Lindsay Lohan will mehr Freiheit

Ihr Vater will ihr Glück zerstören

Lindsay Lohan liebt Samantha Ronson. eine Frau und eventuell wollen die beiden auch bald heiraten. Doch Michael Lohan will das Glück seiner Tochter zerstören. Das Familiendrama bei Lindsay geht weiter.

Was sagt man dazu? Aber wahrscheinlich weiß Lindsay Lohan, 22, selbst nicht so genau, was sie von den ­Moralpredigten ihres Vaters zu halten hat. Unter keinen Umständen, betonte Michael ­Lohan, 48, jüngst, werde er anwesend sein, sollte seine Tochter tatsächlich mit ihrer Freundin Samantha Ronson, 31, einen, in seinen Augen, „unchristlichen Bund der Ehe“ eingehen. „Lindsay kennt meinen Glauben“, knurrte das Mitglied der Gemeinschaft der „Wiedergeborenen Christen“, als er auf die Hochzeitspläne seines Nachwuchses angesprochen wurde. Doch zum Glück kennt Lindsay auch die Unart ihres Vaters, zur falschen Zeit die falschen Worte herauszu­posaunen.

Ausgerechnet jetzt, wo sich Lindsay endlich gefangen hat. Wahrscheinlich das erste Mal in ihrem Leben, durch das sie bislang mehr stolperte denn schritt. Ein zu schnell ge­wachsener Weltstar, von ihrer Mutter zum Pop-Produkt getrimmt. Oft war Party-Girl Lindsay neben der Spur, oft an der Seite der falschen Männer. Bis Samantha ihr plötzlich ein Gefühl gab, das sie so noch nicht kannte: Liebe! Seit ein paar Monaten sind beide unzertrennlich. Als Lindsay kürzlich nach einem Autounfall im Krankenhaus lag, Samantha neben ihr am Bett zärtlich ihre Hand hielt, brach es aus ihr heraus: „Willst du mich heiraten?“ Im gemeinsamen Urlaub ließen sie sich dann als Zeichen ihrer Zuneigung schwarze Herzchen auf die linken Hände tätowieren.

Die Vorstellung, dass sich Braut und Braut im Dezember das Jawort geben wollen – Lindsay im weißen Minikleid von Chanel, ­Samantha schwarz befrackt mit Zylinder –, findet Mi­chael Lohan jedoch schier unerträglich. Und das, obwohl er Reportern doch vorher stets versicherte, immer zu Lindsay zu stehen: „Wenn sie glücklich ist, bin ich es auch.“

Unfassbar, dass sich ausgerechnet ihr Vater nun als Tugendwächter aufspielt. Saß der ehemalige Börsenmakler und Pastafabrikant doch zweimal für einige Jahre im Gefängnis, wegen Trunkenheit am Steuer, Zechprellerei, Schlägereien, Steuerhinterziehung. Mit seiner Ex-Frau Dina, Lindsays Mutter, lieferte er sich im Jahr 2005 obendrein eine öffentliche Schlammschlacht. Kürzlich tauchte auch noch eine 13 Ja­hre alte, uneheliche Tochter auf. Und ein guter Papa, sagt jedenfalls Lindsay, sei er auch nie gewesen. Eher einer von der Sorte, die einem Kind das Leben schwer machen. Immer wieder meldete sich Michael in der Öffentlichkeit zu Wort: Mit einer Realityshow über die Vater-Tochter-Beziehung. Außerdem setzte er falsche Gerüchte in die Welt. Etwa dass Lindsay zur Hilfsmission nach Indien aufbrechen wolle, was diese prompt dementierte und Michael vor laufenden Kameras in einer Talkshow einen Maulkorb verpasste. „Misch dich nie wieder in mein Leben ein“, flehte Lindsay.

Dennis Kayser