Elton John - 'Liebe heilt Aids'

Vor allem das Mitgefühl der Menschen sei entscheidend

Musik-Legende Elton John ist der Meinung, dass Aids durch Liebe geheilt werden kann. Dieses Statement hat er gestern, 23. Juli, auf der internationalen Aids-Konferenz 2012 in Washington kundgetan. Was zunächst absurd klingt, führt der Sänger in einer Erklärung aus. Denn der 65-Jährige meint, dass vor allem Mitgefühl die Aids-Forschung vorantreibe.

"Vielleicht denken Sie, dass ich naiv bin. Vielleicht denken Sie, dass ich nicht richtig ticke. Hier bin ich und erzähle einem Publikum aus 7.000 weltweiten Gesundheitsexperten, dass man Aids durch Liebe besiegen kann", verkündete er auf der Konferenz.

"Dank all dieses Mitgefühls, all dieser Liebe, sind mehr als acht Millionen Menschen in Behandlung... Dank der Menschen, die sich zum Handeln entschlossen haben, die es vorziehen, sich zu kümmern, können wir ein Ende dieser Epidemie sehen. Aber es braucht noch eine ganze Menge mehr Mitgefühl, damit wir dorthin kommen, verdammt viel mehr."

Elton John setzt sich seit Jahrzehnten für Aids-Projekte ein und hat 1992 die "Elton John Aids Foudation" ins Leben gerufen, die bis heute rund 240 Millionen Dollar (ca. 200 Mio. Euro) sammeln konnte. Ein besonderes Problem, so sagt er, seien Scham- und Minderwertigkeitsgefühle, aufgrund derer sich viele keine Unterstützung suchten:

Wir haben preiswerte und genaue Heimtests für HIV. Aber wir können die Menschen nicht davon überzeugen, sich zu testen, wenn sie denken, dass ihre Leben nichts zählen... Millionen von Menschen auf der ganzen Welt schämen sich dafür, wer sie sind. Sie fühlen sich unmenschlich, wertlos, als ob sie überhaupt nichts bedeuten", erklärte er.

Auch ihm seien diese Gefühle nur allzu gut unbekannt:

"Ich habe diese Scham früher gespürt und sie hat mich fast umgebracht. Sie bringt Menschen auf der ganzen Welt um. Wir müssen das Stigma mit Mitgefühl ersetzen."

Themen