Nadja Drygalla nimmt Stellung zum Nazi-Skandal bei Olympia

'Ich lehne die braune Szene absolut ab'

Nicht alle sind strahlende Gewinner bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Die deutsche Ruderin Nadja Drygalla, 23, verließ vorzeitig die Spiele, nachdem bekannt wurde, dass ihr Freund Michael Fischer ein NPD-Funktionär sein soll. Nun äußerte sich die Sportlerin erstmalig selbst zu den Vorwürfen.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur “dpa“ erklärt die 23-Jährige, dass die letzten Tage “ziemlich anstrengend“ gewesen seien.

Der Stein kam ins Rollen, nachdem am Donnerstag, 2. August, DRV-Sportdirektor Mario Woldt und die Presse sich an sie richteten. Danach folgte ein gemeinsames Gespräch mit Herrn Vesper vom DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund).

Anschließend habe sie selber den Vorschlag gemacht, das olympische Dorf zu verlassen. Damit wollte sie “die Belastung von der Mannschaft nehmen“.

Ihr Freund soll seit Mai kein Mitglied in der NPD mehr sein. Zudem soll er “persönlich mit dieser ganzen Sache gebrochen“ und sich verabschiedet haben.

Wie sie erklärt, war sein Gedankengut nicht von Anfang an ihrer Beziehung ein Thema: “Das Ganze kam schleichend“. Erst mit Fischers Beitritt in die NPD und seiner Kandidatur war der Höhepunkt erreicht. Dies habe die Beziehung “sehr stark belastet“.

Sie selbst habe ihrem Freund immer wieder klar gemacht, dass sie diese Ansichten nicht teile und nicht dahinter stehe. Durch die starke Belastung dachte sie auch an eine Trennung.

Drygalla erklärt jedoch, sie selber habe nichts mit diesen Leuten zu tun gehabt: “Ich habe keine Verbindung in seinen Freundeskreis und diese Szene gehabt und lehne das absolut ab.“

Sie bemängelt die teilweise falsche Berichterstattung der Medien, die behauptet haben, sie sei auf rechtsradikalen Demonstrationen gewesen. Sie empfindet solche Vorwürfe als “unfair und ungerechtfertigt“.

Der Verfassungsschutz bestätigte, dass sie nicht an einer solchen Versammlung teilgenommen hat.

Wie es mit ihr weiter geht, kann Nadja noch nicht sagen, trotzdem möchte sie natürlich mit dem Sport weitermachen.