Hollywood-Star Wynona Ryder im OK!-Interview

Über Nacktszenen und Affären

Lange war es still um Hollywoods zarteste Frau. Jetzt ist Wynona Ryder wieder zurück auf der Leinwand – und zu (fast) allem bereit, wie sie uns verrät …

Wenn sie einen so ansieht mit ihren braunen Augen und dabei sanft lächelt, kann man ihr nichts übel nehmen. Nicht mal, dass sie uns partout nicht verraten wollte, ob sie gerade verliebt ist. Schauspielerin Winona Ryder, 38, umgibt einfach eine geheimnisvolle Aura und sie liebt es, damit zu spielen – nicht nur vor der Kamera, sondern auch im OK!-Interview …

Sie scheinen einen Hang für Frauen am Rande des Wahnsinns zu haben.
Ich fühle mich sehr zu Figuren hingezogen, die komplex sind, mit sich und dem Leben vielleicht nicht so gut zurechtkommen wie andere und deren Seele verwundbar geblieben ist.

Weil Ihnen diese Frauenfiguren selbst ähnlich sind?

Mag sein, dass sich darin auch ein bisschen von meiner Persönlichkeit widerspiegelt. Aber vor allem, weil ich konfliktbeladene Menschen viel spannender finde als diese eindimensionalen Powerfrauen, Action-Hel­dinnen oder Geliebten.

Na ja, in „Pippa Lee“ spannen Sie einer Frau, die Ihre Mutter sein könnte, den Mann  aus, der Ihr Großvater sein könnte. Ist doch ziemlich verrückt, oder?
(lacht) So kann man das natürlich auch sehen. Aber Sandra sucht – auf ihre ganz pathetische Art – einfach nach Anerkennung und Liebe. Und das ist doch etwas sehr Menschliches. Was mich an dem Film noch begeistert hat, war das großartige Ensemble: Robin Wright, Monica Bellucci, Maria Bello – und natürlich Keanu Reeves.

Hatten Sie sich nicht mal geschworen, niemals einen Film mit einem Ihrer
Ex-Freunde zu machen?

Erstens sind Keanu und ich immer nur Kumpels gewesen. Ich kenne ihn, seit ich 16 war. Wir sind einfach wie Bruder und Schwester zueinander. Und zweitens ist das alles totaler Quatsch.

Man hat Sie lange nicht in Begleitung eines Mannes gesehen. Sind Sie Single?
Dazu sage ich nichts. (lächelt) Früher habe ich mich bei solchen Fragen immer mit langen, nichtssagenden Antworten herausgeschummelt. Heute gebe ich einfach keinen Kommentar mehr ab.

Sie stehen seit über 25 Jahren vor der Kamera. Können Sie beschreiben, wie Sie das geprägt hat?   
Natürlich habe ich mich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Zu Beginn meiner Karriere habe ich mich fast dafür geschämt, Schauspielerin zu sein, weil ich oft das Gefühl hatte, dass das eine ziemlich oberflächliche Art und Weise war, sein Geld zu verdienen.

Hat sich das Gefühl inzwischen geändert?

Ja, zum Glück. Aber ich fühle mich auch heute noch bei Dreharbeiten alles andere als sicher.

Ist das der Grund, warum Sie so gut wie nie in Nacktszenen zu sehen waren?
Ich kann nicht sagen, dass ich besonders wild auf Sexszenen war und bin. Meistens werden sie nur gemacht, um den Film aufzupeppen und haben rein gar nichts mit der Dramaturgie zu tun. Aber ich würde mich heute – wenn es wirklich wesentlich wäre – nicht mehr so dagegen sperren …

Vielleicht liegt auch die Schamgrenze etwas höher, wenn man jung ist …

Vielleicht. Schließlich ist die Pubertät für niemanden ein Zuckerschlecken. Schon gar nicht, wenn man wie ich seine Teenager-Jahre sozusagen im Scheinwerferlicht von Hollywood durchleben musste. Da wurde oft viel aufgebauscht.
 
Zum Beispiel, als Sie sich damals mit 17 in Johnny Depp verliebten .
Auch das, ja. Er war meine erste große Liebe, und wir waren beide noch so jung. So eine Liebesbeziehung ist sogar schon dann sehr aufregend, wenn sie nicht unter dem Vergrößerungsglas der Medien stattfindet.

Inzwischen gehen Sie auf die 40 zu – ist das ein Problem für Sie?
Mein 40. Geburtstag nächstes Jahr ist nichts, was mir schlaflose Nächte beschert. (lacht) Aber vielleicht wäre es jetzt mal langsam an der Zeit, dass ich mir endlich die 500 Dollar von Sean Penn hole. Der hat nämlich vor vielen Jahren mal mit mir gewettet, dass ich spätestens mit 30 die Schauspielerei satt haben würde.
 
Sind Sie heute glücklicher als mit 25?

Ich lebe sehr bewusst im Hier und Jetzt. Und wenn ich mir mal einen Blick zurück gönne, dann bin ich mit meiner Karriere ganz zufrieden. Aber ich habe mich noch nie auf meinen Lorbeeren ausgeruht, ich frage mich immer: Was kommt als Nächstes?

Welcher Aspekt Ihrer Persönlichkeit hat Ihnen denn im Leben am meisten geholfen – und welcher Sie eher behindert?
Auf meine Sensibilität und mein Bauchgefühl konnte ich eigentlich immer bauen. Was ich noch besser lernen muss, ist, Geduld zu haben.

Gemma Bailey