Henning Baum im Interview

Henning Baum hat eine Stimme, so tief wie ein Brunnen. Sein Aussehen? Verwegen, männlich. Ein echter Kerl eben. Mit Herz, Hirn und Humor hat der 37-Jährige mit der Krimiserie „Der letzte Bulle“ (montags, 20.15 Uhr, Sat.1) vor allem w

Auch die Wiederholung der Vorgängerserie „Mit Herz und Handschellen“ von 2005, in der Baum einen schwulen Polizisten spielt (mittwochs, 20.15 Uhr, Sat.1), erreicht neue Einschaltrekorde. Höchste Zeit, sich diesen Typen mal vorzuknöpfen …

Macho-Bulle, schwuler Ermittler – was würden Sie denn sonst noch gern spielen?  
Die Rollen müssen auf jeden Fall was hergeben. Ich würde auch einen Buchhalter spielen, der bedroht wird und plötzlich ganz andere Seiten an sich entdeckt. (grinst)

Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg von „Der letzte Bulle“ aus?
Die Idee, dass ein Koma-Patient nach 20 Jahren wieder aufwacht und sich dann in einer ihm fremden Umgebung zurechtfinden muss, ist einfach gut. Dadurch entstehen unterhaltsame Konflikte. Vergleichbar mit den Gulliver-Geschichten, der mal bei den Zwergen und mal bei den Riesen zu Besuch ist. (lacht)

Stehen Frauen auf Machos?
Weiß ich nicht. Das müssen Sie die Frauen fragen. (lacht) Ich kann auch nicht so viel mit dem Begriff Macho anfangen. Meine Serienfigur behandelt Frauen ja nicht schlecht, sondern hat eine klare Linie. Sie eiert nicht rum, sondern weiß, was sie will. Sie ist keine Lusche. Frauen wünschen sich wahrscheinlich auch Männer, die entscheidungsstark sind. Weicheier haben wir genug. Das ist das, was die Menschen auch an Politikern kritisieren. Dass die keine klaren Positionen beziehen, sondern alles so weit abschwächen, dass ihre Aussagen beliebig werden.  

Stehen Sie auch privat auf Curry­wurst, Fußball und schnelle Autos?

Nein, das ist mir alles nicht so wichtig. Ich esse zwar ganz gern mal eine Curry­wurst und gucke Fußball. Schnelle ­Autos sind zwar schön, aber das ist jetzt nichts, was mich besonders reizt. Mein Hobby dagegen heißt Ruhe …
 
Ruhe?
Ja, ausruhen. Das mache ich echt gern.  

Zum Abschluss noch drei Benimmfragen: Dürfen Männer schnarchen?

Das ist ja keine Frage, bei der man um Erlaubnis bittet. Da kann man ja überhaupt nichts für. Das ist sicherlich für den, der neben einem liegt, nicht angenehm, aber man muss ja nicht zusammen in einem Raum liegen.  

Dürfen Frauen rülpsen?  
In unserer Kultur ist das bei Tisch nicht erwünscht.

Sollen Männer Frauen die Tür aufhalten?
Man sollte grundsätzlich versuchen, seinen Mitmenschen hilfsbereit gegenüberzutreten. Das ist niemals veraltet. (lacht)

Thomas Kielhorn