Franka Potente im Interview

OK! exklusiv

Lange hat man nichts mehr von Franka Potente gehört. Jetzt meldet sich die sympathische Schauspielerin und Autorin mit ihrem dritten Buch zurück. OK! erzählte sie worum es in "Zehn" genau geht.

„Zehn“ ist nach „Kick Ass - Das alternative Workout“ und „Berlin-Los Angeles - Ein Jahr“ bereits ihr drittes Buch. Allerdings eine ganz andere Richtung. Was hat Sie an dem Genre der Erzählung gereizt?
Die Kurzgeschichtenform bot sich an, da ich fragmentarisch erzählen wollte, so wie ich Japan wahrgenommen habe. Ich selbst liebe Kurzgeschichten. Raymond Carver, Dorothy Parker - herrlich. Kleine, feine Denkanstösse, Welten in die man für kurze Zeit hineinschaut.

Welche Bedeutung hat die „Zehn“ für Sie?
Es gibt keine weitere Bedeutung. Ich mag den Titel, weil er einfach ist und weil quasi "drin ist was drauf steht". (:

Sie haben in Japan eine Dokumentation gedreht. Was war das auslösende Moment bzw. ab welchem Zeitpunkt wussten Sie, dass Sie einen Erzählband machen möchten?
Nach meiner ersten Tokioreise dachte ich bereits daran Geschichten aus Japan erzählen zu wollen. Bei meiner zweiten Reise nach Tokio und Kyoto, ein Jahr später, habe ich dann einige Interviews mit Leuten gemacht und mir viele Momente und Fragmente notiert.

Wie haben Sie Ihre Notizen zunächst festgehalten? Im Laptop? Auf Zetteln?
Beides. Ich habe ein "Japan Notizbuch", einiges habe ich aber auch gleich in den Laptop getippt, je nachdem wo ich war.

„Das Buch soll uns mit Menschen vertraut machen, deren Leben so fremd und anders zu sein scheint als das unsere“, sollen Sie gesagt haben. Was glauben Sie, worin bestehen die größten Unterschiede zu den Japanern?
Die Japaner leben täglich mit dem Gegensatz von einer sehr lebendigen weit weit zurückreichenden Geschichte und Religion und unfassbarer Moderne. Beides ist völlig ins Leben integriert. In Japan gibt es ein Gemeinschaftsgefühl, das über allem zu stehen scheint, während bei uns Individualität als erstrebenswert gilt. Daraus, und aus vielen anderen Andersartigkeiten, baut sich ein völlig anderes, mir sehr fremdes, Sozialgefüge auf, welches ich höchst faszinierend finde.

Und wo gibt es die größten Gemeinsamkeiten?
Japaner lieben es gut zu essen.

Was war Ihr beeindruckendstes Erlebnis in Tokio? Und welche Städte haben Sie in Japan noch gesehen?
Das war "Hanami" die berühmte Kirschblüte. Ich habe sie sowohl in Tokio als auch Kyoto erlebt und es ist eines der beeindruckendsten und bezauberndsten "Naturereignisse". Wunderschön. Die Menschen sind völlig verzaubert, wenn es blassrosa Blüten regnet und alle sind schon Wochen vorher voller Vorfreude.

Könnten Sie sich vorstellen, ganz nach Japan zu ziehen?
Nein. Aber ich möchte sobald wie möglich wieder hin.

Haben Sie während der Reisen nach Japan und den Recherchen zum Erzählband auch fotografiert?
Klar. Es gab so viele fantastische Motive.