Silva Gonzalez - 'Nach dem Dschungelcamp hob ich total ab

OK! Online sprach mit ihm über seinen Klinik-Aufenthalt und seine Zukunft

Im Dezember 2013 begab sich Hot Banditoz-Sänger Silva Gonzalez, 33, in eine Hamburger Psychiatrie, um seine Depressionen behandeln zu lassen. Seit einigen Wochen ist der so fröhlich wirkende Musiker nun wieder raus und, wie er sagt, auf "einem guten Weg" in seine Zukunft. OK! Online sprach mit Silva über die Gründe und Schwere seiner Krankheit, was er in Zukunft vorhat und ob er sich noch einmal in das Dschungelcamp wagen würde:

Hallo Silva, du durfest die Klinik wieder verlasssen. Was waren eigentlich die Gründe für deinen Aufenthalt?

Ich musste dort hin, weil ich eine depressive Phase hatte. Fachlich heißt das "eine mittlere depressive Episode"; das ist ein depressiver Schub mit Ängsten und vielen anderen Symptomen. Ich habe mich zurückgezogen und meine fröhliche Maske, die ich in der Öffentlichkeit stets aufsetze, hat nicht mehr funktioniert; ich war in einer sehr schwierigen und schlechten Phase meines Lebens.

Wie lange warst beziehungsweise bist du schon depressiv?

Das ging eigentlich schon 2012 los, nach der Trennung meiner langjährigen Freundin und jetzt Ex-Freundin. Da ging's mir schon sehr schlecht, aber ich habe das weggeschoben und überhaupt nicht verarbeitet und mich mit der Arbeit abgelenkt, dann kam auch das Dschungelcamp, danach war wieder so viel los...und irgendwann, im April, Mai des letzten Jahres merkte ich dann, dass ich müde war, antriebslos, auf einmal keine Power mehr hatte. Im Mai ließ ich mich durchchecken, Blutwerte und alles, um zu gucken, ob ich nicht vielleicht etwas habe - war aber alles in Ordnung. Als dann der Jahreswechsel kam, der Winter, wurde alles extremer und ich habe auch viel Alkohol getrunken. Im Oktober war ich schon einmal in der Klinik in der Notaufnahme, weil es mir sehr schlecht ging, aber da war ich noch nicht tief genug und ging wieder nach Hause. Erst versuchte ich es mit sämtlichen Dragees, Vitaminen, einer Lebensumstellung...

Hat natürlich alles nichts gebracht?

Nein und wenn es mir mal kurz besser ging, griff ich wieder zur Flasche und dann sank ich so richtig tief, dass ich nicht einmal mehr aus dem Bett kommen konnte. Jegliche E-Mail, WhatsApp-Nachricht, jeglicher Kontakt überforderte mich und ich hätte am liebsten die ganze Zeit geheult. Als ich dann endgültig keine Kraft mehr hatte, bin ich in die Klinik gegangen.

Jetzt geht es dir soweit wieder besser?

Ja, jetzt geht es mir wieder besser. Ich bin auf einem guten Weg und ich bin auch weiterin in ambulanter Therapie. Ich habe seitdem meine Tagesstruktur geändert, nehme Mahlzeiten regelmäßig zu mir, momentan lebe ich ganz abstinent ohne Alkohol, ich bewege mich... das hilft mir alles gewaltig.

Wie war das während deinem Klinik-Aufenthalt - haben sich deine Mitmenschen bei dir gemeldet, oder auch von dir abgewendet?

Es haben sich tatsächlich sehr viele Menschen bei mir gemeldet und mir gute Wünsche ausgerichtet, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich habe niemanden, der sich von mir abgewendet hat, alle haben mir gezeigt, dass sie an mich glauben und zu mir stehen.

Das ist toll. Man hört häufig, dass einen Menschen plötzlich verlassen, wenn man mal in einer Krise steckt.

Ja, es hängt auch immer davon ab, wie man sich selbst immer gegeben hat. Ich glaube ich, war immer loyal und korrekt gegenüber den Menschen in meinem Umfeld und immer fair, sodass man mich auch in guter Erinnerung hatte und mich auch in einer schlechten Phase unterstütze. Es gab auch viele, die mir nicht geglaubt haben und erst gefragt habe, ob das alles nur PR ist, weil ich mir nach außen hin nie etwas anmerken habe lassen; ich war immer die Frohnatur, immer gut drauf. Auch beim Fußball, wo ich regelmäßig gespielt habe - 2 von 12 Leuten haben mir geglaubt, die anderen dachten, das wär alles nur ausgedacht. Da sieht man mal!
 
Du hast deine Probleme also lange Zeit sehr gut verstecken können.

Auf jeden Fall. Ich glaube, das kann auch jeder ganz gut, seine Probleme einfach wegstecken. Den meisten Menschen merkt man gar nicht an, wenn sie mal einen schlechten Tag haben. 

Weißt du schon, wie es in den nächsten Monaten für dich weitergeht? Möchtest du weiterhin im Rampenlicht stehen, dich auf die Musik konzentrieren oder einen ganz anderen Weg einschlagen?

Mir macht es wahnsinnig Spaß auf der Bühne zu stehen, ich liebe die Fan-Unterhaltung und ich habe da ja auch Talente und die möchte ich auch weiter verfolgen, aber halt ohne diesen Riesendruck, den ich vorher hatte, dass ich unbedingt erfolgreich sein muss. Zudem möchte ich zusehen, dass ich nebenbei auch etwas Bodenständiges aufbaue und neben der Musik auch mal einen normalen Job haben kann, der von Montag bis Freitag geht. Ich kann mir mich in Zukunft gut als Manager vorstellen. Ich könnte meine eigenen Erfahrungen weitergeben, als Eventveranstalter, Künstlermanager oder ähnliches. Ich habe auch Werbekaufmann gelernt und inzwischen mehr als zehn Jahre Erfahrung im Showbusiness. 

Hast du noch Kontakt zu deinen Hot Banditoz-Kollegen?

Zu Fernanda habe ich keinen Kontakt mehr. Gabriela ist inzwischen Mutter, zu ihr habe ich sporadisch noch Kontakt und wir haben noch zusammen Auftritte.

Würdest du noch einmal in das Dschungelcamp gehen?

(überlegt) Jein, aber eher nein und wenn, dann einfach, um vieles anders zu machen. Wenn ich noch einmal mit den gleichen Leuten da reingehen würde, dann würde ich vielleicht nicht mehr die Konfrontation mit Olivia suchen und diese Machtkämpfe lassen, Georgina in Ruhe lassen und so weiter. Als Begleiter schon eher! Dann könnte ich helfen, die Person auf dem Boden zu halten, vor den ganzen Partys und dem Alkohol zu warnen und denen mal eine Ohrfeige geben und sagen: "Stopp! So nicht, du versaust dir deine Karriere." Es ist einfach so, dass alles, was nach dem Dschungelcamp passiert, dich dazu einlädt, abzuheben. Wer dabei nicht abhebt, hat wirklich einen festen Boden unter den Füßen - ich hatte es nicht.