Eric Bana im OK!-Interview

Hollywood-Liebling wider Willen

"Ich bin kein Star, sondern Arbeiter": Der Schauspieler bevorzugt ein "normales" Leben – inklusive feuchtfröhlicher Abende mit Kumpels.

Dass er den Ruf eines Sexsymbols genießt, lässt ihn selbst völlig kalt. Seit zwölf Jahren ist Eric Bana, 41, mit der Journalistin Rebecca Gleeson, 38, verheiratet. Skandalfrei und glücklich. Im Gespräch mit OK! verrät der australische Schauspieler, wie er das ­geschafft hat … 

Sind Sie ein Romantiker?

Das müssen Sie meine Frau fragen, die kann das besser beurteilen. Ich schätze, ich habe meine Momente und weiß, wie man ein roman­tisches Überraschungs-Dinner plant. Aber ich verbringe meine Abende nicht auf dem Sofa und weine bei Liebesfilmen, falls Sie das meinen. Zum Heulen ist mir nur zumute, wenn meine Teams im Sport verlieren. (lacht)

Sie spielen gerade in "Die Frau des Zeitreisenden". Waren Sie schon ein Fan des Romans, bevor Sie das Angebot bekamen?
Ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht gelesen hatte, mir aber dann keine bessere Vorlage für einen Liebesfilm hätte wünschen können. Hollywood neigt dazu, Beziehungen zwischen erwachsenen Menschen zu zeigen, als ob es sich um Zwölfjährige handelt – mit kindischen Problemen und Happy-Ends, die von der ersten Sekunde an absehbar sind. In dieser Geschichte aber müssen die Liebenden mit Prüfungen fertig werden und an ihren Entbehrungen wachsen. Das scheint mir dem Wesen der Liebe doch näherzukommen, als es im Kino üblich ist.

Glauben Sie an die Macht des Schicksals?
Nun, es wäre gefährlich, sich zurückzulehnen und auf einen vorbestimmten Weg zu warten – man muss das Leben schon selbst in die Hand nehmen. Aber bei zwischenmenschlichen Beziehungen hatte ich oft das Gefühl, dass das Schicksal die Finger im Spiel hatte. Bis auf unsere Familienmitglieder ist die Begegnung mit jedem Menschen eine Schicksalsbegegnung. Man formt dann zwar bewusst Freundschaften oder Beziehungen – doch ich möchte nicht glauben, dass es nur Zufall ist, jemanden zu treffen, der einen den Rest seines Lebens begleitet.

Wohin würden Sie reisen, wenn Sie eine Zeitmaschine zur Verfügung hätten?
Früher hätte ich unter lauter faszinierenden historischen Ereignissen die Qual der Wahl gehabt. Doch ausgelöst durch diesen Film muss ich sagen: Die Idee, den eigenen Eltern dabei zuzusehen, wie sie sich ineinander verlieben, ist einfach überwältigend schön.

Gibt es etwas, was Sie aus Ihrer eigenen Vergangenheit am liebsten ändern würden?
Es gibt Schauspielleistungen oder ­gefloppte Auftritte aus meiner früheren Karriere als Stand-up-Comedian, die ich gern aus meinem Gedächtnis löschen möchte. (lacht) Aber ändern? Nein. Ich glaube, dass man auch Fehler und Misserfolge braucht, um zur vollständigen Persönlichkeit zu reifen.

Man sieht Sie zwar andauernd in großen Filmen, aber privat tauchen Sie nie in den Medien auf. Wie bewahren Sie sich Ihre Privatsphäre?
Die ehrliche Antwort ist, dass ich weder berühmt noch narzisstisch genug bin, um für Paparazzi überhaupt von Interesse zu sein. Ich bin kein Star, sondern Arbeiter. Das Wildeste, was ich unternehme, ist ab und zu ein gepflegtes Besäufnis mit meinen Kumpels, das hinter verschlossenen Türen stattfindet. Zudem verbringe ich 80 Prozent meiner Zeit in Melbourne, wo einen die Leute respektvoll in Ruhe lassen, und den Rest der Zeit bei Dreharbeiten.

Reizt es Sie, mal anderswo als in Australien zu leben?
Überhaupt nicht. Ich komme durch meinen Job genug herum und der ein oder andere Urlaub ist auch drin. Die Welt dreht sich so schnell und noch dazu kann ich in meinem Beruf ohnehin nie weiter als ein paar Monate planen – da ist eine Basis mit Freunden und Familie das einzig probate Mittel gegen unsere Kultur der Hochgeschwindigkeit, um nicht durch­zudrehen.

Roland Huschke