Beautytalk mit Veronica Ferres

Beauty-Queen

Veronica Ferres genießt die Momente, in denen sie verletzbar und ungeschminkt
sein darf. Doch da gibt es noch einen Notfallplan für schlechte Tage.

Wo immer sie sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat, war da dieses gelassene Lächeln, ein inneres Strahlen in ihrem Gesicht, das einfach nur ausdrückt: Veronica Ferres ist glücklich. Privat hat die 44-Jährige mit dem Finanzunternehmer Carsten ­Maschmeyer einen Erfolgstypen an ihrer Seite. Und auch beruflich läuft alles bestens: Im Oktober startet ihr Kinofilm „Unter Bauern – Retter in der Nacht“. Klar ist ihr Terminkalender da voll. Trotzdem kam sie zu einem Benefiz-Lunch der DKMS Life nach Düsseldorf und nahm sich Zeit für ein Gespräch über Schönheit.

In Ihrem Beruf spielt äußerliche Schönheit eine große Rolle. Wie sehr stehen Sie unter dem Druck, immer schön sein zu müssen?
Manchmal sehr – wenn es erwartet wird. Aber ich hatte das Glück, von der Rolle der jugendlichen Liebhaberin ins Charakterfach wechseln zu können. In meinem neuen Film spiele ich die deutsche Jüdin Marga Spiegel. Da habe ich überhaupt keinen Stress schön sein zu müssen, im Gegenteil: Ich fühle mich dann sehr aufgehoben, sehr wohl und sehr wunderbar. Rollen wie diese verlangen Mut zum Ungeschminktsein, zur Verletzbarkeit.

Und auf dem roten Teppich?
Das ist etwas völlig anderes! Als wir mit unserem Film beim Festival in Locarno Weltpremiere gefeiert haben, war mir klar, das erleben jetzt 8 200 Menschen live, die internationale Presse zuschaut und in der Fachzeitschrift „The Hollywood Reporter“ werden Kritiken und Bilder erscheinen. Da wurde ich richtig nervös, hatte weiche Knie und feuchte Hände.

Verraten Sie uns Ihr Rezept gegen diese Aufregung?
Ich stelle mich rechtzeitig auf solche Events ein und bereite mich körperlich darauf vor. Ungefähr eine Woche vorher beginne ich, mich ganz bewusst zu ernähren. Ich esse abends keine Kohlenhydrate mehr, denn die hemmen meinen Stoffwechsel. Dazu kommt sehr viel frisches Obst und Gemüse, viel Wasser und ich trinke die ganze Woche keinen Alkohol. Jeden zweiten Tag mache ich mindestens eine Stunde Ausdauertraining. Mit diesem Sport- und Diätprogramm fühle ich mich leicht und beschwingt und weiß, dass mir keiner was anhaben kann.

Klingt nach viel Disziplin. Wo nehmen Sie die her?
Ich bin von Natur aus ein fauler Mensch. Mein Abitur habe ich nur so gut bestanden, weil ich immer auf den letzten Drücker gelernt habe, dann aber Tag und Nacht. Das Wissen hat genau so lange gehalten bis die Prüfung vorbei war. (lacht) Und das ist heute noch so. Als Schauspielerin muss ich ja meinen Text im Kurzzeitgedächtnis jederzeit abrufen können, und nach dem Dreh kann ich ihn wieder vergessen.

Disziplin erfordert nicht nur Ihr Beruf, sondern auch Ihre Aufgaben als Mutter …
Oh ja und zwar bedingungslos, wenn es um das eigene Kind geht. Für mich und meine Tochter Lilly heißt das meist um 6.15 Uhr aufstehen, erst mal duschen, mich fertig machen, dann zusammen frühstücken, dem Kind beim Anziehen helfen, dabei die Diskussion überstehen, was heute getragen wird – weil die Sachen, die ich am Vorabend rausgelegt habe, in die Ecke gepfeffert werden. Es kommen neue Modevorschläge – und bis dann alles auf dem Weg ist und das Kind in der Schule, ist ein Vierteltag vorbei. (lacht)

Da haben Sie im Alltag bestimmt kaum Zeit für ein ausführliches Beauty-Programm?
Ich brauche dafür abends noch nicht mal drei Minuten nach dem Zähneputzen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reinigung. Die ist das A und O, weil sie dafür sorgt, dass die Haut nachts atmen kann. Ich benutze dafür Augen-Make-up-Entferner und Abschminktücher. Dann wasche ich mein Gesicht mit Seifenmousse, danach kommt die Reinigungslotion und dann die Pflege.

Und tagsüber?
In meinem Alter, ich bin jetzt 44, ist es fantastisch, das Serum, die Augencreme und die Gesichtscreme von Dr. Caspari zu verwenden.

Haben Sie ein Notfallprogramm für schlechte Tage?
Meine Geheimwaffe sind die Augen-Anti-Falten-Pads. Sie sehen in jedem Film von mir, ob ich sie benutzt habe, oder nicht.

Kati Degenhardt