Mafia-Gerüchte um "Casino"

Wahre Verbrecher-Story als Grundlage für den Film?

Spannend! Der Film "Casino" (1995), im Kino ein wahrer Kassenmagnet, scheint wahre Mafia-Verbrechen zu zeigen. Während in den Hauptrollen Stars wie Robert De Niro, Sharon Stone und Joe Pesci brillierten, witterten Ermittler aufgrund der Handlung die Aufdeckung von Gangstern in Las Vegas. Schon in den 90ern war der Kultfilm deshalb nahe dran, zum Skandal zu werden. Ein ganzer Film über wahre kriminelle Begebenheiten im Kino? Unvorstellbar!

Martin Scorsese, der Spezialist für Mafia-Geschehen auf der Leinwand, zog mit seiner Story über den Untergang eines Casino-Imperiums und einer großen Freundschaft zwischen zwei Gangstern die Massen in ihren Bann. Fasziniert folgten Kinogänger der erbarmungslosen Story über Geld, Macht, Liebe, Gier und Gewalt. Die luxuriöse Glitterwelt von Las Vegas als Fassade tat das ihre, um den Film zum Kassenschlager werden zu lassen. Immer im Vordergrund der Verdacht, dass nicht all die gezeigten brutalen Tatsachen frei erfunden waren. Denn Scorsese ist bekannt für sein Hintergrundwissen zu dieser Szene - hat er doch viele Filme über dieses Thema gedreht, darunter „Good Fellas“, „Departed“ und „Der Ire“. Die Stories faszinieren bis heute - ranken doch viele Mythen um die Cosa Nostra in Amerika.

Der Beginn des Films „Casino“ führt uns auf den luxuriösen Schauplatz des Las Vegas der frühen 70er Jahre. Alles läuft dort bestens für den Casino-Besitzer Sam „Ace“ Rothstein, gespielt von Robert De Niro. Man munkelt, dass diese Rolle Frank Rosenthal, dem früheren Chef des berühmten „Stardust“ Casinos, nachempfunden wurde. Als absoluter Machtmensch leitet er im Film das Casino Tanger - die erfolgreichste Spieler-Oase vor Ort. Mit der Hilfe seines besten Freundes aus Kindertagen, Nicky Santoro (Joe Pesci), beherrscht er die Szene. Auch die Figur des Santoro bezieht sich auf eine reelle Person der Szene. Anthony Spilotro, der in den 40ern aus Chicago nach Las Vegas kam, soll bis in die 80er Jahre für die Mafia tätig gewesen sein. Sicher ist, dass Spilotro ein naher Freund des „Stardust“ Besitzers Frank Rosenthal war und dass sich die beiden zu einem späteren Zeitpunkt entzweiten. Wie im Film hatte Spilotro Probleme mit Gewalt und Drogen und wurde letztendlich ermordet. Pesci alias Santoro findet ein brutales Ende und wird im Film lebendig mit seinem Bruder in einem Feld begraben. Die Polizei fand seine Leiche in einem Maisfeld. Auch Ichikawa, der Darsteller der Rolle des Akio Kashiwagi in „Casino“ bezieht sich auf eine reale Persönlichkeit. Ende der 70er war dieser ein gefeierter Spieler in Las Vegas. Er verlor jedoch seine Millionen und wurde 1992 von der japanischen Mafia in Tokyo ermordet.

Im Film amüsieren sich die Schönen und Reichen zwischen Spielautomaten, Life-Casino, Black Jack und Roulette. Der Plot zeigt zunächst nur die Glamour-Welt der 1970er in Las Vegas. Und diese war sehr anziehend. Schon damals boten Casinos unternehmungslustigen Abenteurern und fröhlichen Spielern mehr als nur Unterhaltung. Die Welt der Spiele ermöglichte es, sorgenfrei an sicherem, fröhlichen Entertainment teilzunehmen. Glitzernder Luxus, laufende Gewinnchancen, viele helfende Geister und tolles Ambiente waren an der Tagesordnung. Und auch heute erleben Spielbegeisterte ähnlich prickelndes Flair. Entweder live - Kultdestinationen wie Las Vegas, Monaco oder Karlsbad existieren nach wie vor - oder virtuell. Unabhängig von Ort und Zeit stehen Plattformen wie das Online Casino Wildz stets zur Verfügung. Im Film und dem Ambiente der 70er ergänzen sich Rothstein als eleganter, weltgewandter Casinobesitzer und Santoro - der Mann für’s Grobe - bestens. Sie gehen miteinander durch dick und dünn. Bald zeigt sich jedoch der Zwiespal, in dem sie sich befinden. Denn ihre Gegenwart vereint eine eigenartige Mischung voller Glamour und Gewalt. Die Gier nach Besitz und Erfolg des anderen, Süchte und Neid machen auch vor ihnen nicht halt. Ihr Erfolgskonzept funktioniert nur so lange, bis sie sich entzweien.

Denn die Welt der beiden ist nicht das, was sie auf den ersten Blick scheint. Das Casino Tanger, für den Betrachter des Films zunächst ebenfalls nur ein fröhlicher Ort der Unterhaltung und Nachtschwärmer, enthüllt sich bald als Geldwäsche-Unternehmen der Mafia. Der Film enthüllt nach und nach Einblicke hinter die Kulissen des schillernden Paradieses. Man sieht das paradoxe Universum kleiner und großer Betrüger und Verbrecher der 70er und 80er Jahre. Eine spannende Perspektive. Kenner vermuten, dass diese Einblicke der Wahrheit entsprachen. Neben den real dargestellten Persönlichkeiten ist ein weiterer deutlicher Hinweis die Rolle des Anwaltes, der - als die ersten Schwierigkeiten beginnen - vom Casino-Besitzer Rothstein auf den Plan gerufen wird. Denn diesen spielt im Film 1995 kein Geringerer als der Mafia-Starverteidiger und künftige Bürgermeister von Las Vegas, Oscar Goodman, ein Augenzwinkern des Regisseurs, eine Verneigung vor der Wahrheit, oder ein Zufall?

Der künftige Bürgermeister von Las Vegas, Oscar Goodman, ist auch im realen Leben eine schillernde Gestalt mit spannender Vergangenheit. Als junger Anwalt war er von 1966 bis 1967 Pflichtverteidiger in Clark County. Danach verdiente er sein Geld als Strafverteidiger von Persönlichkeiten des organisierten Verbrechens. Darunter unter anderem von Frank Rosenthal, dem früheren Chef des „Stardust“ Casinos und seinem Freund Anthony Spilotro - den von den Schauspielern in „Casino“ dargestellten Charakteren. Von 1999 bis 2011 nahm Oscar Goodman das Amt des Bürgermeisters von Las Vegas ein. Danach wurde seine Frau, Carolyn Goodman, für diese Aufgabe gewählt. Besonders interessant: 2019 trat sie ihre dritte Amtsperiode an.

Für Cineasten ist „Casino“ nicht nur wegen der zugrunde liegenden Fakten spannend. Denn der Film ist auch eine Tragödie nach klassischem Muster: die Geschichte vom Aufstieg und Untergang eines Herrschers. So unerbittlich und grausam die faszinierende Persönlichkeit des Ace Rothstein in seinem Imperium regiert, so ausgeliefert und verliebt ist er gegenüber der lebenslustigen Schönheit Ginger McKenna. In dieser Rolle brilliert Sharon Stone - sie erhielt dafür den Golden Globe 1996. Im Film heiratet Rothstein seine große Liebe und begibt sich in eine bis zum Schluss problematische Beziehung. Zudem wird sein Freund Nicky Santoro immer unzuverlässiger. Er verliert sich in Drogen und Gewalt-Exzessen. Die Freunde entzweien sich immer mehr. Sie merken kaum, dass sie damit ihre Positionen gefährden. Eine Spirale nach unten beginnt, ihr Imperium löst sich letztendlich auf.

Die Casino-Aufnahmen wurden großteils während eines aufregenden Dreh-Monats im Riviera in Las Vegas gedreht. Während der gesamten Zeit liefen die Geschäfte im Haus weiter, nur ein großes Plakat auf der Fassade wies darauf hin, dass die Größen Hollywoods hier ihren neuen Film „Casino“ drehten. Ob damit die Aufmerksamkeit gelenkt wurde? Wer kann das schon mit Sicherheit behaupten.