Denzel Washington im exklusiven OK!-Interview

Der Oscar-Gewinner über Leben, Geld und Sünden

Er ist der einzige farbige Schauspieler mit zwei Oscars. Darüber kann sich der boden­ständige US-Star allerdings nur bedingt freuen, verrät er im OK!-Interview ...

Ob als mutiger Held in "Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit" oder als selbstloser Bodyguard in "Mann unter Feuer": Denzel ­Washinghton, 54, rührte sein Publikum oft zu Tränen. Aktuell brilliert er als Geisel-Retter in "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123". Mit Ulrich Lössl sprach der gebürtige New Yorker über sein Leben in der Bronx, Geld und Sünden.

Wo stehen Ihre beiden Oscars?
Nebeneinander. Aber wissen Sie, was ich am coolsten finden würde? Wenn man den Unterschied zwischen schwarzen und weißen Schauspielern gar nicht mehr machen würde. Ich bin ein Schauspieler mit zwei ­Oscars. Basta. Meine Hautfarbe ist nur mein genetisches Make-up, mehr nicht.

Es heißt, dass Sie sich nie Ihre eigenen Filme ansehen …
Stimmt. Ich schaue mir privat eigentlich überhaupt keine Filme an. Nicht im Kino, im Fernsehen oder auf DVD.

Fahren Sie selbst eigentlich noch U-Bahn?
Selten. Aber als ich noch in New York lebte, habe ich in der U-Bahn so ziemlich alles erlebt: Betrunkene, Punks, Messerstechereien, Überfälle. Und einmal war ich sogar Zeuge, wie zwei ein Baby gemacht haben.

Sie sollen sich als Jungendlicher auch illegal im New Yorker U-Bahn-Bereich herumgetrieben haben …
Dafür kann ich heute nicht mehr belangt werden. (lacht) Früher, als Teenager in der Bronx, haben meine Freunde und ich schon mal über die Stränge geschlagen. Ich denke da an U-Bahn-Surfen und dergleichen.

Eine Wahrsagerin soll Ihren Ruhm vor vielen Jahren im Schönheitssalon Ihrer Mutter vorausgesagt haben.
Sie hat gesehen, dass ich mal zu vielen Menschen sprechen werde. Aber nicht, dass ich Prediger geworden wäre – was sich viele in meiner Familie wohl gewünscht hätten. Ich bin wahrlich kein Engel. Ich habe meine Schwächen. Aber am Ende des Tages frage ich mich schon, ob ich mehr Gutes getan habe oder mehr Schlechtes.

Welche Eigenschaft schätzen Sie denn bei Ihren Mitmenschen am meisten?
Liebe. Geduld. Einsicht. Und ab und zu ist es auch gut, wenn Menschen für ihre Vision und Meinung kämpfen. (zwinkert mit dem Auge) Und wenn sie Geld haben. Damit kann man auch viel Gutes tun. Gerade in Hollywood.

Ulrich Lössl