Karin Slaughter: "Liebesgeschichten sind mir zu langweilig"

Die Thriller-Autorin im OK!-Talk

Wer ihre Bücher liest, braucht starke Nerven. Denn die amerikanische Autorin Karin Slaughter, 44, beschreibt in ihren Werken die fiesesten Morde. Bevor ihr neuer Thriller "Pretty Girls" erscheint, hat sie im OK!-Interview verraten, wieso sie lieber über Morde statt über Liebesgeschichten schreibt - und wie sie privat tickt.

"Die Leute finden es schockierend, dass eine Frau so schreibt"

Ihre Bücher sind ja ganz schön brutal...

Ich glaube nicht, dass meine Bücher brutaler sind als die von Stieg Larsson oder Thomas Harris oder Jeffrey Deaver und so weiter. Ich glaube, die Leute finden es nur ein bisschen schockierend, dass eine Frau so offen über diese Dinge schreibt. Aber überlegen Sie mal: Frauen lesen mehr Bücher als Männer und sind begeistert von Krimis. Also ist es doch klar, dass Frauen sich nicht für diese Themen interessieren, sondern auch darüber schreiben wollen. 

Aber woher kriegen Sie bloß die Ideen für die Gewaltexzesse? 

Nun, die Zeitungen sind voller Geschichen über furchtbare Dinge, die jeden Tag geschehen, und ich versuche, einige der Details neu zu mischen und daraus eine Handlung für ein Buch zu machen. Letztlich schreibe ich, um zu unterhalten und ich möchte niemals die Tragödie anderer ausnutzen. Mir ist bewusst, dass diese Verbrechen tatsächlich jeden Tag passieren - im Fall von sexuellem Missbrauch sogar jede Minute des Tages.

"Wenn ich schreibe, schotte ich mich von allen ab"

In welcher Atmosphäre schreiben Sie Ihre Thriller? 

In den North Georgia Mountains habe ich eine Hütte, in die ich immer gehe, wenn ich bereit zum Schreiben bin. Ich schotte mich dann von allen ab (sogar meinen Katzen), damit ich jeden Morgen ganz ohne Verantwortlichkeiten aufstehen und schreiben kann, bis ich nicht mehr schreiben kann. Dann gehe ich wieder schlafen, dann stehe ich wieder auf und schreibe. Ich brauche diese Ruhe und Abgeschiedenheit und dass es nur heißt: die Geschichte und ich. 

War denn Ihre Familie eigentlich überrascht, dass Sie ausgerechnet Thriller schreiben?

Nicht wirklich. Mein Vater hat uns früher immer Geschichten erzählt, und darin ist immer etwas Schockierendes passiert wie: Ein Mann verlor sein Bein in einer landwirtschaftlichen Maschine oder eine Frau fiel in einen offenen Fahrstuhlschacht. Südstaaten-Geschichten haben den Hang zum Makaberen.

"Ich liebe es, alles sauber zu halten"

Wie würden Sie sich in fünf Worten beschreiben? 

Introvertiert, ruhig, beschaulich, geizig, ordentlich. Von all diesen Worten beschreibt mich wohl introvertiert am besten. Oh, und ordentlich, denn ich liebe es, alles sauber zu halten!

Könnten Sie sich eigentlich auch vorstellten, mal was ganz anderes zu schreiben? Wie wäre es mal mit Kinderbüchern oder Liebesromanen? 

Ich glaube nicht, dass ich zum Beispiel Bücher für Kinder schreiben könnte, weil ich ihre Sprache nicht kenne. Außerdem könnte ich sie am Ende zu sehr erschrecken (lacht)! Und Romanzen? Ich glaube, viele meiner Bücher enthalten durchaus eine gewisse Art von Romantik. Aber als Leser finde ich reine Liebesgeschichten langweilig. Es muss mehr passieren, damit es interessant wird. Ich lese gerne Diana Gabaldon, aber ihre Bücher enthalten auch mehr als Sex und Liebe.