Beauty-Interview mit Julia Stegner

Natürlich blond!

Als Model ist Julia Stegner seit sieben Jahren international gefragt – privat ist das Werbegesicht von Maybelline Jade ein unkomplizierter Typ.

Es gibt Oben-ohne-Fotos von Julia Stegner, aber kein einziges Bild zeigt das deutsche Model mit gefärbten Haaren: „Die habe ich noch nie mit Chemie angefasst“, erklärt die Botschafterin der Kosmetikmarke Maybelline Jade im OK!-Interview auf der Fashion Week in Berlin. Im Modegeschäft, wo auf Wünsche und Persönlichkeiten von Models selten Rücksicht genommen wird, ist das eine kleine Sensation. Und auch sonst hat die 24-Jährige Münchnerin mit Wohnsitz in Manhattan selbstbewusste Ansichten.

Sich nicht die Haare zu färben, gehört zu Ihren Prinzipien. Was noch?
Mir war meine Familie immer schon wichtiger als der Job. Ich habe sogar eine Chloé-Kampagne abgesagt, weil meine Großeltern goldene Hochzeit hatten. Das war beruflich bestimmt keine gute Idee, aber privat war es die richtige Entscheidung. Ich will meine Identität behalten und nicht nur das machen, was von mir verlangt wird.

Sie wirken in Modefragen stets sicher. Ist Ihr guter Stil angeboren?
Meine Mutter hat zumindest einen sehr guten Geschmack. Ich stöbere bis heute in ihrem Kleiderschrank. Gerade habe ich eine Jacke aus den 80ern mit Schulterpolstern entdeckt, für die ich in New York jede Menge Komplimente bekomme, sogar von Stylisten!

Dazu tragen Sie ausgefallenen Schmuck. Wie stylen Sie sich privat?
Modisch mag ich es lässig, am liebsten Jeans. Dazu trage ich Vintage-Schmuck. Die meisten Stücke sind Talismane. Den Ring habe ich von meiner Mama bekommen, auch die Uhr aus den 80ern gehört ihr. Wenn ich die Sachen anhabe, fühle ich mich meiner Familie näher. Eine der Ketten ist von meinem Freund Steven Pan.

Der ist erster Fotoassistent von Starfotograf Steven Meisel. Wie pflegen Sie Ihre Beziehung in der hektischen Modewelt?
Ich hätte selbst nie geglaubt, dass es mit einem Mann aus demselben Business gutgehen könnte! Aber ich hab auch mal gedacht, ich würde nie nach New York ziehen. Und nun bin ich da …

Sag niemals nie …
Genau. Wir leben jetzt seit viereinhalb Jahren zusammen, das ist schon Wahnsinn! Es hat einfach Vorteile, wenn man jemanden trifft, der einen komplett versteht. Ich kann mir bei ihm Rat holen oder mich ausheulen, wenn ich mal einen schlechten Tag hatte. Aber es gibt auch Nachteile, vor allem, weil wir beide so viel unterwegs sind und uns so selten sehen. Aber es gibt ein Sprichwort, das heißt: „Liebe wächst mit der Entfernung“.

Wie steht es mit der Familienplanung?
Ich mache generell gern Pläne, das wird mir immer wieder als „typisch deutsch“ nachgesagt. Aber für die nächsten beiden Jahre ist erst mal nichts vorgesehen. Andererseits ist es nicht planbar, Kinder zu bekommen – und theoretisch möchte ich unbedingt Kinder! Wenn möglich jung, noch vor dreißig. Ich hätte gern eine Familie und ein Haus mit Garten. In meinen Job habe ich definitiv ein Verfallsdatum.

Kati Degenhardt