Kai Pflaume im OK!-Gespräch

Über seine neue Show

Mit der Show "Yes We Can Dance" will er Quote machen. Privat lässt es der Moderator entspannter angehen.

Jemand, der so lange im Geschäft ist wie er, bekommt wegen eines neuen Showformats keine feuchten Hände mehr. "Ich bin gespannt", sagt Kai Pflaume, vor allem, weil seine Tanzshow "Yes We Can Dance“ auf Sat.1 seit dem 11. September immer freitags um 20.15 Uhr live ausgestrahlt wird. Da kann viel Unvorhergesehenes passieren. Genau das reizt den Moderator: "Ich mag es, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie geplant waren, und man gefordert ist, aus der Situation spontan das Beste zu machen.“ Dazu wird er hoffentlich viel Gelegenheit bekommen: In sechs Folgen sollen Prominente berühmte Tanzszenen aus Filmen nachtanzen. Keineswegs immer in der Idealbesetzung ...

Ganz ehrlich, Herr Pflaume, das Konzept der Show lebt doch von Schadenfreude, oder?
Das wäre der falsche Ausdruck. Entscheidend für die Teilnehmer ist der Spaß, nicht so sehr das Leistungsprinzip. Ich werde in vielen Momenten sagen müssen, dass ich das selbst auch nicht besser gekonnt hätte. Und dass man sich am Ende darüber amüsiert, was da passiert, ist ja auch klar – ohne jemanden auszulachen.

War es schwer, prominente Teilnehmer für die Show zu finden?
Nicht so schwer, wie man denkt. Bei uns sitzt ja keine Fachjury, die über Körperspannung und Tanzschritte befindet. Bewertet wird die Ausstrahlung der Tänzer. Viele haben Erinnerungen – an Kostümfeste. Oder an Rudi Carrell, der hatte früher die Prominenten-Playbackshow. Ich war dort selbst mal zu Gast  – als Billy Idol.

Sehr ungewöhnlich!
Zuerst wollte man mir was Nettes, Artiges angedeihen lassen. Aber ich wollte keine Schmuse­nummer, sondern einen Auftritt, der nicht meinem öffentlichen Bild entspricht.

Es muss verlockend für Sie sein, mal das Image zu wechseln und nicht der ewig …
… Nette zu sein? Ich bin mit dem Bild, das es von mir gibt, mehr als zufrieden. Jemanden nett zu finden, bedeutet, man würde gern einen Kaffee zusammen trinken oder ihn zu sich nach Hause einladen. Ich bin nicht jemand, der sich wünscht alles andere zu sein – nur nicht „nett“. Nett ist massentauglich, und ich mache nun mal Fernsehen für die breite Masse. Nett ist für mich perfekt.

Beschreiben Sie mal Ihren Tanzstil!                                                                       (gerät ins Stocken) Ich würde mal sagen, ich bin ein Freestyler.

Wen haben Sie zuletzt zum Tanz aufgefordert?
Ganz sicher meine Frau. Das letzte Mal haben wir im Pfingsturlaub so richtig abgerockt. Aber wir ziehen nicht jedes Wochenende los.

Dafür dürfte Ihnen auch die Zeit fehlen. Sie sind ja sehr viel unterwegs …
Das täuscht. Mir ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Es gibt genügend Angebote, die ich nicht annehme. Man sieht mich und meine Frau zum Beispiel selten auf Premieren und Events, denn für mich sind das alles Termine, die ich koordinieren muss. Wir haben zwei Söhne, die zur Schule gehen, da ist das alles nicht so einfach zu organisieren.

Klingt, als seien Sie trotz Job in den Familienalltag eingebunden …
Das bin ich, und das möchte ich auch so. Die Arbeits-Lebens-Balance muss stimmen.

Was gehört zum Leben dazu?
Ich mache gern Sport, aber nicht exzessiv. Das ist für mich Ausgleich. Und ich verreise gern mit der Familie, meist in die USA. Diese Zeit genießen wir alle, weil wir uns dort ­etwas unbeobachteter bewegen können. Und Dinge machen können, die wir in Deutschland nicht tun könnten.

… Fallschirmspringen, Bungee-Jumping?
Ich muss mir selbst und anderen nichts mehr beweisen. Das habe ich erlebt, das hat Spaß gemacht. Solche Kicks reizen mich nicht mehr. Ich muss meine Grenzen nicht neu austesten. Ich weiß relativ gut, wo die liegen.

Ist Kai Pflaume ein besonnener Mann?
Meine Shows erfordern viel Konzentration, da brauche ich alles, was an Energie da ist. Ich muss dann genug schlafen, mich gesund ernähren und brauche Sport zum Ausgleich. Das heißt auch: kein Alkohol während der Arbeit.

Schon mal negative Erfahrungen gemacht?
Nein, aber ich möchte auch nach stressigen Arbeitstagen fit und ausgeschlafen nach Hause kommen. Meine Frau hofft vielleicht, dass ich ihr mal was abnehme, oder die Kinder wollen was mit mir erleben. Darauf muss man sich einstellen. Das hat was mit Respekt zu tun – meiner Frau und meinen Kindern gegenüber.

Kati Degenhardt