Jessica Biel im OK!-Interview

Über das Kinderkriegen und ihren Sinn für Romantik

Kaum ein Hollywood-Star schafft es so wie Jessica Biel, sein Privatleben wirklich privat zu halten. Für uns macht die Freundin von Justin Timberlake eine Ausnahme.

Femme fatale oder Action­heldin? Jessica Biel kann beides. In ihrem aktuellen Film „Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau“ verführt sie die Männer reihenweise. Und im Remake „Das A-Team – Der Film“ zeigt sie ab August ihre knallharte Seite. Im echten Leben hat die 28-jährige US-Schauspielerin eine sehr sinnliche Ausstrahlung, wache und neugierige Katzenaugen, und wenn sie lacht, kommen ihre hohen Wangenknochen zur Geltung. Man kann gar nicht anders, als sich von ihr verzaubern zu lassen …

Wie fühlt sich das an, wenn man regelmäßig auf den „Sexiest Women Alive“-Listen ganz oben steht?
(lacht) Was soll ich darauf antworten? Natürlich schmeichelt es einem für fünf Minuten. Doch dann denke ich: Was kann ich dafür, dass ich so aussehe, wie ich aussehe? Abgesehen davon bin ich kein Model – sondern Schauspielerin. Wenn mir also jemand ein echtes Kompliment machen will, dann sollte es sich auf meine Arbeit beziehen.      

Oder darauf, dass Sie sich den heißesten Junggesellen Amerikas – Justin Timberlake – geangelt haben …
Netter Versuch. Aber über mein Privatleben spreche ich schon seit Längerem nicht mehr in der ­Öffentlichkeit. Ich will diesen Bereich so gut es eben geht für mich bewahren. Aber so viel sei verraten: Ich möchte mich nicht über mein Aussehen oder meine Lebensgefährten definieren.

Sondern?

Ich bin ich. Mit all meinen Fehlern und Vorzügen. Und ich bin auch nicht auf der Welt, um mich zu irgendwem oder irgendetwas stilisieren zu lassen. Mit zum Spannendsten im Leben gehört doch auch, dass man sich im Laufe der Jahre verändern kann. Ich habe ein großes Bedürfnis, authentisch zu sein.

Ist Ihnen das heute schon gelungen? Immerhin sind Sie sehr stark im Visier der Paparazzi …

Ach was! Wenn man will, kann man fast immer abtauchen. Und oft erkennt man mich gar nicht, wenn ich ungestylt unterwegs bin. Erst kürzlich hat mich eine junge Frau angesprochen, weil sie meine Schuhe so toll fand. Wir haben uns eine Weile nett unterhalten und uns dann einen schönen Tag gewünscht. Das fand ich cool.

Haben Sie eigentlich noch die Freunde, die Sie hatten, bevor Sie ein Hollywood-Star wurden?
Meine besten Freunde begleiten mich schon seit vielen Jahren. Die mögen mich um meiner selbst willen – und nicht, weil ich mal auf einem Magazin oder einem Filmplakat bin. Die lassen sich vom Blitzlichtgewitter nicht blenden. Wenn Sie mich mit ihnen beim Barbecue erleben würden, kämen Sie nie auf die Idee, dass ich mein Geld in Hollywood verdiene.

Was macht Sie so bodenständig?
Eben diese Freunde, meine Familie und die Erkenntnis, dass Ruhm und Reichtum nicht wirklich glücklich machen. Aber ich hoffe, dass da noch ein langer Weg vor mir liegt. Ich habe noch viel vor.

Träumen Sie auch von einer eigenen Familie?
Ich mache mir oft Gedanken darüber, bin oft hin- und hergerissen. Ich glaube, wenn der Zeitpunkt wirklich gekommen ist, eine eigene Familie zu gründen, dann fühlt man das. Ich bin nicht unter Druck. Immerhin bin ich erst 28.

Sie haben mal gesagt, dass Sie nicht nur in einer Beziehung glücklich sind …
… und dem ist nichts hinzuzufügen. Das seelische Gleichgewicht kommt immer aus einem selbst heraus. Und außerdem bin ich mir meiner Gefühle meist sehr sicher.

Kein Bauchkribbeln, wenn Sie einen Frauenschwarm wie Bradley Cooper in „Das A-Team“ küssen müssen?
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann finde ich Filmküsse alles andere als erotisch. Da stehen gefühlte 1 000 Leute um einen herum und der Regisseur gibt einem ständig Anweisungen, wie man zum Beispiel den Kopf halten soll, damit man auch gut ausgeleuchtet ist. Das ist das Gegenteil von romantisch.

Sind Sie privat eine Romantikerin?
Aber sicher. Welche Frau ist das nicht?

Sie haben einen beneidenswert durchtrainierten Körper …
Ich habe mich immer gesund ernährt. Meine Eltern waren schon in den 80ern sehr „grün“, haben ihr eigenes Gemüse angebaut und Brot gebacken. Sie waren coole Alt-Hippies. Von ihnen habe ich diese Lust, mich viel an der frischen Luft aufzuhalten. Ich liebe es zu Joggen und Rad zu fahren. Außerdem habe ich viele Jahre Fußball gespielt.

Was haben Ihre Eltern Ihnen noch mitgegeben?

Den besten Tipp, den man fürs Showbiz bekommen kann, gaben mir nicht meine Eltern, sondern meine Oma: lächeln. Immer nur lächeln!
 
Maurice Schneider