Palina Rojinski 'Beim Fernsehpreis sah ich aus wie ein Tier'

Das Multitalent spricht jetzt in 'Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2' eine Animationsfigur

OK! Online plauderte mit Palina Rojinski. Ihren Auftritt beim Fernsehpreis... ...findet sie peinlich. Sie freute sich unheimlich über Award für Kinotipp: 'Wolig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2' - Palina spricht die Meorologin 'Sam Sparks'

Palina Rojinski, 28, ist ein Multitalent - ob als Schauspielerin, Moderatorin oder DJ, die gebürtige Russin scheint alles zu können. OK! Online-Redakteurin Sladjana traf Palina in Berlin, um mit ihr über ihren neuesten Job zu sprechen: In "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" (Kinostart: 24. Oktober 2013) spricht sie die Meteorologin "Sam Sparks". Im Interview verriet sie außerdem, wie es bei "Circus HalliGalli" hinter den Kulissen zugeht, wie sie ihre Haare so voluminös hinkriegt, was sie heute von ihrem tränenreichen Auftritt beim Deutschen Fernsehpreis hält und warum jeder Tag eine Herausforderung ist:

Wie kam es überhaupt dazu, dass du die Rolle von 'Sam Sparks' bekommen hast?

Es war sehr spannend...ich wurde angesprochen (lacht). Ich wurde gefragt, ob ich Lust habe, bei „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ die Rolle von „Sam Sparks“ zu sprechen. Daraufhin bin ich zum Casting eingeladen worden, um zu gucken, ob ich das überhaupt kann.

Wie war die Arbeit im Studio?

Es war sehr interessant. Ich hatte Angst, ob ich all die Laute, Vokale und Konsonanten treffe. Man denkt, bei Animationsfiguren wäre das nicht so gravierend, aber die sind wirklich dermaßen ausgearbeitet und feingeschliffen, dass man jeden Unterschied erkennt. Der erste Tag war ganz schön anstrengend und ich hatte am Abend Muskelkater im Hals, weil man die ganze Energie vom Spiel nur auf die Stimmbänder konzentriert - im besten Fall natürlich gestützt vom Zwerchfell.

Wie hast du dich gehört? Man hört sich selbst ja anders.

Ich habe bis jetzt ehrlich gesagt die finale Fassung noch nicht gesehen, aber mir graut es ein bisschen davor, mich selber zu hören.

Fühlst du dich dieser Rolle ein bisschen verwandt?

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man die Rolle mag. Ob das jetzt ein Bösewicht ist oder ein Vollidiot. „Sparks“ ist sehr liebenswert und süß und ein Fels in der Brandung, sie hält das Team zusammen. Und „Flint Lockwood“, der ist sehr auf das Erfinden bedacht und entwickelt diese Maschine, die aus Sauerstoff Essen macht. Diese gerät im zweiten Teil aus der Kontrolle. „Sam Sparks“ passt aber auf und hat ein bisschen Kontrolle über das Ganze, ohne ein Kontrollfreak zu sein, weil sie so herzlich ist.

Der Film soll auch ein bisschen lehrreich sein - für mittelalte Kinder ist er sicher sehr interessant. Wie glaubst du kriegt der Filme diese Kurve zwischen lustig und lehrreich hin?

Ich glaube, die Macher haben einfach sehr gute Pädagogik betrieben... und zwar sind es Lebensmittel, die aussehen wie Tiere, Flamangos zum Beispiel. Die sind sehr süß und das so hinzukriegen, dass du wirklich das Tier und Lebensmittel in einem siehst - das ist wirklich so cool! Es ist auf eine sehr sympathische, leichte Art und Weise die Message untergebracht: Es geht um Freundschaft, dass man seinen wahren Freunden vertrauen und sich auch von den Ideen her keine Grenzen setzen sollte. Wenn man eine Idee hat, dann sollte man an ihr arbeiten.

Machst du auch was, um die Welt zu retten?

Ich glaube, jeder kann seinen Teil beitragen. Ich versuche, weniger Fleisch zu essen und mit der Umwelt bewusster umzugehen. Ich spende jetzt im Winter wieder Jacken für Obdachlose, die Aktion heißt „One Warm Winter“. Das gibt es jetzt schon zwei, drei Jahre. Ich engagiere mich natürlich gern für den guten Zweck.

Kann man bei "One Warm Winter" auch was anderes machen als Jacken spenden?

Man kann auch Geld spenden. Sie haben jetzt eine Stiftung gegründet und sie wollen das bundesweit machen.

Du bist ja ein Multitalent - DJ, Moderatorin, Schauspielerin. Als was empfindest du dich am meisten, als was bezeichnest du dich?

Ich sage immer, ich mache irgendwas mit Medien (lacht). Schauspiel gehört absolut dazu, allein schon bei der Moderation, - auch †¨bei "Circus HalliGalli", wo ich viele Einspieler drehe, bei denen ich auch spielen muss.

Ich habe dich bisher nur in komischen Rollen gesehen. Kannst du dir auch seriösere Projekte vorstellen?

Letztens hat „Zeit der Helden“ den Fernsehpreis gewonnen, da habe ich eine seriöse Rolle gespielt.

Da hast du geweint.

Ja, geweint habe ich bei der Übergabe des Fernsehpreises für  "Got to Dance" - das ist mir ein bisschen peinlich, aber es ist einfach so aus mir herausgebrochen. Ich konnte das nicht aufhalten.

In "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" gibt es doch auch diese Szene, wo "Sam" den Erfinder "Flynn" aufbaut und ihm sagt, jeder blamiert sich mal im Fernsehen.

Das gehört halt einfach dazu. Ich habe da auch nicht nur eine Träne vergossen, ich sah aus wie ein Tier (macht dramatische Heulgeräusche). Das war dann so: "Oh Mann, ey!". Gott sei Dank habe ich mich dann wieder gefangen, als ich das zweite Mal auf die Bühne gekommen bin. Aber zurück zu seriösen Rollen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt auch der neue „Tatort“ mit Nora Tschirner und Ulmen, da habe ich auch mitgespielt.

Ist es bei „Circus HalliGalli“ auch hinter der Kamera lustig?

Es ist immer lustig, Joko und Klaas sind wirklich ein sehr gutes Team - deswegen funktioniert das auch so gut.

Worauf hast du noch richtig Lust arbeitstechnisch, was wäre eine Herausforderung für dich?

Ach, jeder Tag ist eine Herausforderung für mich, allein dieses Interview. Ich bin so dankbar, dass wir das machen können und auch dass ich diesen Film synchronisieren durfte, „Sam Sparks“ sprechen konnte - das sind viele neue Sachen und alles macht sehr viel Spaß. Natürlich bin ich auch mal müde und erschöpft und denke mir, ich will nur Fernsehen gucken. Aber eigentlich bin ich so glücklich und zufrieden, dass ich etwas so Abwechslungsreiches machen darf und bin mit dem Hier und Jetzt sehr beschäftigt.

In diesem Jahr gab es irre viele gute Filme im Kino, was ist der letzte Film, den du gesehen hast?

Der letzte Kinofilm war "Ummah – Unter Freunden“, ein Berliner Film. Da ging es um die türkische Gemeinschaft in Neukölln und die Deutschen und da hat auch ein Freund von mir mitgespielt  - den fand ich ganz gut.

Hast du eigentlich studiert?

Ja, ich habe an der Humboldt Geschichte und Literatur studiert, aber natürlich nicht fertig, denn dann kam ich ins Fernsehen (lacht).

Bringt dich das irgendwie weiter?

Ich glaube, es ist unheimlich wichtig zu lesen und zu lernen, ich bemerke das immer wieder bei mir. Sobald ich lese, wird mein Sprachzentrum aktiviert und meine Gedanken kriegen einfacher Worte zugeordnet.

Hast du Sehnsucht nach Russland?

Ich war vor vier Wochen da, habe meine Oma besucht, die ihren 80. Geburtstag gefeiert hat. Ich bin aber schon sehr froh, dass ich in Berlin lebe.

In Russland passiert politisch gerade sehr viel, Putin lässt Homosexuelle verfolgen.

Furchtbar.

Berührt dich das?

Auf jeden Fall, aber viel kann man auch nicht machen. Ich wollte wie Tilda Swinton eine Regenbogenfahne kaufen und ein Foto damit machen, aber habe dann nicht nachgedacht und dort findest du so eine Fahne natürlich nicht.

Was steht demnächst außer dem "Tatort“ an?

Im nächsten Jahr steht sehr viel an. Film und Fernsehen. Auf jeden Fall eine zweite Staffel "Got to Dance" - mehr darf ich noch nicht verraten.

Kannst du dir vorstellen zu singen?

Gerappt hab' ich! Ich habe jetzt einen Rap-Track aufgenommen. Der kommt jetzt im November raus, auf dem Album von Psaiko Dino, das ist der Dj von Cro, der eine Compilation gemacht hat. Paradebeispiel ist Cro mit Haftbefehl, danach natürlich ich als große Rapperin. Ich habe einen Track aufgenommen mit Plan B und freue mich sehr, wenn der herauskommt.

Was machst du eigentlich mit deinen tollen Haaren?

Nicht waschen und kämmen (lacht)!

Interview: Sladjana Knezevic

HIer ist der Trailer von "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2":