Steffen Groth im exklusiven OK!-Interview

'Ich bin ein Kuschelpapa!'

Böse und arrogant – so kam Steffen Groth bei "Doctor’s Diary" rüber. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Bild geradezurücken!

Dieser Mann hat keine Zeit zu ver­lie­ren: Kaum war die Arztserie "Doctor’s Diary" (RTL) abgedreht, stützte sich Steffen Groth, 35, in neue TV-Projekte. Was treibt den smarten, zweifachen Vater an? OK! fragte nach …

Verraten Sie uns bitte, wie viel Ehrgeiz sich hinter Ihrer entspannten Art verbirgt!
Ziemlich viel. Wenn mir etwas wichtig ist, dann bin ich bereit, weit dafür zu gehen. So habe ich für Doctor’s Diary“ Gitarrespielen gelernt und mir dabei im Übereifer eine Sehnenscheidenentzündung zugezogen. Zu viel Ehrgeiz? Ich finde es einfach cool, als Schauspieler die Chance zu haben, immer wieder Neues zu lernen.

Wie bändigen Sie Ihren Übermut?
Was mich schnell entspannt, ist der Gedanke, dass auch ich mein Leben eines Tages in einer Kiste beschließen werde – so grotesk das klingt.

Sind Sie zu Hause auch für das Action-Programm Ihrer Kinder zuständig?
Ja, aber nicht nur. Ich bin auch ein Vater zum Kuscheln. Meine beiden Kinder unterscheiden sich extrem. Meine Tochter ist dreieinhalb und sehr ruhig. Mein anderthalbjähriger Sohn kommt eher nach mir: Er will immer nur machen, rennt durch die Gegend und ackert unentwegt. Dann kommt er zu mir, schmiegt sich kurz an, um aber gleich wieder loszulegen. 

Sie sind bereits ein erfolgreicher Schauspieler, jetzt wollen Sie auch noch Regie führen. Warum?
Weil Filme meine Leidenschaft sind. Sich auf eine Sache zu beschränken, ist doch typisch deutsch. In Amerika sind Schauspieler oft gleichzeitig Regisseure, Autoren und Produzenten. Als Film-Fan schaue ich mir Filme vier oder fünf Mal an, so dass ich Stunden über Einstellungen, Perspektiven und Farbkombinationen sprechen kann.

Wer mit so viel Energie seiner Arbeit nachgeht, der muss sich auch entspannen können …
Und das tue ich am besten auf einer Insel vor Sizi­lien. Dort ist nichts, außer einem Café, einem Einkaufsladen, einem Restaurant und 100 Einwohnern. Zum Haus führen nur Treppen, 1 200 Stufen. Das Wasser kommt aus der Zisterne.

Möchten Sie dem Stadtleben den Rücken kehren?
Nein, wobei es mein Traum ist, als Kosmopolit zu leben: in jeder Stadt eine Wohnung, mit einem Fixpunkt auf dem Land, wo das Wasser meinetwegen auch aus der Pumpe kommen darf und der Ofen mit Holz befeuert wird.

Dort müssten Sie aber auf jeden Glamour verzichten.
Ich bin sowieso kein großer Partygänger. Ich liebe es zwar zu tanzen, doch ich suche vor allem intensive Gespräche.

Das klingt so ernsthaft. Dabei gelten Sie als Frauenschwarm!
Ist das so? (lacht) Ich möchte einfach nur Menschen kennenlernen. Und so lange mir nicht zwei Brüste ins Gesicht gestreckt werden, bin ich bemüht, das Geschlecht erst mal hintanzustellen.

Geht Ihre Frau ebenso locker mit Ihrem Image um?
Sie hat kein Problem damit. Glücklicherweise kommt sie nicht aus der Filmbranche und hat sich eine gesunde Distanz dazu bewahrt.

Rainer Vogt