Ben Stiller im OK!-Interview

Der Hollywood-Star über seine Rolle als Schauspieler und Vater

Ben Stiller auf der Premiere am 11. Dezember in Berlin Ben Stiller spielte nicht nur die Hauptrolle des

Ben Stiller, 48, steht nicht nur als Hauptdarsteller in der Neuverfilmung des Hollywoodklassikers "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" (ab 1. Januar im Kino) vor der Kamera, sondern ist gleichzeitig auch noch Regisseur der erstaunlichen Geschichte. Als zurückgezogener "Walter Mitty", ein Redakteur des berühmten "Life" Magazins, versucht er durch Tagträumerei dem grauen Alltag zu entkommen. Auf seiner Reise stellt er sich heldenhaft Abenteuern und versucht das Herz seiner Traumfrau zu erobern. Doch das wahre Leben holt "Mitty" bald wieder ein ...  

OK! traf Komiker Ben Stiller in New York zum Interview. Offen spricht er über seinen eigenen Alltag, seine Tagträume und darüber, was er noch vor seinem 50. Geburtstag erreichen will…..

Von was träumen Sie? 
Ich erwische mich oft dabei, dass meine Gedanken einfach wandern und ich an etwas total anderes denke, als das, was ich gerade mache. Zum Beispiel an eine Filmszene, an der ich gerade arbeite. Aber meine Frau und meine Kinder holen mich dann gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück…(lacht). Doch heutzutage haben wir fast nicht mehr diesen Luxus, einfach nichts zu tun, um zu träumen. Meistens, wenn wir eine freie Sekunde haben, greifen wir zum Handy um schnell etwas zu checken. Ist doch so – oder?

Sie spielen nicht nur die Hauptrolle, sondern führen auch Regie. Wie kam es dazu? 
Ursprünglich wollte ich als Schauspieler mit dabei sein. Ich fand das Drehbuch super. Als ich erfuhr, dass noch kein Regisseur gefunden war, fragte ich, ob ich die Regie übernehmen kann. 

Ist es für Sie einfach, gleichzeitig Regie zu führen und als Schauspieler zu arbeiten?
Sicherlich war es eine große Herausforderung für mich, einen Weg zu finden um beides gleichzeitig zu machen. Aber das ist ja gerade das Tolle und Spannende daran: die Herausforderung. Aber wenn ich als Regisseur arbeite, wünsche ich mir eigentlich immer, dass ich nicht der Hauptdarsteller bin, denn ich finde es frustrierend mich selber zu korrigieren … (lacht)

Wie sieht es mit den Skateboard-Szenen aus. Mussten Sie das extra für den Film lernen?
Als Kind fuhr ich in New York immer mit meinem Skateboard durch die Strassen. Ich konnte ein paar Tricks, aber keine schweren…lacht. Doch natürlich reichte mein Können nicht für den Film. Wir stellten die besten Skateboarder ein. Sie machten die meisten Tricks. Rodney Mullins macht die Tricks auf dem Skateboard und Brian Holden ist der Meister am Longboard. Die Nahaufnahmen hab ich selber gemacht. Aber wir hatten Sicherheitsgurte für mich … (lacht)

"Walter" will aus seinem Alltag entkommen und flüchtet in eine Fantasie-Welt. Ihr Leben ist nicht geprägt von gewöhnlichem Alltag – und das schon seitdem Sie ein kleiner Junge sind ...
Ich lebe in meiner Fantasie-Welt. Bevor ich als Schauspieler meinen Durchbruch schaffte, musste ich mir mein Geld hart verdienen. Ich arbeitete als Kellner, oder in einem Kamera-Laden und musste Müll bündeln. Doch ich hatte nie einen typischen Büro-Job von 9 bis 17 Uhr. Ich glaube das könnte ich nicht verkraften … (lacht)

Hatten Sie als Kind auch noch andere Träume, die wahr wurden?
Ja. Seitdem ich acht Jahre alt bin, wollte ich Regisseur von einem Film sein. Und ich habe immer davon geträumt eines Tages einen Sohn zu haben.   

Und jetzt haben Sie zwei Kinder. Einen Sohn und eine Tochter. Wie finden es die Kinder, dass ihr Papa Schauspieler ist?
Meine Tochter ist elf und interessiert sich langsam für die Schauspielerei. Sie sieht mich als Schauspieler und als Papa. Doch sie bevorzugt mich als Papa. Mein Sohn ist acht und auch er interessiert sich für Filme. Er hat mir zugeschaut, als ich viele der Szenen bei uns zuhause geschnitten habe. Doch ich glaube, irgendwie suche ich immer die Zustimmung meiner Kinder, wenn sie einen Film von mir sehen. 

"Walter" hatte ein langweiliges Leben, bis sich eines Tages etwas geändert hat. Wie sieht das bei Ihnen aus. Haben sie ein Liste, die Sie gerne noch machen würden, bevor sie 50 Jahre werden?
Nein, habe ich nicht. Aber was ich mit dem Alter gelernt habe ist, die Sachen so zu schätzen wie sie sind und zwar täglich. Ich habe Leute verloren, die mir viel bedeutet haben. Das Leben kann schneller vorbei sein, als man denkt. Deshalb möchte ich einfach alles so schätzen wie es passiert. Und ich hoffe das noch besser können, wenn ich 50 Jahre alt bin. 

Interview: Rachel Kasuch