Christoph Metzelder über Zukunftspläne und Modesünden

Der Fußballer im Interview

Nach drei Jahren bei Real Madrid kehrt der Fußballer jetzt nach Deutschland zurück. Bereut hat Christoph Metzelder seine Entscheidung, ins Ausland zu gehen, nie – dann schon eher das ein oder andere Outfit.

Er ist wieder da: Fußballer Christoph Metzelder, 30, folgte vor drei Jahren dem guten Ruf des spanischen Kult-Vereins Real Madrid. Sein Glück fand er dort nicht, verlor sogar seinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft. Ab dieser Saison spielt er für Schalke 04 und will wieder angreifen. Mit OK! sprach er übers Auswandern und Mode.

Sind Sie traurig, nicht bei dieser WM dabei gewesen zu sein?
Ich habe es immer als große Ehre empfunden, für mein Land spielen zu dürfen. Das gilt für jedes Länderspiel, ganz besonders natürlich für die großen Turniere. Deswegen ist schon ein wenig Wehmut dabei.

Hoffen Sie auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft?
Ich habe mal gesagt: „Man tritt nicht aus der Nationalmannschaft aus, sondern wird irgendwann nicht mehr berufen.“ Ich werde also alles daran setzen, die Leistungen zu bringen, die dazu berechtigen, wieder Nationalspieler zu werden.

Sie sind nach drei mehr oder weniger erfolgreichen Jahren jetzt zurück nach Deutschland gewechselt. Was hat Ihnen die Zeit in Spanien gebracht?
Ich habe eine neue Sprache gelernt und bin als Mensch gereift. Allein ins Ausland zu ­gehen, um dort zu arbeiten und zu leben, hat vor allen Dingen etwas mit Mut zu tun! Mut, bekanntes, sicheres Terrain hinter sich zu lassen und sich in ein unbekanntes Abenteuer zu stürzen.

Was können die Deutschen von den Spaniern lernen?
Jedes Land hat seine ureigene Mentalität. Die Lebensfreude und Leichtigkeit der Spanier ist schön. Dafür hätten die Iberer gern unsere Disziplin und Ordnung. Ich glaube, dass wir sehr zufrieden mit uns sein können!

Was werden sie am meisten vermissen?
Den Jamón Ibérico (ein besonderer Schinken, Anm. d. Red.). Und natürlich die Menschen in Madrid. Trotz aller Erfolge bleiben doch am Ende vor allen Dingen die Personen, die man kennen- und schätzen gelernt hat!

Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie es nach der aktiven Karriere weitergehen soll?
Erstmal freue ich mich auf die nächsten Jahre als aktiver Sportler. Die Zeit in Madrid war eine groß­artige Erfahrung, aber mein persönlicher Ehrgeiz gebietet mir, noch mal eine neue Heraus­forderung anzunehmen.

Team-Manager oder Trainer – was wäre eher was für Sie?
Ich denke schon, dass ich dem Fußball verbunden bleiben werde. Ich habe mein ganzes Leben mit diesem Sport verbracht und immer versucht, ihn von mehreren Seiten zu betrachten. Diese Erfahrungen irgendwann weiterzugeben, in welcher Form auch immer, ist ein Fernziel.

Wie wichtig ist Ihnen Mode?
Wie die große Mehrheit stehe auch ich morgens vor dem Kleiderschrank und überlege, was ich anziehe. Es geht darum, bei welchem Wetter, zu welchem Anlass ich mich wie am wohlsten fühle. Muss es schell gehen, und soll es leger sein? Habe ich heute Mut und will mal etwas ausprobieren? Sollte es klassisch sein? Keine Fragen von elementarer Bedeutung, aber mal ehrlich – wir stellen sie uns doch alle tagtäglich!

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Tagsüber sportlich, abends klassisch. Im Moment trage ich sehr gern Chinos – perfekt beim momentanen Sommerwetter. Abends dann gern auch mal ein Sakko oder Anzug.

Was war Ihre schlimmste Modesünde?
Die Ironie des Lebens ist doch, dass man im Rückblick wohl in jeder Lebensphase schrecklich aussah! (lacht)
 
Was werden wir von Ihnen wohl nie zu sehen bekommen?
Fotoshootings mit freiem Oberkörper.

Niklas Starnitzky