Catherine Zeta-Jones exklusiv im OK!-Interview

'Meine Karriere ist mir nicht wichtig'

Liebe kennt kein Alter. In "Lieber verliebt" spielt die 40-Jährige eine frisch getrennte Mutter, die sich in den 25-jährigen Babysitter ihrer zwei Kinder verliebt. Ob der zweifachen Mutter das auch passieren könnte, erzählt s

Seit über 30 Jahren ist sie im Schauspiel-Business. Doch langsam kehrt Catherine Zeta-Jones Hollywood den Rücken – geografisch und emotional …

Glauben Sie, es lässt sich steuern, in wen man sich verliebt?
Um sich zu verlieben, muss man schon offen und bereit dazu zu sein. Natürlich ist die Liebe unvorhersehbar – wie das Leben überhaupt. Du weißt nie, wann sie deinen Weg kreuzen wird. Einige meiner gleichaltrigen Freundinnen sind noch Singles und sagen immer: "Ach, das wird nichts mehr mit mir!" Darauf sage ich: "Man weiß nie!"

Das Drehbuch stammt von Bart Freundlich. Seine eigene Liebesgeschichte mit der zehn Jahre älteren Julianne Moore soll ihn inspiriert haben …
Mir gefiel diese Rolle, es war mal etwas ganz Neues für mich. Ich bin ja auch keine naive Anfängerin mehr, aber das hier machte mich neugierig. Ich fand schon immer Anne Bancroft in "Die Reifeprüfung" grandios …

Sie waren selbst sehr jung, als Sie anfingen, vor der Kamera zu stehen. Hilft diese Erfahrung eigentlich, wenn Sie jetzt mit Kindern arbeiten?
Diese Erfahrung – und selbst zwei Kinder zu haben. Als Schauspielerin profitiere ich oft davon, Mutter zu sein. Vor 15 Jahren hatte ich noch keine Ahnung, wie es sich anfühlt, Kinder zu haben. Ich habe mit neun angefangen zu arbeiten, aber ich staune, wie diese Kinder das Schauspielen an- und abstellen können. In den Pausen werden sie sofort wieder zu Kindern, die das Set nicht die Bohne interessiert. Das ist natürlich ein Verdienst der Eltern, wenn sie so bodenständig bleiben.

Haben Ihre Kinder schon spitzgekriegt, dass sie ganz anders aufwachsen als andere Kids?
Da erzähle ich Ihnen mal eine süße Geschichte. Michael ist bei uns der Frühstücksspezialist und macht unglaublich leckere Pfannkuchen. Als ich mit Dylan schwanger wurde, hatte Michael entschieden, dass er zu Hause bleibt, weil ich gerade auf dem Höhepunkt meiner Karriere war. Jedenfalls wurde, als mein Sohn etwa sieben war, in seiner Klasse über Berufe gesprochen. Dylan fragte mich also und ich habe ihm erklärt: "Mama und Papa machen Filme!“ Darauf sagte er: "Moment mal, Mama macht Filme. Aber Papa macht Pfannkuchen!“

Da war Ihr Mann sicher auch baff!
Ja, Michael sagte: "Toll! Nach zwei Oscars und vierzig Jahren im Filmgeschäft muss ich mir anhören, dass mein Sohn denkt, ich mache Pfannkuchen!" Dass ich Filme drehe, ist ihm bewusst, seit er mich am Set von "Chicago" besuchte. Aber Papa war ständig bei ihm! Michael hat ihn damals erst mal in sein Büro mitgenommen, damit er dort wenigstens ein paar Filmposter zu sehen bekommt. Denn seine Filme kann er sich wohl erst mit 18 ansehen – "Basic Instinct" wird Dylan jedenfalls nicht so schnell zu sehen kriegen!

Fällt es Ihnen schwer, sich von Ihren Kindern zu trennen, um einen Film zu drehen?
Und wie! Früher war meine Karriere mir das Wichtigste überhaupt – wohl auch, weil ich nichts anderes in meinem Leben hatte. Heute muss ich nicht dauernd auf der Leinwand zu sehen sein. Damit ich auch nur für eine Woche meine Kinder und mein Zuhause verlasse, muss mich ein Film wirklich vom Hocker reißen.

Wie bringen Sie dann beides unter einen Hut?
Es wird immer so geplant, dass ich schnell bei meinen Kindern sein kann. Ich möchte nicht, dass meine Kinder mit mir reisen und vielleicht noch im Wohnwagen von einem Privatlehrer unterrichtet werden. Sie sollen mit anderen Kindern zusammen sein und ihr eigenes soziales Umfeld haben.

Was hat Sie bewogen, auf die Bermudas zu ziehen?
Michaels Mutter kommt von dort, insofern haben wir da viele Verwandte.  Dort haben wir alle mehr Privatsphäre. Ich ­konnte die Kinder täglich von der Schule abholen. Vor ­Kurzem sind wir aber vorü­bergehend nach New York gezogen, weil Michael dort dreht.

Jetzt arbeitet er – und Sie bleiben zu Hause. Ist es eigentlich noch einfach für Sie, Spitzenrollen zu bekommen?
Lassen Sie mich ganz realistisch sein: Ich bin jetzt 40 Jahre alt. Ob man mir das nun ansieht oder nicht – es lässt sich nicht leugnen, dass Alter bei Frauen ein Stigma ist. Je älter und besser man wird, desto weniger werden die Rollen. Also muss man die Sache selbst in die Hand nehmen und auf die Suche nach tollen Parts gehen.  

Wie würden Sie reagieren, wenn Ihre Kinder später Schauspieler werden möchten?
Ich würde nicht wollen, dass sie bereits als Kinder damit anfangen. Ich habe zwar selbst schon ganz früh im Theater gespielt, aber bei meinen Kids ist das etwas anderes, weil sie in der dritten Generation Schauspieler wären. ­Michael hat mir erzählt, wie schwer es für ihn war, "der Sohn von Spartacus" zu sein. Es ist immer hart, "das Kind von" zu sein. Und ­meine Kinder hätten gleich Kirk, Michael, mich und ihre Großmutter im Rücken! Aber wenn sie nach dem Schulabschluss zu mir kämen und sagen würden, sie wollten unbedingt Schauspieler werden, würde ich ihnen sofort meinen Segen geben. Mir hat es so viel Wunderbares gegeben.

Mariam Schaghaghi