Wenn aus Freunden Feinde werden

Katie und Victoria

Katie Holmes und Victoria Beckham: Wenn aus Freunden Feinde werden! Die Promi-Freundinnen sind Rivalinnen geworden. Und das alles, weil Mrs. Cruise jetzt auch Mode machen will.

Für Victoria Beckham war es ein Schlag ins Gesicht. Und der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat: Nicht nur, dass Katie Holmes, 29, bei der Pre­miere von „Tropic Thunder“ erstmals ein Kleid aus ihrer ersten eigenen Modelinie Holmes & Yang auf dem roten Teppich präsentierte. Schon nächstes Jahr will die Ehefrau von Tom Cruise, 46, die ganze Kollektion auf der Fashion Week in New York vorstellen. Und genau das ist ausgerechnet der lang gehegte Traum von Victoria, 34.

Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, wie wütend sie aufgeschrien haben muss, als sie von der Nachricht hörte: „Muss die mir alles nachmachen?“, soll sie gebrüllt haben. Oder kommt Katie ihrer Freundin sogar noch zuvor? Denn dass die Britin neben ihrer Jeanslinie dVb künftig auch Couture-Kleider entwerfen und diese dann auf einer der wichtigsten Modemessen der Welt vorstellen will, hat sie erst vor wenigen Wochen aufgekratzt im Interview verraten: „Das ist schon lange mein Traum – und ich arbeite bereits daran.“ Dass Katie jetzt den gleichen Plan hegt, muss sich für Victoria wie ein Betrug anfühlen.

Ein Betrug im doppelten Sinne: Denn Katie tritt damit nicht nur in Victorias modische Fußstapfen, sondern unternimmt auch gleichzeitig den Versuch, ihr ehemaliges Vorbild auszustechen. Indem sie eine Modenschau eventuell schneller auf die Beine stellt – und mit der Premiere womöglich erfolgreicher ist. Denn Victorias erste dVb-Kollektion verstaubte in den Regalen amerikanischer Luxusboutiquen (OK! berichtete). Einen solchen Flop will Katie vermeiden und sicherte sich deshalb die Hilfe ihrer versierten Stylistin Jeanne Yang. Die sucht dem Ehepaar Cruise seit einiger Zeit die passenden Kleider aus dem Schrank und ist maßgeblich an der ­Stilevolution ihrer Klienten beteiligt.

Dass die beiden Frauen mit Holmes & Yang nun ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ins Rampenlicht stürmen, an dem Victoria ihre Couture-Ideen umsetzt und ihrer angekündigten Herrenkollektion von dVb den letzten Schliff verpasst, ärgert die Britin. Sie wollte und sollte die Erste sein, die auf der Fashion Week mit einer Kollektion triumphiert. Schließlich ist Mode von jeher die Leidenschaft der 34-Jährigen. Seit Jahren beweist sie, dass sie ein feines Näschen für Trends hat, die weltweit kopiert werden. Um ihren Ruf in der Branche muss sich Victoria also keine Sorgen machen. Was ihr ­allerdings an die Nieren gehen muss, ist das ­Gefühl, von einer Freundin hintergangen worden zu sein.

Die beste Freundin, die plötzlich zur Rivalin wird – ein drohender Konflikt, der zwischen den beiden Hollywood-Ladys fast schon ­absehbar war. Denn es war Victoria, die vor zwei Jahren die junge, verschüchterte Ehefrau von Tom Cruise unter ihre Fittiche nahm und das „süße Mädchen von nebenan“ in eine elegante Jetsetterin verwandelte. Und ausgerechnet die ist jetzt im Begriff, ihr den Ehrenplatz als Stilikone streitig zu machen. Davon war Ka­tie bei der Hochzeit mit Tom nämlich noch meilenweit entfernt. Damals klebte das brave Image ihrer „Dawson’s Creek“-Serienfigur Joey Potter an ihr wie ein lästiger Kaugummi unter der Schuhsohle. Sie war „America’s Sweetheart“: unschuldig, nett – und ziemlich langweilig. Bis sie sich von ihrer Freundin inspirieren ließ: Victoria nahm Katie mit in die erste Reihe der Laufstege in Mailand, Paris und New York, verpasste ihr riesige Sonnenbrillen und Hermès-Taschen und wies dezent, aber wirksam darauf hin, dass ­sonnengebräunte, nackte Beine besser wirken als schwarze, blickdichte Strumpfhosen.

Auch beim Thema Gewicht eiferte Katie ihrem neuen Vorbild nach, verlor nach der Schwangerschaft mit Suri, 2, nicht nur die zugelegten Pfunde, sondern gleich noch ihren eigenen Babyspeck. Ihr unschuldiges Aussehen tauschte Katie endgültig mittels einer neuen Frisur (inspiriert von Victorias „Posh Bob“) gegen einen erwachseneren Look aus.

Doch dass Katie eines Tages Victoria die Lorbeeren vor der Nase wegschnappen ­würde, damit hatte niemand gerechnet: Als das Spice Girl im Juni mit einer weiten Männerjeans über die Straßen spazierte, sprachen Modekritiker noch von einer kurzzeitigen Geschmacksver­irrung. Doch als Katie während der Proben ihres Broadway-Stücks „Alle meine Söhne“ tagelang in einer ausgebeulten Jeans des US-Labels Prps durch die Straßen stolzierte, war plötzlich von einem neuen Trend die Rede …

Ein „Erfolg“, der Katie quasi in den Schoß gefallen ist. Victoria hingegen hat für ihre dVb-Linie hart gearbeitet: „Jahrelang musste ich unzäh­lige Türen für meine Kollektion einrennen“, gibt sie zu. Ihren Traum aufzugeben kam für sie deshalb aber nie in Frage und ist auch jetzt kein Thema. Statt zu schmollen, plant Victoria die Zukunft: Letzte Woche stellte sie ihren neuen Damenduft „Signature“ vor. Und wahrscheinlich eröffnet sie schon bald das Rennen zur Fashion Week 2009 – und damit auch den Kampf um den Thron der Stil-Königin.

Kathrin Kellermann