Beyoncé Knowles im Exklusiv-Interview

So hat man sie noch nie gesehen

Zickig, verwöhnt und abgehoben. Das sind die drei Attribute, die am häufig­sten mit Beyoncé Knowles in Zusammenhang gebracht werden. Im OK!-Interview kann die 27-Jährige das endlich widerlegen. Sie gibt Schwächen zu, verr&au

In Ihrem neuen Film „Cadillac Records“ verkörpern Sie die Blues-Legende Etta James. Mögen Sie diese Art von Musik eigentlich auch privat?
Oh ja. Und wie! Die Dreharbeiten haben mich sogar für mein neues Album inspiriert.

Für die Rolle mussten Sie allerdings etwas an Gewicht zulegen…
Das ist nicht ganz richtig. Ich musste nicht, ich wollte! Für mich war es selbstverständlich, zu 100 Prozent Etta James zu sein. Das geht eben nicht nur mit einer neuen Frisur oder ein paar anderen Kleidern.  

Wie haben Sie so schnell zu Ihrer alten Figur zurückgefunden?
So wie jede Frau, die abnehmen möchte. Ich habe die Finger von Essen gelassen, das nicht gut für meinen Körper ist. Was mir übrigens äußerst schwergefallen ist, glauben Sie mir! (lacht) Ich muss eigentlich jeden Tag aufs Neue um meine Figur kämpfen. Es hilft allerdings, dass ich viel tanze.

Vor Kurzem haben Sie zugegeben, dass Sie mal einen Zusammenbruch hatten…
Ja, da wurde ich nach der schwierigsten Zeit meines Lebens gefragt. Ich war damals noch sehr jung, gerade mal 18, und am Anfang meiner Karriere mit Destiny’s Child. Ich realisierte, dass plötzlich jeder meiner Schritte überwacht wird. Es gab ständig neue Gerüchte über mich, meine Pläne und mein Liebesleben – irgendwann konnte ich das nicht mehr. Aber heute habe ich mich damit arrangiert und gelernt, damit zu leben.  

Wie war denn Ihre Zeit in der Rehaklinik?  
Bevor hier wieder neue Gerüchte aufkommen: Ich war vor einigen Monaten nur dort, um mich intensiv auf meine Rolle vorzubereiten. Etta James verfiel an einem Tiefpunkt ihres Lebens dem Heroin. Ich wollte mit Menschen reden, die diese Hölle durchmachen mussten.  

Es war sicher schwer, das zu spielen, oder?
Sehr schwer. Für mich war das eindeutig eine Grenzerfahrung.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?  
Ich weine eigentlich ziemlich oft. Ich habe neulich einen Film gesehen, bei dem ich mir die Augen ausgeheult habe.

Da konnte Sie sicher Ihr Mann Jay-Z trösten … Erzählen Sie uns bitte etwas vom Leben als Ehefrau eines der mächtigsten Hip-Hop-Produzenten der Welt!
Das mache ich nur sehr ungern. Privat ist privat. Es hat sich nichts verändert. Ich bin sehr glücklich, das ist alles, was ich dazu sage.

Wie gefällt Ihnen Ihr Mann besser: als Business-Mann, der Musiker managt und Streetwear-Mode entwirft, oder als Rapper, der selbst auf der Bühne steht?
Das ist eine gute Frage. Man kann das so schwer vergleichen. Aber ich bewundere sehr an ihm, dass er, egal, was er macht, alles zu 100 Prozent durchzieht. Er ist der beste Rapper der Welt und ein genialer Geschäftsmann. Ich mag wirklich beide Jay-Zs.

Wie können wir uns Ihr Privatleben vorstellen – stehen Sie zu Hause am Herd?
Ich bin nicht die beste Köchin. Wenn ich mal richtig viel Zeit habe, mache ich das gern. Dann schickt mir meine Mutter ein Rezept, ich kaufe die Sachen ein, und dann muss sie mir später am Telefon erklären, was ich machen soll.

Und was kochen Sie dann so?
Für Hamburger würde ich sterben. Womit wir wieder beim Finger-weg-vom-Essen-das-nicht gut-ist-Thema wären…

Wie ernähren Sie sich, wenn Sie auf Tour sind? Da bleibt doch sicher nicht viel Zeit für Gesundes.
Mein Speiseplan ist ziemlich langweilig. Zum Frühstück gibt’s Müsli, ein Sandwich zum Lunch, und am Abend esse ich Fisch mit Gemüse. Aber wenn ich einen Donuts-Laden sehe, muss mein Team einen Abstecher dahin machen. Zum Glück findet man die nur in den USA an jeder Ecke. Wenn es sie überall auf der Welt geben würde, wäre das mein sicherer Untergang! (lacht)

Apropos Übertreibung: Sie outen sich immer wieder als Modesüchtige…
Das ist tatsächlich mein größtes Laster. Ich bin verrückt nach Zac Posen, Alexander McQueen, und ich sammle Chanel-Ohrringe.

Kaufen Sie sich auch Kleider selbst, oder bekommen Sie als Superstar alles geschenkt?
Natürlich bezahle ich auch dafür! Aber ich kann nicht abstreiten, dass ich Geschenke von De­signern sehr liebe. Von Giorgio Armani habe ich zum Beispiel neulich eine XL-Handtasche bekommen. Ich habe mich gefühlt wie ein kleines Mädchen unterm Tannenbaum.  

Achten Sie auf Preise, wenn Sie sich selbst etwas kaufen?
Wenn ich mich wirklich in ein Teil verliebt habe, gibt es keine Grenze. Da muss mich dann meine Cousine bremsen. Neulich hatten wir eine Diskussion darüber, ob eine Tasche für 15 000 Dollar notwendig ist. Ich wollte sie unbedingt, meine Cousine war entsetzt und hat mir regelrecht verboten, sie zu kaufen. Ich habe letztendlich auf sie gehört.

Was ist das schönste Stück in Ihrem Kleiderschrank?  
Ob Sie es glauben oder nicht – ohne Finger­nagelsticker kann ich nicht leben. Ich habe Dutzende verschiedene Motive, die ich passend zu jedem Outfit aufklebe.

Taschen oder Schuhe – was ist wichtiger?
Schuhe. Ich liebe diese superhohen High Heels, die es gerade überall in den Läden gibt. Bei vielen Fotoshootings trage ich solche. Einmal musste ich 45 Minuten auf welchen stehen, die einen dünnen, fast zerbrechlichen Absatz hatten. Ich hielt also die ganze Zeit mein Gewicht auf den Zehen. Ein tolles Workout für die Beine!

Haben Sie sich schon mal verkleidet, um auf der Straße nicht erkannt zu werden?
Nein, im Gegenteil. Wer mit Mütze und Sonnenbrille durch die Gegend läuft, zieht doch erst recht Blicke auf sich. Ich gehe wie jeder andere ganz selbstverständlich zu H&M oder Topshop. Da sind sowieso alle mit sich und den Klamotten beschäftigt, keiner achtet auf mich. In solchen Momenten bin ich eine Frau wie jede andere.

Nathalie Gale