Mickey Rourke im Interview

'Ich bin eine tickende Zeitbombe'

Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Mickey Rourke, 57, Schauspieler (jetzt mit „Iron Man 2“ im Kino) und Ex-Boxer, hat sich im Laufe seiner ­Karriere durch seine raubeinige Art viele Feinde ­gemacht. Heute hat er sich besser unter Kontro

Für seine Ausraster ist der Hollywood-Star berühmt-berüchtigt. Im exklusiven OK!-Interview spricht er über seine Gefühlsausbrüche.

Mit „The Wrestler“ hatten Sie Ihr großes Comeback. Wie fühlt sich das an?
Ich genieße jetzt alles so, wie ich es schon in den 80ern hätte tun sollen. Es gibt natürlich noch immer viele Mistkerle in diesem Geschäft, die Typen heißen jetzt nur anders als früher.

Sind Sie eigentlich ruhiger geworden?
Ich bin kein Heiliger. Nur weil es gerade gut läuft, flippe ich aber nicht aus. Ich weiß noch, wie ich vor ein paar Jahren in einem Loch ­lebte und nicht mal wusste, wie ich die ­nächste Tankfüllung bezahlen soll. Also habe ich jetzt ein kleineres Auto, ein kleineres Haus und keine falschen, teuren Freunde mehr. Da ist die Gefahr gering, dass ich Frust schiebe und mich schlecht benehme.

Wie darf man „schlechtes Benehmen“ verstehen?
Früher erschien ich fast nie pünktlich zum Dreh und zerlegte auch gern mal meinen Garderobenraum. Heute habe ich gelernt, nur noch mit Regisseuren zu arbeiten, die ich bedingungslos respektiere. Sobald ich das Gefühl habe, es mit ahnungslosen kleinen Jungs zu tun zu haben, die um jeden Preis ihre winzigen Egos aufpolieren wollen, mache ich mich aus dem Staub.

Auch Ihr „Iron Man 2“-Partner Robert Downey Jr. war schon einmal komplett in derVersenkung verschwunden. War er für Sie eine Art Vorbild?
Wir tauschten uns zu dem Thema nie aus. Für seine Probleme waren die Drogen verantwortlich, mich macht mein Temperament zur ­tickenden Zeitbombe. Ich bin glücklich, dass Robert sein Leben wieder in den Griff bekommen hat. Normalerweise enden Leute wie er in der Tonne. Wahrscheinlich stellten wir uns beide irgendwann die Frage, ob wir gute Menschen sein oder weiter im Rinnstein herumliegen möchten – und kamen zum gleichen Ergebnis! (lacht)

Downey Jr. schreibt seiner Frau viel Hilfe zu. Ist Ihnen Ihre Freundin, das Model Anastassija Makarenko, eine ebensolche Stütze?
Sie ist ein süßes Mädchen und lachte mich ­dauernd aus, als ich für „Iron Man 2“ einen russischen Akzent versuchte. Aber ich mag nicht über sie reden.  

Waren Sie enttäuscht, weil Sie für „The Wrestler“ keinen Oscar bekamen?

Ach Quatsch, ich konnte mich glücklich schätzen, überhaupt wieder eingeladen zu werden. Ich hatte vorher ein paar Preise gewonnen und fand es total lästig, Reden vor irgendwelchen Leuten in Pinguin-Anzügen halten zu müssen.

Roland Huschke