Cosma Shiva Hagen im OK!-Interview

Die Schauspielerin über ihren neuen Job

Diese Frau hat einfach jede Menge Power. Cosma Shiva Hagen, 29, ist Model, erfolgreiche Schauspielerin am Theater und beim Film. Jetzt hat sie für das Label armedangels, das sich ganz auf nachhaltige Mode konzentriert, ein T-Shirt aus reiner Bio-Baum

Cosma Shiva Hagen ist jetzt unter die Designer gegangen. Nur eine von vielen Maßnahmen, die Welt zu verbessern. Denn vom Erlös jedes verkauften T-Shirts geht ein Euro an verschiedene Hilfsprojekte. Im Mai 2009 eröffnete die Tochter von Nina Hagen außerdem eine Bar unweit des Hamburger Fischmarkts, wo OK! sie zum Interview traf…

Sie haben sich mit der Eröffnung der Sichtbar“, in der auch Kunstausstellungen stattfinden, einen Traum erfüllt …

Das stimmt. Ich wollte einen Ort, an dem Banker neben Punks sitzen. Die Bilder, die hier gerade aushängen, sind von einer besonderen Künstlerin. Sie ist eine Freundin meiner Mutter aus Amsterdam, die sogar noch meinen Vater kannte (der Musiker Ferdinand Karmelk starb, als Cosma sieben Jahre alt war, Anm. d. Red.). Die Bar ist auch ein Ort, an dem man Freunde und Familie trifft.

Für das Modelabel armedangels haben Sie ein Shirt designt. Wie sind Sie auf dieses Motiv gekommen?
Ich wollte ein helles, hoffnungsvolles Shirt. Das Logo liegt mir am Herzen: Es ist ein Engel, der wie ein Schütze oder Friedenskämpfer für eine bessere und gerechtere Welt steht.

Woher resultiert denn Ihr Drang, die Welt zu verbessern?

Ich war vor zehn Jahren für UNHCR, dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Natio­nen, das erste Mal in Afrika. Das hat mein Leben verändert – ich liebe diesen Kontinent! Ich glaube, dass fairer Handel, Bildung und die Aids-Bekämpfung die drei Hauptkomponenten sind, um die Probleme in der Dritten Welt von der Wurzel her anzupacken.

Sie unterstützen außerdem die Tierschutzorganisation PeTA. Natürlich tragen Sie da keinerlei Fell, oder?
Nein, Leder hingegen schon ab und zu. In der heutigen Zeit ist es schwer möglich, sich wirklich zu 100 Prozent politisch korrekt zu verhalten. Es wäre schon mal ein Anfang, hin und wieder darüber nachzudenken, auf was man auch mal verzichten könnte oder wie man nach und nach seinen Konsum nachhaltiger gestalten könnte.

Wie wichtig ist Ihnen Mode?

Ich bin eine Frau und habe Spaß an Mode. Mich stört nur der Gedanke, dass man nichts wert ist, wenn man keine Marke trägt. Persönlichkeit und Stil kann man sich nicht kaufen. Speziell auf dem roten Teppich werde ich wütend, wenn man mich fragt, was ich trage. Meine Klamotten sind vom Flohmarkt, aber auch mal von einer teuren Marke. In meinem Modestil steckt viel Hippie mit drin. Eine gute Mischung macht’s.

Was brauchen Sie, um glücklich zu sein?

Was gut tut, ist wenn man alles entrümpelt und nicht mehr so viel Kram hat. Das setzt Ener-gien frei. Ich bin neulich umgezogen. Das war einfacher, weil ich nur noch das Wichtigste um mich hatte.

Sind Sie allein in die Wohnung gezogen?
(lacht) Nein, mit meinen beiden Katzen.

Sind Sie eigentlich vergeben?
Darüber spreche ich nicht so gern.
 
Womit kann ein Mann denn bei Ihnen punkten?
Durch seine Optik, seinen Charakter und Humor. Das Gesamtpaket zählt – das gewisse Gefühl können nur bestimmte Leute in einem auslösen.

Welcher Promi kommt Ihrem Traummann am nächsten?
(denkt nach) Sean Connery! Klar, der ist schon älter, aber weise und sehr interessant. Doch wenn ich Männer nur aus dem Fernsehen kenne, kann ich nicht viel über sie sagen und nur das Aussehen beurteilen.

Apropos Sean Connery: Wie steht es um Ihre internationale Schauspielkarriere?

Ich habe vor einiger Zeit in der irisch-deutschen Produktion „Short Order“ gespielt, mit Vanessa Redgrave und John Hurt. Der war nie in deutschen Kinos, läuft jetzt aber bei unseren Film­abenden in der „Sichtbar“. Ich habe schon in einigen internationalen Produktionen mitgewirkt, hänge das nur nicht so an die große Glocke. Neulich habe ich einen Krimi mit Joachim Król gedreht, die letzten Auftritte am Theater in Berlin sind Ende Mai. Dazu kommt meine Arbeit hier in der Bar. Es gibt viel zu tun …
 
Bleibt dabei denn noch Zeit für die Familie?
Ich weiß gerade nicht, wo Mama ist – entweder in Berlin oder Los Angeles. Wir telefonieren immer mal zufällig über Skype. Zuletzt gesehen haben wir uns an Ostern. Die Beziehung zu meiner Mutter ist sehr untypisch – dadurch, dass wir uns nicht so oft sehen und auch früher nicht so typisch zusammengewohnt haben. Wir sind eher wie Freundinnen.

Jennifer Hartfeld