Jennifer Lopez im großen OK!-Interview

Über Liebeskummer und Allüren

„Mein Herz wurde schon so oft gebrochen“, sagt die Latina. Doch mit OK! spricht Jennifer Lopez nicht nur über ihre Ex-Freunde, sondern auch über echte Star-Allüren …

Gerade ist sie 41 geworden. In den letzten Jahren hat Jennifer Lopez alles
erreicht, wovon sie immer geträumt hat: Sie ist Schauspielerin, Sängerin, Designerin, Geschäftsfrau und außerdem verheiratet (mit Marc Anthony, 41) sowie Mutter der Zwillinge Max und Emme, 2. Im exklusiven Interview mit OK! blickt sie zurück auf ein Leben voller Leid und Liebe …

Sind Ihre Eltern eigentlich stolz auf Sie?

Sie konnten sich lange nicht damit abfinden, dass ich mich ihrem Wunsch, Jura zu studieren und Anwältin zu werden, widersetzt habe. Was sich für eine gut erzogene Tochter aus einer Latino-Familie eigentlich nicht gehört. Da heißt es: parieren! (lacht)

Werden Ihre Eltern finanziell von Ihnen unterstützt?
Ich wäre immer für sie da, wenn es nötig ist. Nun arbeiten sie aber beide wie die Weltmeister …
 
Als was?
Papa ist Computer-Spezialist bei einer Lebensversicherung in New York, Mama ist Lehrerin und ganz „nebenbei“ noch Millionärin.

Was? Ihre Mutter ist Millionärin?
Sie verdiente sie nicht, sondern gewann sie vor sechs Jahren im Spielkasino. Aber meine Mutter ist keine Zockerin! Meine Eltern gönnten sich nur ein freies Wochenende in Atlantic City, und dabei knackte Mama mal zufällig den Jackpot.

Ihre Eltern kennen sich seit Kinder­tagen, sind noch immer ein Paar. Wann hatten Sie Ihren ersten Freund?
Mit 15. Und ich blieb zehn Jahre lang mit ihm zusammen! Was beweist, dass wir nicht leichtfertig wie so viele junge Leute von heute miteinander ins Bett gingen.

Dann war da mit Ben Affleck aber noch ein Fast-Ehemann, außerdem sind sie vor ihrer Ehe mit Marc Anthony bereits zweimal verheiratet gewesen …
Ja und? In 40 Lebensjahren – und das macht mich jetzt zu einem Vamp!? Blödsinn! Dabei ist das alles eigentlich zum Weinen! Ich habe immer denselben Fehler gemacht: Warf mich mit Leidenschaft in eine neue Beziehung, weil ich an die Liebe glaubte, es immer noch tue. Trotz aller Enttäuschungen, Schmerzen und Depres­sionen! Es gab Augenblicke, da hätte ich mir gewünscht, kein Herz zu haben, weil es so schmerzte.

Wann am meisten?
Natürlich immer dann, wenn eine Liebe zu Ende ging, an die ich doch so sehr geglaubt hatte. Da hätte ich mich am liebsten verkrochen, wie ein Tier, das sich zum Sterben irgendwohin schleppt.

Ist Liebe wichtig für Sie?
Die wichtigste Sache der Welt.

Und was ist Liebe?
Für mich: Kampf. Niederlage. Selbst­aufgabe.

Kampf?
Kampf gegen den Egoismus. In einer Partnerschaft stärker als der andere sein zu wollen ist falsch. Man muss sich selbst aufgeben können, bis zu einem gewissen Grad.

Wie wichtig ist Treue für Sie?
Das fragen Sie eine Latina? Das Allerwichtigste überhaupt! Da bin ich altmodisch!

Was lernten Sie aus Ihren gescheiterten Partnerschaften?
Nicht aufzugeben. Nicht bei jeder Auseinandersetzung resigniert davonzulaufen. Weil es nämlich meines Erachtens kein Paar gibt, das füreinander geschaffen ist, dazu sind zwei Menschen viel zu verschieden. Zu lieben heißt, sich aneinander anzugleichen und zu akzeptieren, dass mein Partner eben nicht der Traummann ist, weil es den ebenso wenig gibt wie für ihn seine Traumfrau.

Apropos Traumfrau: Sie wurden mehrfach als „Frau mit dem größten Sexappeal der Welt“ bezeichnet.

Mit dem größten Po der Welt, für den ich mich jahrelang schämte, wäre bei Weitem eher gerechtfertigt! (lacht)

Ist das so?
Ja! Am Anfang versuchte ich ja, meinen Po zu kaschieren, was nicht recht klappte. Also drehte ich notgedrungen den Spieß um, ­präsentierte mich so, wie ich nun mal gebaut bin.

Was missfällt Ihnen an Ihrem Körper?

Meine Füße, die viel zu groß sind. Ich habe Schuhgröße 40, schrecklich. Dafür sind meine Fußgelenke zu dünn. Na ja, nobody is perfect.

Wovor fürchten Sie sich?
Vor dem Tod, wie wohl fast jeder von uns. Und davor krank zu werden. Aber am meisten davor, irgendwann allein zu sein. Ich glaube, diese Angst ist typisch für uns Entertainer, die wir gewohnt sind, im Rampenlicht zu stehen. Denn dort sind wir eben nicht allein. Es ist die Einsamkeit nach dem Auftritt, in irgendeiner Hotelsuite, die so viele von uns dazu verführt, Drogen zu nehmen, um der Realität des Alleinseins zu entfliehen.

Ihre Hotelsuite­ muss angeblich immer weiß dekoriert sein. Warum sind Sie so exzentrisch?  

Sie schimpfen mich exzentrisch, bloß weil Weiß meine Lieblingsfarbe ist? Kollegen von mir sind da weitaus anspruchvoller, verlangen kistenweise französisches Mineralwasser, um sich damit die Haare zu waschen! Ich will keine Namen nennen, aber mein Ex-Freund P. Diddy war zum Beispiel total überkandidelt. Er bestand immer auf zwei Flaschen Hennessy-Cognac und exakt  204 Handtücher. Wozu er die brauchte? Keine Ahnung! Außerdem wollte er 20 Stück Seife,
immer eine Käseplatte mit englischem ­Cheddar und Chips mit Sour Cream …
 
Jörg Bobsin