OK! traf Salma Hayek

Über ihr Privatleben

Im Interview gewährt uns Hollywoods Vorzeige-Latina Salma Hayek tiefe Einblicke in ihr Privatleben – und warum ihre Tochter auf keinen Fall in Prunk und Protz aufwachsen soll.

Wer sie erlebt, könnte fast vergessen, dass die 43-Jährige Ehefrau und Mutter ist. So charmant und sexy ist Salma Hayek beim Gespräch in New York anlässlich ihrer neuen Komödie „Kindsköpfe“ (jetzt im Kino). Dort allerdings spielt sie nur die zweite Geige – als Gattin von Adam Sandler. Gegen ein ganz normales Familienleben hat Hayek nicht das Geringste einzuwenden – sie selbst führt ja auch eine alles andere als ­alltägliche Ehe …

Wir sehen Sie ja kaum noch im Kino …

Weil ich die Rolle meines Lebens anderswo gefunden habe: Ich bin Mutter. Früher wusste ich gar nicht so recht, wer ich eigentlich bin. Aber jetzt wird mein ganzes Leben von meiner Tochter Valentina bestimmt.
 
Das klingt nicht unbedingt begeistert.
Oh doch, ich habe die beste Zeit meines Lebens. Ich habe auch keine Probleme, zwischenzeitlich mal im Beruf kürzerzutreten. Denn meine Karriere steht ja auf festen Beinen. Deshalb war es auch gut, dass ich mit dem Kinderkriegen so lange gewartet habe.
 
Sie vermissen also nichts?
Was ich vermisse, ist Zeit. Ich kann mich nicht mehr so stark wie früher wohltätigen Organisationen widmen. Und für Freunde bleibt auch nicht mehr so viel Zeit übrig.
 
Wie schaffen Sie es dann überhaupt noch, Filme wie „Kindsköpfe“ zu drehen?
Das war einfach. Das Set war der reinste Kindergarten, weil jeder seinen Nachwuchs mitbringen konnte. Deshalb war auch Valentina bei mir, und zum Gück waren die anderen Kinder ungefähr in ihrem Alter. Manchmal war es aber extrem anstregend. Meine männlichen Kollegen konnten sich ruhig auf die Arbeit vorbereiten, denn ihre Frauen kümmerten sich um die Kinder. Ich dagegen habe alles allein gemacht – ich musste mich regelrecht zweiteilen.
 
Das müssen Sie ja auch in Ihrer Beziehung mit Ihrem Ehemann François-Henri Pinault tun. Denn er lebt in Paris und Sie in L. A. …
Ja, aber das habe ich nun einfach akzeptiert. Natürlich wäre es schön, wenn wir häufiger zusammen sein könnten. Aber unsere Ehe funktioniert so – sie entspricht nur nicht den gängigen Vorstellungen. Aber warum sollte ich sie deshalb infrage stellen? François tut das auch nicht – er gibt mir den nötigen Freiraum. Aber er unterstützt mich immer, wenn ich ihn brauche.
 
Allerdings war der Weg dorthin schwierig: 2008, ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter, lösten Sie die Verlobung, um dann Anfang 2009 doch noch zu heiraten. Hatten Sie Zweifel?

Ich wusste, dass wir damals eine gute Beziehung hatten. Ich hatte nur nie das Bedürfnis zu heiraten. Was ich wollte, war ein Partner, mit dem ich alt werden und Kinder haben konnte. Es ist zwar jetzt schön, verheiratet zu sein, aber letztlich macht der Trauschein keinen entscheidenden Unterschied.

Ist Ihr Mann auch so begeistert wie Sie?

Natürlich, aber er nimmt das Ganze gelassener. Er hat ja schon zwei Kinder aus einer früheren Beziehung. Ich dagegen bin regelrecht besessen. Alles, was meine Tochter macht, finde ich großartig. Ich mochte es sogar, ihre Windeln zu wechseln.

Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie Ihre Tochter zu sehr verwöhnen?
Ich weiß schon, dass ich ihr auch Grenzen aufzeigen muss. Dann kann ich sehr streng sein. Für mich ist es wichtig, dass sie eine enge Beziehung zur Natur entwickelt. Ich selbst bin auf dem Land groß geworden, deshalb fühle ich mich ja auch auf unserem Landhaus am wohlsten. So bekommt sie eine große Dosis Natur ab. Das ist eines der größten Geschenke.
 
Haben Sie eigentlich keine Angst, dass dieses Glück einmal gefährdet sein könnte?
Ich bin kein ängstlicher Mensch. Doch ich betrachte das Leben mit Demut, denn man hat eben nie alles unter Kontrolle. Ansonsten bin ich Optimist. Ich fühle mich so wohl in meiner Haut wie nie zuvor, habe eine totale Leidenschaft für das Leben. Für mich persönlich kann es nie bergab gehen, immer nur aufwärts.

T. P. Sheehan