Boris & Lilly: Das Interview vor der Traumhochzeit

Exklusiv

Sie waren verliebt, zerstritten, getrennt, dann wieder ein Paar. Jetzt haben Boris Becker und Lilly Kerssenberg geheiratet. Nur in OK! sprachen die beiden über ihre stürmische Liebe – und die Hochzeit in St. Moritz.

Monaco, London, Zürich, Düsseldorf, Paris. Termine und Hochzeitsvorbereitungen führen Boris Becker, 41, und seine Verlobte Sharlely „Lilly“ Kerssenberg, 32, in den letzten Wochen vor ihrer Hochzeit in St. Moritz durch halb Europa. Es gibt viel zu tun, erzählen Boris und Lilly in ihrem ersten gemeinsamen Interview, das sie exklusiv OK! geben. Vor allem die kleineren Fragen müssten so kurz vor der Hochzeit noch geklärt werden: „Sitzordnung, Zimmerverteilung, An- und Abreisetage.“ Bis zum Ja-Wort sind es nur noch wenige Tage, von Stress beim Brautpaar keine Spur.

Werden Sie nicht langsam nervös?
Lilly: Im Moment bin ich es nicht, aber wer weiß? Fragen Sie mich am 12. Juni um 10 Uhr noch mal! Mein Puls wird rasen und dann bin ich bestimmt furchtbar aufgeregt! Jetzt ist keine Zeit dafür, wir sind viel zu beschäftigt mit allem.
Boris: Jetzt beginnt der kleine Stress. Wir wissen zum Beispiel noch nicht, wohin es in die Flitterwochen gehen soll. Wir haben leider nur sechs Tage, weil ich danach als BBC-Kommentator in Wimbledon meine Arbeit aufnehme.

Woher wissen Sie, dass Sie den Partner fürs Leben gefunden haben?
Boris: Wir leben nun schon seit fast fünf Jahren zusammen und haben in dieser Zeit sehr viele Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert. Wir haben unsere Grenzen überprüft, sie teilweise überschritten und gemerkt, dass wir ohne den anderen nicht leben können – oder wollen.

Wann haben Sie das erkannt?
Boris: Das war ein laufender Prozess. Ich war von Anfang an von Lilly fasziniert, meine Söhne übrigens auch. Beide sind große Befürworter dieser Beziehung … Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir am Ende des Tages gemerkt, dass wir zusammen alt werden wollen.
Lilly: Ich habe von Anfang an gewusst, dass er der Richtige ist. Aber dann hatten wir all diese Probleme und Schwierigkeiten und ich dachte: lieber doch nicht! Erst im letzten Sommer, als ich nach unserer Trennung nicht mehr bei den Familienferien auf Mallorca dabei war, habe ich gemerkt, dass mir irgendwas fehlt. Ich wollte zurück! Wir haben miteinander geredet. Aber eigentlich mussten wir uns nur ansehen, wir wussten beide sofort: Das ist es jetzt.

Wann haben Sie Lilly den Antrag gemacht?
Boris: Wir haben uns hier in St. Moritz am 29. Dezember verlobt, niemand wusste davon. Nicht einmal meine Kinder. Dieses Geheimnis haben wir dann wie ein Baby in uns getragen und beide fast zwei Monate lang dichtgehalten.

Wie haben Ihre Söhne reagiert, als sie von der Verlobung erfahren haben?
Boris: Ich habe sie natürlich vor „Wetten, dass ..?“ informiert. Sie haben völlig entspannt und locker reagiert, sie hatten wohl nur auf den Moment gewartet. Für Noah und Elias hat sich nicht die Frage gestellt, ob wir heiraten, sondern wann. Außer Lilly hätten sie keine andere Frau an meiner Seite zugelassen.

Für die meisten Frauen wäre es eine Herausfor­derung, einen Mann mit drei Kindern zu heiraten …
Lilly: Als wir uns zum ersten Mal begegnet sind, wusste ich schon, dass Boris zwei Jungs hat. Später hat er mir auch von seiner Tochter Anna erzählt. Noah und Elias leben in Miami, ich damals auch. Also konnte ich sie schrittweise, ganz behutsam, auf einer total entspannten Ebene kennenlernen. Niemand hat uns gezwungen, einander zu mögen, und ich habe nie versucht, ihre Mutter zu ersetzen. Ich habe mich einfach bemüht, ihnen zu zeigen, dass ich ihren Vater liebe.
Boris: Lilly ist für die beiden eher wie eine große Schwester. Das waren ja keine Vorstellungs­gespräche. Wir haben einfach jeden Tag ein paar Minuten mehr miteinander verbracht. Als ich gesehen habe, dass es unglaublich gut klappt, hat mir das Mut und Selbstvertrauen gegeben.

Wie haben Sie Lilly überzeugt, sich nicht für den Star, sondern für den Mann Boris zu interessieren?
Boris: Die beiden Gründe, warum ich alle paar Wochen nach Miami fliege, heißen Noah und Elias. In Florida bin ich erst mal nur Vater, kein Prominenter oder sonst was. Diese Seite hat Lilly kennen- und, ich glaube auch, lieben gelernt.

Lilly, als Sie Boris von Florida nach Europa folgten, kamen die Probleme. Woran lag das?
Lilly: Es kam eine Seite von Boris zum Vorschein, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er hatte mich gewarnt, wie groß das Medieninteresse hier sein würde. Er machte eine Wandlung durch vom privaten Boris zum öffentlichen Boris, an dem jeder zerrte und etwas von ihm wollte. Dazu der Klatsch, die Wahrheit, Lügen. Er war plötzlich ein anderer. Da habe ich alles infrage gestellt, Zweifel bekommen. Ich wollte alles mit ihm besprechen, wollte, dass er es mir erklärt. Aber es war nicht der richtige Zeitpunkt. Boris war dauernd so beschäftigt. Und ich war durcheinander, also hat es nicht funktioniert.

Wie haben Sie diese Krise bewältigt?
Lilly: Ich habe gelernt, damit umzugehen, weil ich mit ihm zusammengeblieben bin und seine Welt Schritt für Schritt kennenlernte.
Boris: Das ist das Geheimnis.
Lilly: Uns hat stärker gemacht, dass er jetzt versucht, mir diese Welt zu erklären. Da wurde mir klar: Warte mal, dann halten wir zusammen und schaffen das gemeinsam. Nur so kann es laufen.

Beide waren Sie schon mal verheiratet. Was werden Sie jetzt besser machen?
Boris: Ich bin nur ein Mensch, Lilly auch, und wir machen alle jeden Tag zehn Fehler. In einer Ehe gibt es Grundregeln, gegen die man nicht verstoßen darf, das ist klar. Aber ich glaube, dass ich die mit 41 besser einhalten kann als mit 25. Wir beide wissen, was wir aneinander haben, und werden alles Menschenmögliche tun, damit wir unser Glück nicht verlieren.

Kati Degenhardt