickets für ein Rodeo verkauft, aber leider weiß ich gar nicht, ob es damals tatsächlich dieses Rodeo gab. (lacht

Wäre ein Reporter bei einer Tageszeitung Ihr Plan B gewesen, wenn Sie als Schauspieler kein Glück gehabt hätten?

Owen: (zögert) Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich hatte überhaupt nie wirklich einen Plan. Mein Vater hat in der Werbebranche gearbeitet. Früher dachte ich mir immer, dass so etwas auch meine Lebenserfüllung sein könnte… was es anscheinend nicht war!

Vince, hatten Sie einen Plan B?

Vince: Nein, überhaupt nicht (lacht). Schauspieler zu sein machte mir Spaß. Damals machte ich mir um meine Zukunft keine Sorgen. Ich war 18 Jahre alt, als ich von Chicago nach Kalifornien zog. Alle meine Freunde waren mit ihrem Schulabschluss beschäftigt und ich stand da und hatte kaum Arbeit. Da dachte ich mir nur: 'Auf was habe ich mich da eingelassen?‘ Aber da ich nichts hatte, was ich als zweite Option machen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als mich kopfüber in die Schauspielerei zu stürzen - ich hatte Glück (lacht).

Owen: Ist es nicht komisch, dass Leute studieren und versuchen Schauspielerei zu lernen? Aber der größte Part der Schauspielerei ist nicht der, den jemand studieren kann. Sondern wie jemand aufwächst oder was jemand von seinem Vater gelernt hat oder in der Schule durchmachen musste - Lebenserfahrungen sind es, die einen Schauspieler wirklich prägen. 

Vince: Ja, Lebenserfahrungen…

Owen: Sensibilität oder Empfindsamkeit. Sehen, was lustig und interessant ist. Ich habe die Schauspielerei nicht studiert. Es hat immerhin noch etwas mit einem Talent zu tun - und Talent kann man nicht studieren. Das hat man oder eben nicht. Das ist meine Lebenserfahrung. Für mich. Ich habe als Kind viel gelesen. Ich bin mir sicher, dass mir das geholfen hat. Ich schätzte meinen Vater und seine Freunde. Ich blickte zu ihnen auf. Ich habe mir stundenlang die Geschichten angehört, die sie zu erzählen hatten. Ich glaube, das war das, was mich geformt und mir geholfen hat. Ich liebte schon damals Filme, aber Schauspieler zu werden war eine utopische Idee, wegen der ich ausgelacht wurde, als ich diese nur angesprochen habe. 

Glauben Sie, dass es heutzutage schwerer ist für die ganzen Jungschauspieler, einen Fuß in dieser Industrie zu fassen?

Owen: Auf jeden Fall. Ich bin 44 und habe erst kürzlich drüber nachgedacht, wie stark sich alles verändert hat. Früher ging ich in einen Supermarkt und sah Magazine wie „Variety“ und „Hollywood Reporter“. Die waren damals ganz spektakulär. Heute gibt es sie gar nicht mehr. 

Vince: Doch! Online.

Owen: Das ist nicht dasselbe. Ich weiß noch, wie hart es damals war, diese in Dallas zu bekommen. 

Müssen Sie manchmal schwindeln, damit Sie eine Rolle ergattern?

Owen: Oh ja. Wir haben uns erst kürzlich darüber unterhalten. (lacht) Talente, die man haben sollte. Bogenschießen? Klar, kann ich… (lacht).

Vince: Akzente…

Owen: Ja, habe ich. Viele verschiedene… (lacht)

Vince: Reiten! (lacht) Ich wurde gefragt, ob ich reiten kann. Meine Antwort: ,Logisch. Ich bin mit Pferden aufgewachsen.‘ Bis ich den ersten Tag am Set war und mich mit Entsetzen am Sattel festgehalten habe… (lacht) Schnell ,Ja‘ sagen, um den Job zu bekommen, das ist wichtig.  Motorradfahren? ,Logisch…ich kann alles. Geben Sie mir einfach nur die Rolle!‘ (lacht)

Gibt es ein Beispiel?

Owen: Ja. „In Shanghai Noon“ musste ich reiten. Der Regisseur dachte sich, da ich aus Texas komme, dass ich wohl schon auf dem Rücken eines Pferdes zur Welt kam und super gut reiten kann. (lacht) Dem war aber nicht so. Eigentlich eher das genaue Gegenteil. Jackie Chan war viel besser als ich - kaum zu glauben. (lacht) Ich weiß, Pferde sind edle Geschöpfe, aber…

Vince: Sie können die Angst riechen!

Owen: Ich glaube nicht, dass sie so klug sind.

Vince: Sie spüren es, wenn dir nicht wohl in deiner Haut ist, wenn du auf ihren Rücken sitzt…

Owen: Ja und das nutzen sie aus! Sie sind so groß und ich finde es furchterregend, auf einem Pferd zu sitzen. Sie gehen unter einem Baum durch, wenn sie Platz haben. Aber als Reiter sitze ich ja oben drauf und der Ast erwischt genau mich. (lacht) Ich glaube, die machen das mit Absicht.

Ist Ihnen das passiert? Sie wurden vom Ast erwischt?

Owen: Ja. (lacht) Als Kind habe ich mir immer viele Cowboy-Filme angeschaut und daher dachte ich, dass Pferde schwimmen können. Doch angeblich haben sie einen sehr schwachen Rücken. Als ich mein Pferd ins Wasser geführt habe, drehte es sich um und wollte mich beißen. Sie können nicht mit Leuten auf dem Rücken schwimmen. Ich habe gehört, dass man runter muss und sich am Schwanz festhalten soll, um so durchs Wasser zu kommen. Ich weiß, das hört sich verrückt an…

Vince: Das muss ich gleich mal 'googlen'. Vielleicht hat sich genau deshalb dein Pferd umgedreht und wollte dich beißen. (lacht)

Familie, Karriere - wie schaffen Sie das beides unter einen Hut zu bringen?

Vince: (überlegt) Es ist schwer, die richtige Balance zu finden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es immer schaffe, 100% zu geben. Aber das ist okay. Und ich kann mir auch selber verzeihen. In den letzten Jahren habe ich gelernt, zumindest zu versuchen, dass meine Gedanken und mein Kopf genau da sind, wo mein Körper ist. Ich schaffe es nicht immer, aber ich versuche es. Das bedeutet, wenn ich am Set bin, mich ausdrücklich darauf zu konzentrieren und meine Gedanken nicht zu meiner Familie wandern zu lassen oder an Sachen zu denken, die ich noch erledigen muss. Und wenn ich zuhause bin, versuche ich, auch geistig da zu sein und denke nicht an das, was morgen ist.

Owen: Das ist ein guter Tipp.

Vince: Aber ich schaffe es nicht immer. Doch alleine so zu denken, hilft mir, beim nächsten Mal besser zu sein. Ich glaube, das ist einfach die Reise des Lebens. Wir lernen nie aus. Und mit dem Erwachsenwerden werden Dinge im Leben wichtiger, die einem zuvor einfach nicht so wichtig waren.

Owen: Und den Moment schätzen, in dem ich mich gerade befinde...

Vince:  …und dankbar sein deshalb. Ich glaube, keiner kann perfekt sein, auch ich nicht. (lacht) Aber ich vertraue mir selber, dass ich durch jeden Fehler lerne und dann versuche, beim nächsten Mal besser zu sein. Es ist gut, viel zu tun zu haben. Denn das bedeutet, dass ich arbeiten kann. Das schätze ich. Ebenso schätze ich, dass ich Menschen in meinem Leben habe, die mich lieben und die ich liebe. Und je älter ich werde, desto mehr schätze ich das.

Das ist ziemlich tiefgründig. Owen, können Sie da mithalten?

Owen: Oh ja. Seitdem ich einen zweijährigen Sohn habe, ist Zeit etwas ganz besonderes für mich geworden. Vor allem mit Freunden. Ich habe viele Freunde von früher und viele andere in den letzten Jahren dazu bekommen. Doch leider kann ich nicht mit jedem so in Verbindung bleiben, wie ich das gerne hätte. Als ich als Kind drei Monate Sommerferien hatte, kam mir das wie eine Ewigkeit vor. In der Mitte der Ferien konnte ich mich nicht mehr erinnern, was am Anfang der Ferien war. Und jetzt sehe ich einen Freund oft mal sechs Monate lang nicht - so etwas hätte ich mir als Kind nie vorstellen können.

Vince: Ja genau, aber wenn ich einen Kumpel sechs Monate nicht sehe, kommt mir das absolut nicht lange vor.

Owen: Wenn wir älter werden, zählen wir noch wie viel Sommer wir denn noch vor uns haben. 30, 20…

Das ist ja trübseelig, aber es stimmt.

Owen: Ich weiß. Aber genau das ist es ja. Wir respektieren die Zeit mit dem Alter mehr. Ich versuche, das Beste aus jedem Moment zu machen.

Was für ein Kind waren Sie?

Owen: Ich war ein Spitzbub, so wie in Tom Sawyer, würde ich sagen. Ich bin nicht umsonst in die Militärsschule gekommen. Jemand mit perfektem und braven Verhalten schickt man nicht dorthin. Aber ich war nicht so schlimm, dass ich in die Jungenhaft hätte müssen. (lacht) Ungezogen würde ich es vielleicht nennen. Ich glaube aber, das kommt davon, weil ich einer von drei Jungs war und zwar genau der in der Mitte.

Also haben Sie die Aufmerksamkeit gesucht?

Owen: (überlegt) Vielleicht ein bisschen, ja. Aber meine beiden Brüder waren auch nicht besser als ich. Die haben auch immer Ärger auf sich gezogen. (lacht)

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit, insofern Sie noch eine haben?

Owen: Ich liebe das Meer und Surfen. Aber ich mag auch konkurrenzfähige Spiele wie Tennis oder Tischtennis. Ich freue mich schon, wenn ich diese Spiele mit meinem Sohn spielen kann.

Sind Sie ein guter Verlierer?

Owen: Eigentlich schon, nachdem ich mir selber eine Regel setzte: Nicht mehr den Tennisschläger ins Eck zu werfen, wenn ich verliere. (lacht) Aber mal ehrlich: Es ist doch schöner gegen jemanden zu gewinnen, der eigentlich besser ist, oder?

Frauen mögen Männer, die einen zum Lachen bringen. Zumindest wird das so behauptet. Stimmt das?

Owen: Jeder glaubt von sich selber, lustig zu sein. Doch nicht jeder hat den gleichen Sinn für Humor. Ich war sicherlich nicht der Klassenclown, aber wenn ich mit jemanden, den ich mag lachen kann, ist das auf jeden Fall ein großes Plus. Vor allem, wenn dieser jemand eine Frau ist.

Und kann Lachen ein gebrochenes Herz heilen?

Owen: Na ja, ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Wenn ich eine ernsthafte Krankheit hätte, hätte ich lieber einen guten Arzt, der mir hilft, anstatt jemand, der mich zum Lachen bringt. (lacht) Aber sicherlich ist Lachen ein Weg zur Heilung.

Was ist der beste Ratschlag, den Sie jemals bekommen haben?

Owen: (überlegt) Ja, mein Vater wollte seine eigene Firma gründen. Doch in der letzten Minute klappte es doch nicht. Doch eine andere Tür öffnete sich und darauf konnte er bauen. Damals sagte er zu mir: ,Wenn es darauf ankommt, wirst du überrascht sein, von wem du Hilfe bekommst.‘ Und ich glaube, genau das ist das Leben. Wir brauchen Menschen in Momenten, in denen wir Hilfe brauchen. Und genau diese Menschen tauchen zu diesen Zeitpunkten auf, als Berater oder Lehrmeister….dieses Gefühl, so jemanden zu haben, ist unbeschreiblich.
Vince: Oh danke Owen! (lacht) Ich könnte dieses Interview den ganzen Tag führen. Die Komplimente, die du mir gibst. (lacht) Mein Vater sagte immer: ,Je härter man arbeitet, desto mehr Glück hat man und man wird nie zurückblicken und diese harte Arbeit bereuen.‘ Damit hat er vollkommen Recht. Ich genieße meine Freizeit, aber wenn ich zum Beispiel bei einem Casting nicht 100% gegeben hätte, könnte ich meine Freizeit nicht genießen. Mal ehrlich: Es ist doch wie der Himmel auf Erden, wenn wir eine Arbeit haben, die uns Spaß macht. Deshalb versuche ich immer, mein Bestes zu geben.

Owen: Stimmt. Ich habe gerade einen Artikel gelesen, in dem stand, je beschäftigter man ist, desto produktiver ist man. Früher habe ich nicht so gedacht. Ich dachte immer, je mehr Arbeit ich habe, desto müder werde ich. Doch jetzt sehe ich es ganz anders. Je mehr Arbeit ich habe…

Vince: …desto mehr kannst du erreichen.

Owen: Ja, genau. Desto mehr kann ich erreichen.

Vince: Genau. Und du als Elternteil hast das sicherlich neu dazu gelernt. Du schaffst jetzt bei Weitem mehr als vorher, bevor du Kinder hattest, obwohl du weniger Zeit hast. Und genau da kommt der Spaß im Leben. Jeder macht Fehler, vielleicht auch zwei- oder dreimal den gleichen Fehler, aber wir lernen daraus und das macht Spaß.

Owen: Was ich auch noch gelernt habe, ist, dass kein Leben langweilig ist. Jedes Leben hat eine Komödie, ein Drama und eine Tragödie mit involviert. Deshalb brauchen wir als soziale Lebewesen alle einmal oder mehrmals im Leben Hilfe.

Interview: Rachel Kasuch

Hier gibt's den offiziellen Trailer: