Meg Ryan spricht Klartext

Karriere ist ein Liebeskiller

Meg Ryan spricht Klartext: Offen wie nie spricht die Hollywood-Schauspielerin über ihr Leben als alleinerziehende Mutter. Und liefert eine verblüffende Erklärung, warum sie solo ist.

Der schlimmste Herzschmerz verblasst beim Anschauen ihrer Filme.  Ob „Harry und Sally“ oder „e-m@il für Dich“ – Meg Ryans Filme lassen uns wieder an die große Liebe glauben. Doch so romantisch ihre Rollen auch sind: Privat blieb der Schauspielerin bislang ein märchenhaftes Happy End verwehrt. Warum nur ist die 46-Jährige schon seit acht Jahren ohne Partner? „Es ist total schwierig, Karriere und Beziehung unter einen Hut zu bringen“, versucht Meg ihren Single-Status zu erklären. Sie klagt: „Das turbulente Leben in Hollywood fordert Opfer. Bei mir blieben die Gefühle auf der Strecke!“

Für die Schauspielerin gibt es keinen Kompromiss zwischen Rampenlicht und Romanze,­ zwischen Filmpreisen und Familienglück. „Man muss sich entscheiden“, sagt Meg und wählte ihren Beruf – nicht nur, weil sie gern arbeitet, sondern auch, weil kein Kerl es wert gewesen wäre, die Schauspielerei aufzugeben. Dass ihre Verflossenen (Ex-Mann Dennis Quaid und Ex-Lover Russell Crowe) wieder glücklich liiert sind, macht Meg zwar sehnsüchtig, aber nicht neidisch. „Mein Leben gefällt mir so, wie es ist“, schwört die Schauspielerin. Aber es klingt, als müsse sie sich selbst erst noch ­davon überzeugen. Denn zweifel­los fehlt ihr jemand zum Reden, Lachen, Anlehnen. Jemand, der seine Hilfe anbietet, wenn Megs pubertierender Sohn Jack, 16, Probleme macht oder Adop­tivtochter Daisy, 3, einen Spielkameraden braucht.

Jemand, der sich um die Kinder kümmert, wenn Meg vor der Kamera steht. Denn die Alleinerziehende ist – nach vier Jahren Pause – gefragt wie nie, kommt demnächst mit drei neuen Filmen („My Mom’s New Boyfriend“, „The Women“, „Serious Moonlight“) ins Kino. „Ich musste mal zur Ruhe kommen“, rechtfertigt Meg ihre Auszeit. Reporter hätten die selbst gewählte Unterbrechung als Karriereknick fehlinterpretiert. Doch in dieser Zeit ebbte die Flut der Angebote tatsächlich ab – weil man sich in Hollywood an ihr sattgesehen hatte und Filmbosse lieber auf jüngere Publikumslieblinge setzten.

Sowieso: das Alter. Meg sagt, dass sich ihr 40. Geburtstag zunächst anfühlte „wie das Ende“. Beruflich aufs Abstellgleis verbannt („Für Frauen in meinem Alter müssen die interessanten Drehbücher erst noch geschrieben werden“) und auch in Liebesdingen vernachlässigt, gab Meg sich 2006 selbst einen neuen Lebensinhalt: „Daisy zu adoptieren, war ein großer Schritt“, gibt der Star zu. „Aber ich habe ihn nicht bereut. Die Kleine bereichert mich jeden Tag.“ Weil die Erziehung für Meg oberste Priorität hat, werden eigene Bedürfnisse zur Nebensache. Erotik zum Beispiel. Verständlich, dass Meg keine Energie mehr für die Männersuche aufbringt, wenn sie schon Kinder und Karriere meistert. Doch es gibt noch andere Aspekte, die Megs Alleinsein erklären: „Ich brauche eine starke Schulter“, hat sie einmal zugegeben.

Doch wer könnte dieser Frau das Wasser reichen? Ein anderer Hollywood-Star vielleicht. Aber Meg will sich nie wieder in jemanden aus der Filmbranche verlieben. „Das führt nur zu Konkurrenzdenken“, glaubt sie. Trotz allem Pragmatismus: Meg ist im Herzen eine Romantikerin.  Sie ist sicher: „Eines Tages werde ich wieder lieben …“

Maren Gäbel