Roger Cicero im OK!-Interview

Spricht über neues Album "In diesem Moment"

Lange war es still um den Pop- und Jazzmusiker Roger Cicero. Jetzt meldet sich der Berliner mit einem neuen Album zurück. Und steht im großen OK!-Interview Rede und Antwort ...

Zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Album “Artgerecht“ wird am 28.10.11 sein neues Album “In diesem Moment“ veröffentlicht. Über ein Jahr lang bastelte der Berliner daran herum, schrieb und komponierte unter anderem mit dem Kölner Tinseltown-Kollektiv, Rea Garvey und Musikern von Jamiroquai, Juli sowie Stanfour.

Der Release von deinem neuen Album "In diesem Moment" steht bevor. Bist du aufgeregt?

Na klar, immer! Gerade jetzt, weil auch so viel Neuerungen im Sound sind und auch die textliche Themenauswahl. Es gibt einfach sehr viele Sachen, die, wenn man das Album direkt mit den anderen Alben vergleicht, anders sind.

Was denn genau?

Zum Beispiel wie die Big Band inszeniert wurde. Es ist nicht mehr dieser typische 50er 60er Jahre Sound. Das wollte ich mal etwas aufbrechen und etwas moderner machen. Es gibt textlich etwas mehr nachdenkliche Themen. Dafür war auf den letzten drei Alben nie so richtig Platz.

Inwiefern?

Es gab natürlich immer mal die ein oder andere Herz-Schmerz Ballade, aber letzten Endes stand dann doch immer noch sehr der Humor und das Augenzwinkern im Vordergrund. Auch diese Mann-Frau Problematik stand ziemlich im Vordergrund. Das ist beim neuen Album schon ziemlich aufgebrochen.

Liegt das vielleicht an deiner mittlerweile doch etwas gesetzteren Familiensituation, dass Texte über Beziehungsdramen und Co. etwas in den Hintergrund rückten?

Naja, ich war mit meiner Freundin ja auch schon vor dem ersten Album "Männersachen" zusammen und mein Sohn Luis war zum Release des letzten Albums "Artgerecht" auch schon da. Die Themen auf dem jetzigen Album waren schon immer für mich präsent, nur wurden sie einfach erst jetzt umgesetzt.

Gab es denn damals für den einen oder anderen ziemlich machohaften Swingsong etwas auf den Deckel von der Freundin?

"Kein Mann für eine Frau"(lacht) ... ja, das ist nicht unbedingt ihr Lieblingstext. Da geht es im groben um einen Kerl, der sich eben nicht auf nur eine Frau festlegen will.

Und wie erklärst du ihr das dann?

"Ach Schatz, du weißt doch ... du brauchst die dir doch keine Sorgen machen ... und so" (lacht) Letzten Endes ist es eben ein Songtext. Es gab bestimmt mal Zeiten in meinem Leben da war es etwas aktueller, da hat es zu meiner Situation gepasst. Deswegen kann ich solche Songs auch heute noch singen. Aber das heißt ja nicht, dass die Texte immer genau zur aktuellen Situation passen müssen.  

Wie wirst du denn den Release am 28.10. feiern?

Das ist eine gute Frage. Da werde ich den ganzen Tag zu Hause sitzen und Interviews geben, hab ich grad erfahren. Das wird eine riiiiiesen Feier! (lacht)

Eigentlich wollten wir ja ein Konzert spielen, aber das passte zeitlich alles nicht. Das werden wir dann aber eine Woche Später am 7. November nachholen. Da gebe ich dann in kompletter Besetzung mit meiner Band ein Radiokonzert. Da werden wir dann auch 2/3 des Albums auf die Bühne bringen. Das wird großes Kino. Vielleicht können wir ja auch schon den mega Chart-Entry feiern.

Und danach hoch die Tassen?

Naja für Sänger kann das mit Zigaretten und Alkohol schon problematisch werden. Besonders auf Tour. Versteh mich nicht falsch, ich bin jetzt nicht der Purist, aber dein Körper ist nunmal dein Instrument. Wenn ich müde bin, ist auch meine Stimme müde. Da sind die hohen Töne einfach anstrengender. Wenn man am Abend vorher in einer Kneipe war und geraucht hat und Bier getrunken hat, dann kriegt man eben nicht die glasklaren Töne raus. Ich hab das damals auch viel gemacht, aber irgendwann hab ich dann gemerkt, dass das so nicht funktioniert.

Also der ganz Vernünftige?

Kann ja jeder tun und lassen, was er will. Das hat einfach mehr damit zu tun, dass ich keine Lust hatte mit den Konsequenzen zu leben. Das war es mir einfach nicht wert, mir auf Dauer meine Stimme zu ruinieren. Klar gibt es Leute, bei denen klingt das Verrauchte gut. Denk mal an Ray Charles. Bei dem ist das zum Niederknien. Aber jede Stimme funktioniert nunmal anders.  

Im Februar gehst du dann ja wieder auf Tour. Was steht dir bis dahin bevor?

Da gibt es noch jede Menge Interviews, Fernseh- und Radiotermine und die Tour will auch geplant sein. Es geht jetzt schon los, dass wir uns über Bühnenbau und Licht Gedanken machen müssen. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Programm zusammenstellen, Setlisten und und und ...

Und deine persönlich Tourvorbereitung?

Ich mach sowieso immer Sport. Ich glaube das ist das Einzige was man so wirklich als Vorbereitung tun kann.

Und direkt vorm Konzert?

Da mach ich einfach ein paar Handstände.

Handstände?

Das ist sehr anstrengend und macht wirklich wach. Du musst ja eine große Körperspannung haben, um das zu halten. Das ist ähnlich wie beim Singen. Du brauchst eine gute Körperspannung und musst aber trotzdem weich bleiben, um nicht zu verkrampfen.

Und jetzt drücken wir Roger Cicero für seine Album-Veröffentlichung am 28.10.2011 die Daumen und das neue Video zur Single „In Diesem Moment“ gibts hier:

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