Julianne Moore über Haushaltswaren und Designer

OK! Exklusiv

Die Schauspielerin gilt als Stilikone. OK! verrät Julianne Moore, warum das ganz einfach ist, wenn man nur das kauft, was einem wirklich gefällt.

Sie hat das gewisse Etwas. Diese Ausstrahlung, die Männern und Frauen den Atem stocken lässt, wenn sie den Raum betritt. Das ist beim OK!-Interview nicht anders. Obwohl Julianne ­Moore, 50, mit einer Körpergröße von gerade mal 1,63 Metern extrem zierlich wirkt, verströmt sie in ihrem dunkelgrünen Chanel-Kostüm und den schwarzen Pumps eine hohe Dosis Sexappeal …

Wow, Sie sehen unglaublich aus!
(lächelt verlegen) Oh, vielen Dank.

Haben Sie solche Komplimente auch schon als Teenager bekommen?
Nein, ganz und gar nicht. Als Kind wurde ich ständig gehänselt. Weil ich so klein war. Und wegen meiner Brille mit den dicken Gläsern. Sportlich war ich leider auch eine ziemliche Niete. Ich glaube, ich war schon Anfang 20, als ich endlich begonnen habe „etwas aus mir zu machen“, wie man so sagt. Und zu dieser Zeit habe ich auch langsam angefangen, mich für Mode zu interessieren.

Kann man als Schauspielerin Mode eigentlich ignorieren?
(lacht) Weder als Schauspielerin noch als Frau! Aber es stimmt schon, dass man als Schauspielerin auch ein Auge für Bühnenkostüme entwickelt oder für Kleider, die man in einer Filmrolle trägt. Und ich habe am eigenen Leib erfahren, wie mich zum Beispiel ein Kleid von Balenciaga oder ein Faltenrock von Dior verändern kann. Man ist darin tatsächlich eine ganz andere Frau.

Haben Sie einen Lieblingsdesigner?
Ich will mich da nicht festlegen. Mir gefallen die Sachen, die Tom Ford macht, außerordentlich gut. Und das nicht nur, weil ich in seinem Film „A Single Man“ mitgespielt habe, oder weil wir befreundet sind. Tom war es übrigens auch, der mir das Kleid gemacht hat, als ich 1997 für „Boogie Nights“ für den Oscar nominiert wurde. Es war ein traumhaftes Chiffon-Kleid, das ich immer noch besitze.

Bekommen Sie oft Kleider von Designern geschenkt?
Oft würde ich nicht sagen, aber es kommt schon gelegentlich vor. Allerdings trage ich nicht jedes Design, nur weil es von einem berühmten Modemacher stammt – sondern nur Outfits, die mir wirklich gefallen und die wirklich zu mir passen. Das trifft übrigens auch auf die Werbung zu, die ich mache.

Das heißt, Sie mögen die Bulgari-­Accessoires tatsächlich?
(lacht) Aber sicher! Das ist der absolute Luxus für mich. Viele glauben, als Hollywood-Schauspieler würde man das nur wegen des Ruhms und des Geldes machen. Das trifft auf mich allerdings nicht zu. Was mich anspornt, ist die Suche nach Wahrhaftigkeit. Als Schauspieler tut man ja nur so als ob. Man spielt eine Ärztin, ist aber keine, und doch muss man dabei absolut authentisch sein. Die Zuschauer merken sofort, wenn man sie belügt.

Außerdem gehört gutes Aussehen zu Ihrem Job dazu. Wie viel Zeit wenden Sie denn täglich dafür auf, so gut in Schuss zu sein? 
Ich gehöre sicher nicht zu den Frauen, die sich stundenlang im Bad aufhalten. Ich habe auch keinen besonderen Beauty-Tipp, den ich jetzt weitergeben könnte. Denn wie sage ich zu meinen Kindern immer? Wahre Schönheit kommt von innen! Wenn ich mal frei habe, dann arbeite ich lieber im Garten oder richte das Haus ein. Ich kenne in New York, wo ich wohne, die besten Läden für Möbel, Haushaltsgeräte, Vorhänge und so weiter. Wollen Sie ein neues Ledersofa? Eine Badewanne mit Löwenpfoten als Füße? Eine Eieruhr? Rufen Sie mich an!     

Sie kaufen tatsächlich lieber im Haushaltswarengeschäft als in einer Edel-Boutique?
(lacht) Auf jeden Fall. Natürlich mache ich manchmal eine Tour durch Designer-Stores, aber das ist meistens ein Spaß, der mich schnell erschöpft. Ehrlich gesagt, fahre ich in meiner Freizeit viel lieber mit meiner Familie nach Montauk, Long Island, wo wir ein schönes Ferienhaus am Strand haben. Und sollten Sie mich dort mal treffen, sehen Sie mich ganz und gar ungeschminkt, die Haare mit einem Gummi zum Pferdeschwanz zusammengebunden.

Letzte Frage: Sie wurden am 3. Dezember 50. Haben Sie sich auf diesen Tag gefreut?
Natürlich! Solange man im Herzen jung bleibt und offen für die Welt, kann einem eigentlich auch mit 50 wenig passieren. Und wenn dann doch mal nicht alles so rund läuft, dann kann ich jedem nur raten, den Mut nie zu verlieren und sich immer selbst treu zu bleiben. Das hat mir jedenfalls immer geholfen.

Ulrich Lössl