Mónica Cruz im OK!-Interview

Penelopes Schwester über High Heels und Secondhand

Auf den ersten Blick ist sie die hübsche, nicht weniger talentierte Kopie ihrer älteren Schwester Penélope. Aber statt auf deren Erfolgswelle mitzuschwimmen, geht Mónica Cruz, 33, ihren eigenen Weg.

Statt nach Hollywood führte sie der nach Deutschland, wo sie die Action­komödie „Jerry Cotton“ ­drehte. Nur in Sachen Mode setzt sie auf ­Familienbande: Zusammen mit ihrer Schwester entwirft sie Mode für das spanische Label Mango.

Tauschen Sie mit Ihrer Schwester Penélope auch mal die Kleider?
Das haben wir schon als kleine Mädchen so gemacht und werden das fortsetzen, bis wir alt und grau sind. Wir kaufen uns auch gegenseitig Kleidung. Erst gestern habe ich High Heels von Christian Louboutin gesehen, die sogar heruntergesetzt waren. Die habe ich Penélope sofort besorgt. Und so ­machen wir das auch bei Kleidern. Wenn die eine etwas sieht, das der anderen gefallen könnte, kauft sie es.

Sie sind Schauspielerin, ausgebil­dete Tänzerin und Designerin. Wofür schlägt Ihr Herz am meisten?
Für mich gibt es beruflich kein Entweder-oder. Alles zusammen bildet eine Einheit. Ehrlich gesagt, sehe ich mich nicht als Designerin. Dafür habe ich viel zu viel Respekt vor diesem Beruf. Trotzdem habe ich eine enge Verbindung zur Mode: Als ich mit dem Tanzen anfing, bin ich schnell dazu übergegangen, meine eigenen Kostüme zu entwerfen, denn Tänzer können mit ihrer Kleidung sehr viel ausdrücken. Bereits für die Abschlussaufführungen an meiner Schule habe ich mit meiner Mutter zusammen meine eigenen Outfits geschneidert. Auch sonst musste ich gelegentlich improvisieren: Aus der Schlafanzughose meines Opas habe ich zum Beispiel mal eine Art Kleid genäht.

Wer sind heute Ihre Lieblings­designer?
Ich mag die großen klassischen Desig­ner. Inzwischen hat sich ein Traum für mich erfüllt: Modeschöpfer wie Dolce & Gabbana und Roberto ­Cavalli kommen auf mich zu, machen mir Vorschläge und schicken mir ­Sachen zu. Aber ich gehe am liebsten in Secondhandläden oder lasse mich von Frauen auf der Straße inspirieren. Zum Glück kann ich viel reisen und lerne so die unterschiedlichsten Kulturen kennen.
 
Was haben Sie sich von anderen abgeschaut?

Es ist eher das Gesamtbild, das mich auf neue Gedanken bringt. Ich möchte ja niemanden kopieren, denn jede Frau hat ihre eigene Persönlichkeit und ihren eigenen Stil. Eine Unbekannte mit Kinderwagen kann  genauso eindrucksvoll sein wie eine Kate Moss.

Haben Sie Stylingtipps für andere Frauen?
Jeder Mensch sollte einfach das tragen, was ihm steht. Wenn wir unsere Kleidung nur danach aussuchen, was gerade modisch oder angesagt ist, werden wir alle zu Marionetten, die nur das tun, was man ihnen vorschreibt. Es kommt auf die Persönlichkeit an. Und die soll immer zur Entfaltung kommen.

Rüdiger Sturm