Brad Pitt im Interview

Der Hollywood-Star spricht über sein Leben

Er strahlt über das ganze ­Gesicht, wirkt ein bisschen so wie ein glücklicher Junge. Von dem ganzen Stress, der Brad Pitt umgibt – ob beruflich oder als Vater von sechs Kindern –, ist überhaupt nichts zu merken. Ebenso wenig von der Tatsache, dass er inzwischen 48 Jahre alt ist. Die Kämpfe seines Lebens habe er alle schon in seiner Jugend hinter sich gebracht, erzählt er im OK!-Interview. Das wollen wir mal genauer wissen …

Am 2. Februar startet ihr neuer Film „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“. Es geht um Baseball – obwohl Sie mit dem Sport traumatische Erfahrungen verbinden, oder?
Traumatisch ist übertrieben. Aber ich habe diesem Sport eine kleine Narbe auf meiner Stirn zu verdanken. Ich bin halt nicht dafür geboren, und in der Highschool bekam ich einen Ball mitten auf die Stirn geknallt – die Wunde musste mit 18 Stichen genäht werden. Aber der Grund, weshalb ich „Moneyball“ gedreht habe, hatte damit nichts zu tun. Es ist die Geschichte von Außenseitern, die man für Verlierer hält und die in unserer Gesellschaft keine Chance bekommen. Aber trotzdem setzen sie sich durch. Damit konnte ich mich gut identifizieren.
 
Kommen Sie –  mit Ihrem Aussehen waren Sie doch nie ein Außenseiter!
Na ja, in meiner Jugend fühlte ich mich schon so. Ich wuchs in einer sehr christlich geprägten Umgebung auf, und die stellte ich permanent infrage. Das sorgte für viele Kämpfe. Ich mag einfach keine vorgefertigten Meinungen, die mir vorschreiben, was ich tun soll. Ich finde, jeder muss sich irgendwie entfalten können.
 
Sich entfalten, können Sie das eigentlich noch mit sechs Kindern?
Gerade bei den Kindern entfalte ich mich ja. Sie bereichern mein Leben mehr als ­alles andere. Deshalb suche ich mir genau aus, wann und wie viel ich arbeite, denn es ist zu schmerzvoll, wenn ich meine Familie nicht sehe. Jedes Projekt muss etwas für mich bedeuten. Und ich möchte auch, dass es meinen Kindern etwas bedeutet. Zwar haben sie noch keinen meiner Filme gesehen, aber eines Tages werden sie. Und dann möchte ich bei Ihnen den richtigen Eindruck hinterlassen.

Trotzdem: Irgendwann brauchen Sie ja auch mal Zeit für sich selbst. Finden Sie die noch?
Ja, aber zugegebenermaßen muss ich die genau einteilen. Früher konnte ich mich einfach zurücklehnen und planlos abhängen, aber jetzt heißt es: Schließ die Tür, schneide 45 Minuten für dich raus, und ­bekomme dennoch alles geregelt.
 
Sind Sie froh, wenn Sie die ganze Bande mal ­zwischenzeitlich los sind?
Oh nein, ich will ja Zeit mit ihnen verbringen – und wenn ich die nicht habe, dann tue ich alles, um die freizuschaufeln. Ich vermisse das Chaos, wenn sie im Haus ­herumlärmen, spielen, wenn sie raufen oder nach mir rufen.
 
Sind ihre Kinder besser im Sport, als Sie es früher waren?
Hey, ich war gar nicht so schlecht! (lacht) In meiner Schulzeit habe ich mich in allen möglichen Sportarten versucht, sogar im Tauchteam war ich. Aber ich habe leider nie etwas konsequent durchgezogen. Meine Kids mögen Sport sehr. Wir werfen den Ball rum, spielen Fußball …
 
Wie bitte, Sie als Amerikaner mögen Fußball? Das ist aber untypisch!
Oh ja, Fußball macht irre Spaß. Und ich bin froh, dass dieser Sport bei uns in Amerika immer populärer wird. Ich schaue mir auch ganz gern mal Spiele im Fernsehen an, aber ich kenne mich leider nicht gut genug aus, um mir jetzt ein Urteil über einen Verein zu erlauben. Abgesehen davon habe ich eine liebe Freundin (Angelina Jolie, Anm. d. Red.), die ein beinharter Fan des FC Liverpool ist. Die würde mich verprügeln, sollte ich irgendeine andere Mannschaft loben! (lacht)

Und was tun Sie, wenn Sie nun doch ausnahmsweise mal ganz für sich allein sind?
Dann gehe ich auf Motorradtouren. Meistens offroad, also im freien Gelände. Normalerweise mache ich das in jedem Land, in dem ich unterwegs bin. Ich bin überhaupt ein riesiger Motorsport-Freak. Das wird sich wohl auch nie mehr ändern.
 
Ist das nicht ein etwas gefährlicher Zeitvertreib?
Es kann schon mal ein bisschen haarig werden, das gebe ich zu. Vor allem wenn die Straßen schwierig sind. Aber das Schlimmste, was mir in letzter Zeit passiert ist, war ein platter Reifen.
 
Aber Sie passen schon auf sich auf?
Natürlich. Gerade als Vater muss ich das tun. Wobei mir die Gesundheit meiner ­Kinder am allerwichtigsten ist – mehr als meine eigene. Früher war ich viel mehr von mir selbst besessen.
 
Wie gehen Sie als Familienvater eigentlich damit um, dass Sie überall erkannt werden?
Ich versuche, den ganzen Trubel möglichst gut von den Kindern fernzuhalten. Ich lese auch keine Klatsch-Geschichten in Zeitschriften über mich. Das ist vielleicht ein bisschen naiv, aber ich denke, es ist besser so. Denn wenn es nach der Presse ginge, dann hätten ich jetzt schon zehnmal geheiratet, mich 20-mal getrennt und ein Dutzend Kinder! (lacht)

Irgendwann werden Ihre Kinder auch erwachsen sein, dann können Sie sie nicht mehr von allem fernhalten oder beschützen …
Angst habe ich immer um sie. Aber was unser Familienleben angeht, so kann ich mir nur eines vorstellen: dass es immer besser und besser wird.

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